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Frischer Wind im Lerchenberggymnasium

Frischer Wind im Lerchenberggymnasium

Damit alle Schüler trotz massivem krankheitsbedingten Ausfalls in der Lehrerschaft gleichviel Unterricht erhalten, verkürzte die 51-Jährige die Unterrichtszeit (die OVZ berichtete).

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Im Altenburger Lerchenberggymnasium ist wieder Normalität eingekehrt und der akute Lehrermangel vorerst Geschichte. Das kommt auch den Achtklässlern zugute, die hier an den neuen modernen Schließfächern sind, die seit diesem Schuljahr jedem Schüler zur Verfügung stehen.

Quelle: Mario Jahn

Es konnte doch nicht sein, dass manche Schüler, bei denen viele Lehrer erkrankt waren, hohen Unterrichtsausfall hatten, und andere mit vergleichsweise gesunder Lehrerschaft das volle Programm bekamen.

 

"Aus unserem eigentlich 50-köpfigen Kollegium fielen bis zu 19 Lehrer wegen Erkrankungen aus. Manche langfristig. Da gab es keine anderen Kompensationsmöglichkeiten mehr, da auch schon sämtliche Vertretungsstunden ausgeschöpft waren, ebenso wie Klassen- und Kurszusammenlegungen", erinnert sich Preißler, die so einen Notstand in ihren neun Jahren als stellvertretende sowie fünf Jahren als amtierende Schulleiterin noch nie erlebt hat. In Spitzenzeiten summierten sich die Ausfälle auf monatlich um die 80 Stunden.

 

"Ich würde heute in einer ähnlichen Notsituation genauso handeln. Natürlich immer in Abstimmung mit dem vorgesetzten Schulamt", sagt Preißler heute. Wenngleich die Situation zu Jahresbeginn beileibe keine einfache gewesen sei. Vor allem, als der Fall öffentlich wurde, durch die Medien ging und sich auch die besorgten Anfragen sowie Beschwerden aus Schüler- und Elternschaft häuften. "Ich habe nie mitgezählt, wie viele Telefonate ich jeden Tag geführt habe, um unsere Situation zu erklären", sagt die Chefin von immerhin rund 500 Gymnasiasten. Zig Telefonate führte die mit 30 Berufsjahren erfahrene Pädagogin auch mit übergeordneten Behörden und Ämtern. "Ich habe immer für mehr Lehrer gekämpft, aber stets mit fairen Mitteln", versichert sie. Die Hiobsbotschaften am Gymnasium erreichten nicht nur das zuständige Schulamt, sondern auch Landrätin Michaele Sojka sowie Thüringens Bildungsministerin Brigit Klaubert (beide Linke).

 

Mit Beginn des neuen Schuljahres, zu dem am frisch sanierten Lerchenberggymnasium auch rund 50 neue Fünftklässler begrüßt werden konnten, hat sich die Situation entspannt. Preißler: "Mit all meinen Forderungen konnte ich mich tatsächlich durchsetzen. Aktuell ist der Lehrkörper so aufgestellt, dass in allen Klassen ganz normaler Unterricht möglich ist und keinerlei Löcher mehr bestehen." Um dies zu erreichen, hatte sie Gespräche bis hin zu Bildungsministerin Klaubert geführt. "Vier Lehrer habe ich neu hinzubekommen, erstmals ist sogar eine Referendarin befristet neu eingestellt worden. Zudem sind Lehrer von anderen Gymnasien wie aus Schmölln und Meuselwitz stundenweise zu uns abgeordnet. Kurzum: Kämpfen lohnt sich immer, und alle meine Wünsche sind erfüllt worden", freut sich die 51-Jährige. In diesem Zusammenhang bedankt sie sich für die letztendlich konstruktive Zusammenarbeit mit den übergeordneten Stellen.

 

Dass es in Zukunft nochmals so eine Notsituation geben könnte, vermag die Pädagogin allerdings nicht auszuschließen. "Ich würde aber jederzeit wieder so handeln, auch wenn solche Schritte für viel Aufsehen sorgen. Anderen Kollegen würde ich Gleiches raten."

Jörg Wolf

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