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Altenburg Froh, aber nicht glücklich - Mit dem klaren Ja des Kreistages ist das Theater (fast) gerettet / Dank an Mitarbeiter
Region Altenburg Froh, aber nicht glücklich - Mit dem klaren Ja des Kreistages ist das Theater (fast) gerettet / Dank an Mitarbeiter
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21:30 28.09.2012

Von Ellen Paul

Die Theatermitarbeiter und -freunde machen vor dem Landratsamt am späten Nachmittag noch einmal richtig Bambule. Sie wollen nichts dem Zufall überlassen, sie wollen zeigen, wie sehr ihnen das Theater am Herzen liegt. Notwendig gewesen wäre es nicht mehr. Denn nachdem der Altenburger Stadtrat tags zuvor goldene Brücken gebaut hat, wäre alles andere als ein "Drübergehen" gelinde gesagt unverständlich gewesen. Der Kreis muss seinen Zuschuss also nicht erhöhen, weil Altenburg diesen Anteil mit übernimmt (OVZ berichtete). Das Missverhältnis bei Finanzierungs- und Stimmenanteil in der Theater GmbH hatte im Kreistag für heftigen Unmut gesorgt. Die Sache drohte zu platzen. Deshalb unterbreitete die Skatstadt das Kompromissangebot.

So sind also schon vor Sitzungsbeginn die Signale eindeutig: Der Kreistag will nicht der "Totengräber" des Theaters sein. In der Debatte geht es deshalb wie schon am Vorabend in Altenburg nicht mehr hart um die Sache, sondern eher um Einschätzungen, Meinungsäußerungen, Wünsche. "Ja, es war wieder fünf vor zwölf", bekennt Landrätin Michaele Sojka (Linke). Es sei vor allem dem großen Engagement und den Protestaktionen der Mitarbeiter und Freunde des Theaters zu danken, dass eine Lösung gefunden wurde. "Sie haben die Politiker getrieben", richtete sie das Wort an die zahlreichen Gäste auf den Besucherstühlen.

"31 000 Unterschriften kann man politisch nicht ignorieren", ist auch SPD-Fraktionschef Dirk Schwerd überzeugt. Seiner Meinung nach haben die Mitarbeiter mit ihrem Lohnverzicht den größten Schritt zur Rettung getan. Darüber ist Wolfgang Schleicher (Die Regionalen) zwar ebenso froh, aber nicht glücklich. "Weil Haustarifverträge keine Lösung sind." Zumal sie vor allem in den unteren Gehaltsgruppen starke Einschnitte bedeuten, findet Sabine Fache (Linke) und hat gleich ein Beispiel parat: "Für mich bekommen die Tänzer Niedriglohn und tanzen auf Weltniveau."

Es gibt deshalb an diesem Abend keinen Redner, der den Theaterleuten für ihren Einsatz nicht dankt. Auch der Name der kaufmännischen Geschäftsführerin Andrea Schappmann fällt immer wieder. "Mit Ihnen kam endlich wieder Ordnung und Transparenz in die Finanzen", sagt Sabine Fache. Man könne wieder Vertrauen haben.

Das zeigt sich dann in der Abstimmung. Mit unerwartet großer Mehrheit bei nur zwei Enthaltungen aus den Reihen der SPD-Fraktion stimmt der Kreistag dem Finanzkonzept zu. Es sichert den Fortbestand des Fünf-Sparten-Hauses in seiner jetzigen Form bis Ende 2016 - vorausgesetzt bis zum 31. Oktober sind die Haustarifverträge mit den Gewerkschaften unter Dach und Fach.

Doch daran zweifelt niemand. Allen fällt ein Stein vom Herzen. Mitarbeiter und Theaterfreunde, die die Debatte verfolgt haben, applaudieren wie nach einer tollen Aufführung - laut, herzlich, lang. Und Landrätin Michaele Sojka sitzt vorn und kämpft mit den Tränen.

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