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Friedliche „Warriors of Music“ geben Konzert in Altenburger Pub

Vertonte Indianer-Schicksale Friedliche „Warriors of Music“ geben Konzert in Altenburger Pub

Stehender Bär, 1,43 Meter groß, elf Jahre alt, ist der charismatische Chefbeleuchter des Abends und vom Stamme der Menominee-Indianer, von denen es nur noch ein paar Familien gibt. Sein Vater indes, Wade Fernandez, ist ein weltgereister preisgekrönter Gitarrenvirtuose, Sänger und Flötenspieler, ebenso Indianer wie sein kongenialer Kollege Mitch Walking Elk, der berühmte Folk-, Blues- und Rockbarde. Beide sind eigentlich solistisch unterwegs, doch seit einiger Zeit gibt es das gemeinsame Programm „Warriors of Music“.

Mit Musik die Geschichte der Indianer erzählt: Wade Fernandez (r.) und Mitch Walking Elk
 
 

Quelle: .

Altenburg.  Stehender Bär, 1,43 Meter groß, elf Jahre alt, ist der charismatische Chefbeleuchter des Abends und vom Stamme der Menominee-Indianer, von denen es nur noch ein paar Familien gibt. Sein Vater indes, Wade Fernandez, ist ein weltgereister preisgekrönter Gitarrenvirtuose, Sänger und Flötenspieler, ebenso Indianer wie sein kongenialer Kollege Mitch Walking Elk, der berühmte Folk-, Blues- und Rockbarde. Beide sind eigentlich solistisch unterwegs, doch seit einiger Zeit gibt es das gemeinsame Programm „Warriors of Music“.

Die Krieger der Musik haben es sich zur Aufgabe gemacht, über die Geschichte und das aktuelle unterdrückte Leben der „Native Nation“, der indianischen Stämme in den USA und Kanada, zu berichten. Am vergangenen Donnerstag im Altenburger Pub zum Beispiel war es ein grandioses emotional geladenes Konzert der beiden Protagonisten.

Fernandez und Walking Elk stellten sich zunächst jeder solistisch vor um dann gemeinsam über die über fünftausendjährige Geschichte ihres Volkes zu reflektieren, über Freude, Leid und Liebe, über Ausbeutung und Ausrottung, über die furchtbaren Erziehungsanstalten für Indianerkinder, den Boarding Schools, über Alkohol, Gewalt und Drogen, zu singen und zu moderieren. Mit internationalen Preisen für ihre Arbeit gut bestückt, lassen sie nicht nach in ihren mutigen und aufrührenden Texten wie „I’m a Stone“, „When the Bufallo came back“ und „Power in the Water“. Sie machen sich lustig über das Indianer-Bild Hollywoods und das des „White Man“ John Wayne und nennen es das „Dakota Lullabay“, spielen dazu im Country-Stil und legen dabei die weltweit vorherrschenden Klischees über Indianer bloß.

Das alles wird überaus fein gemacht. Tolle Spielkunst, das großartige technische Vermögen und die beiden wunderbaren und wandlungsfähigen Stimmen ließen den Abend dann auch zum Hörgenuss werden. Rasend schnell wandelte sich bei Wade Fernandez im Lied die Spielweise von Mark Knopfler, über Carlos Santana bis zu Jimi Hendrix und Ry Cooder. Höhepunkt dann auch der Aufruf zur Unterstützung der Freilassung des Indianerführers Leonard Peltier, der seit 40 Jahren unschuldig im Gefängnis sitzt. Marlon Brando, Robert Redford, Nelson Mandela und andere setzten sich bislang erfolglos für seine Freilassung ein. In diesem Jahr will man nun besonders Aufmerksamkeit erregen und so stellten die beiden ihr Programm in den Dienst dieser humanitären Aufgabe.

Ironisch grinsend meinte Elk am Schluss des Abends „God bless the Blues“ für die Indianer und bedankte sich mit Freund und Partner Wade persönlich und per Handschlag bei jedem einzelnen Gast, alles ausgewiesene Kenner, für die Aufmerksamkeit, die man Indianern hierzulande schenkt. Zu wenig nach Meinung des Rezensenten. M. Fernandez holte nochmals die Flöte für ein altes traditionelles Lied heraus und meinte abschließend, dass es nun gut sei mit den Weltreisen, man sehne sich förmlich in die Reservation zurück und lächelte freundlich-traurig in die Runde.

Von Stefan Müller

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