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Freibäder im Altenburger Land vermelden teils deutlichen Besucherschwund

Ernüchternde Bilanz Freibäder im Altenburger Land vermelden teils deutlichen Besucherschwund

Das wechselhafte Sommerwetter schlägt sich auch in den Bilanzen der Freibäder im Kreis nieder: Vielerorts ist ein deutlicher Besucherschwund zu verzeichnen. Krisenstimmung kommt hingegen nicht auf: Viele Betreiber setzen auf einen Endspurt des Sommers.

Trubel im Becken wie hier auf dieser Archivaufnahme vom Rositzer Freibad war in diesem Jahr in den Bädern der Region ein eher seltener Anblick.

Quelle: Mario Jahn

Altenburger Land. Sommer, das bedeutet auch im Altenburger Land Hochkonjunktur in Eiscafés, auf Liegewiesen und in den Freibädern der Region – solange nur das Wetter mitspielt. Vor allem die Badestätten müssen für dieses Jahr jedoch zum Teil deutliche Besucher- und Einnahmenrückgänge verzeichnen, was nicht zuletzt den unbeständigen Temperaturen geschuldet ist.

„Da wir bisher keine lang anhaltende Hochdruckwetterlage hatten, liegen die Besucherzahlen unter unseren Erwartungen“, lässt Carola Blümel, Sprecherin der Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH, die das Südbad in der Skatstadt betreibt, wissen. Stand 14. August haben 2016 bisher 23 039 Besucher in der Einrichtung in der August-Bebel-Straße Abkühlung gesucht. Im Vergleich zur Saison 2015, als insgesamt 41 292 Gäste ins Bad strömten, ein deutlicher Rückgang – trotz der bisherigen Rekordtage am 23. Juni (1509 Besucher) und 20. Juli (1464). Dennoch besteht Hoffnung auf eine weitere Steigerung der Besucherzahlen bis zum geplanten Badeschluss Mitte September. „Aber auch das ist natürlich wetterabhängig“, betont Blümel.

Ähnliche Einbußen sind auch im wenige Kilometer entfernten Rositz zu verzeichnen. „Ein Rekordjahr wie 2015, als wir knapp 22 000 Badegäste zählen konnten, werden wir dieses Jahr sicherlich nicht erreichen“, zeigt sich die leitende Schwimmmeisterin Inge Nöller ernüchtert. An kühlen Tagen schrecke das unbeheizte Becken zahlreiche Besucher eher ab. Sie hofft, bis zum Ende der Saison mit rund 12 000 Besuchern wenigstens noch etwas mehr als halb so viele Besucher wie im Vorjahr verbuchen zu können. Bis zum angepeilten Badeschluss am 15. September bleiben dafür noch gut vier Wochen Zeit. „Wenn wir noch ein Hoch erwischen, ist diese Zahl auch realistisch“, gibt sich Nöller vorsichtig optimistisch.

Deutlich weniger Gäste konnte auch das städtische Freibad in Gößnitz bisher begrüßen. „13 979 Besuchen – sowohl Dauer- als auch Tageskartenbesitzer – stehen mit Stand von Anfang August 2016 derzeit 7576 Badegäste gegenüber“, teilt Manuela Dahl, Mitarbeiterin im Hauptamt der Pleißestadt mit. Das schlägt sich auch in den Einnahmen nieder, wie Kämmerin Marion Ackermann ergänzt. „Bisher habe wir knapp 8000 Euro weniger als die angepeilten 20 000 Euro eingenommen. Insgesamt stehen den Vorjahreseinnahmen von 22 600 Euro derzeit lediglich 11 500 Euro für 2015 gegenüber“, listet sie auf. Ackermann hofft darauf, immerhin noch die Marke von 12 000 Euro zu erreichen. Zeit bleibt bis zum 1. September – sollte das Wetter entsprechend gut ausfallen, sei aber auch eine Verlängerung der Badesaison möglich.

Besucherflaute herrschte bisher auch im Erlebnisbad Tatami in Schmölln. „Vor allem im Freibadbereich verzeichnen wir deutlich weniger Gäste“, berichtet Badleiter David Neumann. Zogen dort bis zum 15. August 2015 noch 16 343 Schwimmer ihre Bahnen, waren es im selben Zeitraum 2016 nur noch 9129. Im angeschlossenen Hallenbad habe das verhaltene Sommerwetter hingegen zu einem deutlichen Besucherzuwachs geführt. „Hier verzeichnen wir bisher knapp sieben Prozent mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum.“ Zwar hoffen auch Neumann und sein Team noch auf den einen oder anderen guten Tag bis zum Ende der Badesaison am 15. September. „Aber die Ferien sind vorbei, daher wird das mögliche Plus wohl nicht so stark ausfallen“, schränkt er ein.

Ebenfalls deutlich unter den Erwartungen liegen die Zahlen im Altkirchener Freibad. „Voriges Jahr war ein Bomben-Badejahr für uns – dieses Jahr erreichen wir vermutlich nicht einmal die Hälfte der 12 000 Besucher“, teilt Roland Heinke, Vorsitzender des Fördervereins, der das Bad in Eigenregie betreibt, mit. Zwar ist auch hier noch Zeit bis zum ersten Septemberwochenende. „Aber mehr als 8000 Besucher werden wir keinesfalls erreichen“, zeigt sich Heinke ernüchtert. Trotzdem, so betont er, in finanzielle Schwierigkeiten gerate der Verein durch den verhaltenen Besucherzuspruch nicht. „Wir genießen Unterstützung durch die Gemeinde und durch viele ehrenamtliche Mitarbeiter.“ Das 50-jährige Jubiläum des Bades im kommenden Jahr stehe trotz der verhaltenen Saison jedenfalls nicht zur Disposition, so Heinke.

Von Bastian Fischer

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