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Altenburg Friedrichgymnasiasten erforschen die Tiefen der Psyche
Region Altenburg Friedrichgymnasiasten erforschen die Tiefen der Psyche
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00:28 02.03.2018
Thuy Tien Nguyen, Christopher Seifert und Vivien Schwarz (v.l.) präsentieren die Infoflyer, die begleitend zu ihrer Seminarfacharbeit erschienen sind. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Auf dem Gebiet der Medizin gibt es wohl kaum ein Feld mit so vielen Unbekannten, wie jenes der psychiatirischen Erkrankungen. „Es heißt ja nicht umsonst, man könne einem Menschen nur bis vor den Kopf schauen“, meint Thuy Tien Nguyen. Die 18-jährige Zwölftklässlerin vom Friedrichgymnasium interessierte sich für dieses weite wie auch vor der Öffentlichkeit abgeschottete Feld von geistigen und seelischen Befinden sowie die dort möglichen Erkrankungen ebenso wie ihre Klassenkameraden Vivien Schwarz, ebenfalls 18 Jahre, und Christopher Seifert (17).

Aus den unterschiedlichsten Gründen: Die eine wollte lange Zeit selber Psychologie studieren, andere haben solche Erkrankungen im eigenen Familien- und Bekanntenkreis erlebt. „Aber alle haben wir auch gemerkt, wie viele weiße Flecken es auf diesem Gebiet eigentlich gibt. Auch auf die Frage, wie es mit der psychischen Gesundheit der Menschen im Altenburger Land bestellt ist und welche Behandlungsmöglichkeiten es hier gibt, taten sich unzählige Fragezeichen auf“, ergänzt Christopher Seifert.

Das Trio bewies einiges an Mut, als es sich dieses weite Feld voller Unbekannter zum Inhalt ihrer gemeinsam verfassten Seminarfacharbeit machte, deren Bewertung gewichtig für die Güte des bevorstehenden Abiturs ist. „Ja, wir haben hier auch Neuland betreten, anstatt uns in einer persönlich so wichtigen Arbeit mit einem eher unverfänglichen Thema zu befassen“, meint auch Vivian Schwarz. „Aber uns allen brannte dieses Gebiet regelrecht unter den Nägeln, weshalb wir auch unzählige Stunden bei den Recherchen verbracht haben“, so Vivian weiter.

Denn ein abgeschlossenes Konvolut zum Thema Psychiatrie im Altenburger Land gab es bis dahin nicht. Alle Fakten mussten in mühseliger Forschungsarbeit in den einzelnen Einrichtungen nachgeschlagen und zusammengetragen werden. Abgerundet wird die 68-seitige Arbeit mit Interviews, unter anderem mit dem Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Altenburg, Dr. med. Christian Schäfer.

Um es vorwegzunehmen: Die drei Friedrichgymnasiasten landeten mit der 68-seitigen Arbeit mit dem schon ungewöhnlichen Titel „Irre Zeiten ?!“ einen Volltreffer, bekamen alle die höchstmögliche Punktzahl. Benotung erfolgreich also. Soll die Arbeit jetzt in der berühmten Schublade verschwinden?

Im Gegenteil. Allen Dreien ist es ungemein wichtig, dass die Arbeit mit ihren Erkenntnissen in irgendeiner Form weitergeführt wird, oder zumindest weiter im Bewusstsein anderer Schüler bleibt. Bestätigt sehen sie sich durch eine Umfrage unter Gymnasiasten, in der von 286 Befragten gut 90 Prozent angaben, mehr über dieses Feld wissen zu wollen.

Wohl auch vor dem Hintergrund, dass der Missbrauch illegaler Drogen in den jungen Generationen auch hierzulande sehr weit verbreitet ist. Und es in diesem Zusammenhang auch kein Geheimnis ist, dass die schlimmsten Missbrauchsfälle fast zwangsläufig zur Behandlung in der Psychiatrie landen.

Deshalb haben Thuy Tien, Vivian und Christopher zusätzlichen zur Arbeit einen Flyer entworfen, in dem unter dem provozierenden Titel „Kranke Scheiße!“ in kurzer und knapper Form über psychische Probleme und vor allem die Hilfsangebote informiert wird.

„Eine wichtige Erkenntnis unserer Recherche ist auch, dass es ein viel dichteres Netz an Hilfsangeboten gibt, als mancher denkt“, so Christopher. Der in einer Auflage von 2500 Exemplaren erschienene Flyer soll an allen Gymnasien ausliegen.

Weitere Infos: www.irre.info

Von Jörg Wolf

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