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Fremdenverkehrsverband befürchtet weitere Austritte klammer Gemeinden

Fremdenverkehrsverband befürchtet weitere Austritte klammer Gemeinden

Nach dem Austritt der Stadt Meuselwitz aus dem Fremdenverkehrsverband Altenburger Land (FVV) schlägt dessen Vorstand Alarm. Befürchtet werde ein Signal für andere klamme Gemeinden, was die Existenz des Verbandes bedrohen könnte, heißt es in einer Presseerklärung.

Der FFV macht außerdem deutlich, dass den relativ geringen Mitgliedsbeiträgen eine Vielzahl von Leistungen gegenüberstehen, die dann für die ausgetretenen Kommunen entfallen. Das habe Auswirkungen auf die eigene Infrastruktur und damit auf die Lebensqualität der Bürger.

 

Meuselwitz wollte mit dem am 23. April gefassten Beschluss zum Austritt aus dem Verband ein Zeichen setzen, um zu einer solidarischen Finanzierung des Verbandes und zu verbindlichen Zielen zu kommen, was seit vielen Jahren nicht gelingt (OVZ berichtete).

 

Der Vorstand des FVV kritisiert, dass die Meuselwitzer Stadträte den Gegenwert ihres Mitgliedsbeitrags von 26 Cent pro Einwohner, also 2880 Euro im Jahr, zu den vom Verband erbrachten Leistungen nicht anerkennen. Als Beispiel wird die Kohlebahn genannt, die selbst Mitglied des Verbandes ist, der Haselbacher See oder die Orangerie, die seit Jahren in verschiedenen Medien beworben werden und an herausragender Stelle im Marketing des Verbandes integriert sind.

 

Viele der erbrachten Leistungen des FFV seien zwar vor Ort nicht sichtbar, ein Austritt habe dennoch viele Auswirkungen: keine Messeauftritte, keine Internetpräsentation, keine gemeinsamen Faltblätter, keine Präsenz in der Tourismus-Information, keine Bewerbung von Veranstaltungen, keine Vertretung in überregionalen Gremien, keine Befürwortung von örtlichen touristischen Vorhaben beim Land.

 

Die auf Betreiben und teilweise mit Geldern des FVV entstandenen beschilderten Wander- und Radwege wären im Alleingang einer Gemeinde nicht zu realisieren. "Sie dienen nicht nur Gästen, sondern auch den eigenen Bürgern, sie machen eine Region lebens- und liebenswert. Sie bringen Arbeit auch zu den kleineren ländlichen Anbietern, erhalten Kulturangebote gerade im ländlichen Raum", so die Verbandsvorsitzende Christine Büring.

 

Der Wirtschaftsfaktor Tourismus ist im Altenburger Land nicht zu unterschätzen: Jährlich fast 200 000 Übernachtungen erwirtschaften einen hochgerechneten Bruttoumsatz von etwa 17 Millionen Euro. Geschätzte 1,94 Millionen Tagesgäste tragen mit einem durchschnittlichen Umsatz, täglich und pro Kopf gerechnet, von 22,40 Euro zu einem Jahresbruttoumsatz von 43,4 Millionen Euro zum Wirtschaftsvolumen im Altenburger Land maßgeblich bei. Damit steht für den Vorstand des Fremdenverkehrsverband fest, dass der Tourismus Arbeitsplätze geschaffen hat.

 

"Touristische Angebote und Infrastrukturen sind immer gleichzeitig auch Freizeitangebote für die Bürger des Altenburger Landes und somit ein wichtiger weicher Standortfaktor für die Gewinnung neuer Wirtschaftsansiedlung und Mitbürger", so Büring, die zugleich Geschäftsführerin der Altenburger Tourismus GmbH ist.

 

Der Verband will nun einen erneuten Versuch unternehmen, mit den Gemeinden über die Zukunft der Tourismus-Strukturen im Landkreis ins Gespräch zu kommen. Ohne finanzielle Mittel wird Tourismus aber nicht zu machen sein und ohne die Mithilfe aller auch nicht, wird in der Erklärung betont.

 

Der FVV hatte vorgeschlagen, die Finanzierung der Tourismusförderung über die Kreisumlage vorzunehmen, um so alle Gemeinden solidarisch an den Kosten zu beteiligen. Gleichzeitig sollten die Beiträge der Kommunen gesenkt und die der privatwirtschaftlichen Mitglieder angepasst werden. Im Vorstand ist man sich einig, dass die durch den demografischen Wandel ständig sinkenden Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen nicht ausreichen, um die von Gästen und Bürgern gleichermaßen erwarteten Informationsleistungen abzusichern, geschweige denn aktives Marketing betreiben zu können.

Jens Rosenkranz

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