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Fremden Menschen mit der Kamera ins Herz geschaut

Fremden Menschen mit der Kamera ins Herz geschaut

Sie wollen Indien auf eigene Faust erkunden, buchen im Internet eine Reise und vertrauen darauf, dass alles funktioniert - können Sie sich ein solches Szenario vorstellen? Vermutlich nur schwer.

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Jörg Neumerkel im Landratsamt vor einem seiner Indien-Fotos.

Quelle: Jens Paul Taubert

Doch es gibt einen Altenburger, der hat genau das gemacht. Einiges von dem, was er dabei gemeinsam mit seiner Frau erlebte, ist derzeit im Landratsamt in einer kleinen, aber überaus feinen Fotoausstellung zu betrachten. "Gesichter Rajasthans - Notizen einer Reise" ist sie überschrieben.

 

"Im Februar 2012 charterten wir nach kurzer Vorbereitung via Internet und Telefon bei einem indischen Taxiunternehmen eine 3000-Kilometer-Rundreise durch Rajasthan", erzählt Jörg Neumerkel. Er war beim Surfen im Netz auf eine Thüringerin gestoßen, die solch eine waghalsige Unternehmung bereits hinter sich hatte. Es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls in einem Jobcenter arbeitet. Der Kontakt war schnell hergestellt und die Frau mit jeder Menge Fragen überhäuft.

 

Am Ende ließen sich Neumerkels gleichfalls auf dieses Unterfangen ein. "Es gab keinen Vertrag, keine Reiseunterlagen, lediglich die geplante Reiseroute, unsere Flugbuchung nach Neu Delhi und die Hoffnung, dass unser Fahrer trotz zweistündiger Verspätung am Flughafen auf uns wartete." Vertrauen gegen Vertrauen sozusagen - und es hat funktioniert.

 

Das Ehepaar erlebte eine Reise in eine Welt, die durch ihre Fremdheit ihre Reize förmlich überflutete. "Der erste Tag in Neu-Delhi beispielsweise war ein totaler Schock für uns", so der 49-Jährige. "Es hat überall gestunken, an jeder Ecke anders, dazu eine unerträgliche Hitze, Lärm, Menschenmassen und auf Schritt und Tritt aufdringliche Händler." Nach nur wenigen Hundert Metern haben die beiden kehrt gemacht und im Hotel auf ihren Chauffeur gewartet.

 

Es wurden dennoch drei unvergessliche Wochen, die die Begegnung mit freundlichen und weniger freundlichen Menschen, mit unbeschreiblicher Armut und großem Reichtum brachte und "unser Weltbild geschärft haben".

 

Es ist nicht das erste ungewöhnliche Unterfangen, das Jörg Neumerkel mit seiner Kamera dokumentierte und in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich macht. 2013 hatte er sich für ein halbes Jahr von seinem Arbeitgeber freistellen lassen, um in Südtirol auf einem Bauernhof zu leben und zu arbeiten. Unter dem Motto "Frieda, Wiener Prater und andere Begebenheiten" wurden die Bilder Anfang dieses Jahres mit großem Erfolg auf Burg Posterstein gezeigt.

 

Dabei ist der Skatstädter auf dem Gebiet der Fotografie Autodidakt. Von seinem Jugendweihe-Geld hatte er sich einst eine Exa gekauft und Gefallen am "Knipsen" gefunden. Vor allem in seiner Studentenzeit betrieb er das Hobby exzessiv, blockierte nach seinen Streifzügen durch den Prenzlauer Berg regelmäßig das Gemeinschaftsbad. Auch wenn die Digitalfotografie heutzutage ganz andere Möglichkeiten bietet, drückt Jörg Neumerkel nicht einfach wahllos auf den Auslöser. Ihm haben es vor allem Menschen angetan, weniger die Architektur. "Man muss auf die Leute zugehen, man muss sich tatsächlich für sie interessieren und das nicht nur vortäuschen", so sein Erfolgsgeheimnis.

 

Wie nah er den Menschen in Indien gekommen ist, kann man derzeit im Landratsamt bestaunen.

Ellen Paul

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