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Friederike setzt Bockwindmühle in Lumpzig zu

Sturmfolgen im Altenburger Land Friederike setzt Bockwindmühle in Lumpzig zu

Das Sturmtief Friederike, das am vergangenen Donnerstag auch über das Altenburger Land zog, hat große Schäden verursacht. Auch die Bockwindmühle in Lumpzig ist betroffen. Zudem gibt es eine erste Schadensbilanz des Baumbestandes in Altenburg. Einige Sturmschäden sind unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar.

Opfer von Sturm Friederike: An der restaurierten Bockwindmühle in Lumpzig wurde unter anderem einer der vier Flügel abgeknickt.

Quelle: Gunter Auer

Lumpzig/Altenburg/Erfurt. „So schnell hat sie sich noch nie gedreht“, beschreibt der Vorsitzende des Vereins Altenburger Bauernhöfe, Martin Burkhardt, seine Eindrücke vom Sturm an der Bockwindmühle in Lumpzig. Wie der Verein mitteilt, hat die hölzerne Maschine am Donnerstag die Angriffe von Friederike nicht schadlos überstanden.

Trotz aktiver Bremsen setzte der Orkan die Flügel in Bewegung, was zu Schäden unter anderem an der Königswelle führte. Für die Vereinsmitglieder vor Ort habe es über Stunden keine Möglichkeit zum Eingreifen gegeben. „Es bestand Lebensgefahr“, erklärt Burkhardt. Irgendwann brach dann einer der vier Meter Flügel. Darüber hinaus habe der Sturm an Mühle und Hof Bretter gelöst, die bis zu 50 Meter weit geflogen seien und nun im Umfeld der Mühle im Boden stecken – wie beim Messerwerfen, so der Vereinschef weiter.

Eine genaue Schadensanalyse folgt in den kommenden Tagen. Dafür wird am Dienstagvormittag gegen 10.30 Uhr das gusseiserne Flügelkreuz durch einen Kran abgenommen.

Der Orkan, der am Donnerstag über Deutschland fegte, richtete auch in Altenburg zum Teil schwere Schäden an. Dabei wurden im städtischen Baum- und Gehölzbestand sowie auf den Grünflächen Äste und Kronenteile abgerissen und ganze Bäume entwurzelt. Die Orkanböen in Zusammenhang mit den aufgeweichten Böden brachten selbst vitale Altbäume zum Umsturz, teilte die Stadtverwaltung gestern mit.

Eine erste Übersicht zeigt: Die Schäden verteilen sich im gesamten Stadtgebiet in öffentlichen Park- und Grünanlagen und im Stadtwald. Betroffen sind unter anderem Bereiche am Großen Teich, der Hellwiese, die Wohngebiete Nord und Süd-Ost, aber auch der Schlosspark und der Poschwitzer Park. Im Stadtwald selbst sind circa 150 Festmeter betroffen.

Die Beräumung der Flächen ist noch nicht abgeschlossen und wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Im Nachgang des Sturms wird der gesamte Baumbestand einer nachträglichen Sichtkontrolle auf Folgeschäden unterzogen, hieß es weiter. Aus Sicherheitsgründen sollten der gesamte Stadtwald, das Wolfenholz und die Parkbereiche mit Altbaumbestand vorerst gemieden werden.

Die durch den Sturm entstandenen Kosten können in der Steuererklärung teilweise geltend gemacht werden. Das teilte der Bund der Steuerzahler Thüringen mit. 20 Prozent der Kosten, höchstens 4000 Euro im Jahr, für haushaltsnahe Dienstleistungen seien in der Steuererklärung abzugsfähig. Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) von 2014 gehört zu einem Haushalt auch der Gehweg vor dem Haus. Geschädigte Eigenheim- oder Eigentumswohnungs-Besitzer können also die Kosten fürs Zersägen und die Beseitigung des Grünschnitts nicht nur auf ihrem Grundstück, sondern auch auf dem davor liegenden Gehweg in der Steuererklärung geltend machen. Auch die Wiederherrichtung des durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogenen Gartens sei absetzbar.

Voraussetzung: Der Eigner oder die Eigentümergemeinschaft muss der Auftraggeber sein. Materialkosten werden nicht berücksichtigt, wohl aber Personalkosten. Deshalb sind diese gesondert in der Rechnung auszuweisen. Außerdem muss die Begleichung der Rechnung durch Zahlung auf das Konto des Handwerkers erfolgen.

Von Jörg Reuter

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