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Altenburg Frohnsdorfer Bürger wollen Zusammenschluss mit Nobitz verhindern
Region Altenburg Frohnsdorfer Bürger wollen Zusammenschluss mit Nobitz verhindern
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00:32 19.05.2018
Frohnsdorf mit dem historischen Viadukt im Vordergrund. Quelle: Mario Jahn
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Frohnsdorf

Je näher der angepeilte Termin – der 1. Juli – für eine Fusion von Wieratal-Gemeinden mit Nobitz rückt, desto unübersichtlicher wird die Situation in der Verwaltungsgemeinschaft. Nachdem kürzlich der Niederhainer Gemeinderat seinen Entschluss, mit Nobitz zu verschmelzen, zurückgenommen hat, regt sich nun auch in Frohnsdorf Widerstand. Inzwischen existiert in dem Dorf eine Unterschriftensammlung gegen eine Fusion von Frohnsdorf mit Nobitz.

„Wir, die Bürger der Gemeinde Frohnsdorf, fordern den Bürgermeister und die Gemeindevertreter auf, den Eingliederungsbeschluss in die Gemeinde Nobitz auszusetzen beziehungsweise, wie die Gemeinde Langenleuba-Niederhain, rückgängig zu machen.“ Diesen Satz haben in den vergangenen Tagen 135 der 246 Einwohner unterschrieben. Kein Thema, über das Bürgermeister Michael Wagner (CDU) derzeit viel reden möchte. „Weil noch nichts geklärt ist. Wir sind noch am Diskutieren und werden erst zur nächsten Gemeinderatssitzung darüber reden. Wann diese ist, steht aber noch nicht fest“, so das Gemeindeoberhaupt. Darüber hinaus würden die gefassten Beschlüsse weitergelten, das heißt, formal hat sich nichts geändert. Und vereinzelt ist von Gemeinderäten zu hören, das sich daran auch nichts verändern solle.

Nichtsdestotrotz bezeugen mehr als die Hälfte der Einwohner – wohlgemerkt nicht der Wahlberechtigten – mit ihrer Unterschrift ihre Ablehnung. „Was sollen wir in Nobitz?“, fragt Volkmar Tausch, der die Initiative ergriffen hat und mit der Liste von Tür zu Tür ging. Er habe die Bürger aufgeklärt, sagt er, dass bei einer Fusion alle Papiere, der Ausweis, die Fahrerlaubnis neu ausgestellt werden müssen. Und das müssten dann die Leute auch noch mit weiten Wegen erledigen in Nobitz oder Saara, weil ja die Verwaltung in Niederhain wegfalle.

„Unser Dorf hat keine Schulden, ich weiß, dass Nobitz über eine Million Euro Schulden hat. Von der Fusionsprämie sehen wir hier keinen Cent. Wir haben ein tolles Vereinsleben im Dorf mit sehr gutem Zusammenhalt, wo sich etwa bei Feiern gegenseitig geholfen wird. Das geht zu 100 Prozent den Bach runter, wenn wir zu Nobitz kommen“, meint Volkmar Tausch. Und er ist froh, seine Nachbarn über diese Folgen der Fusion informiert zu haben.

Der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) zeigt sich – damit konfrontiert – nicht begeistert. „Aber ich werde auch nicht der sein, der irgendetwas durchpeitscht.“ Es sei ja nicht falsch, den Frohnsdorfer Bürgerwillen zu respektieren. Jedoch wäre eine Konsequenz, dass Jückelberg bei einem Nein aus Frohnsdorf auch nicht mehr mit Nobitz fusionieren kann, weil die Orte nicht aneinander grenzen. Und zudem sei es falsch, die Bürger müssten nach Nobitz, um den Personalausweis zu ändern. Das werde weiterhin in Niederhain möglich sein.

„Das ist auch kostenlos, da kommt nur ein Aufkleber drauf. Jedoch die Autopapiere müssen im Landartsamt kostenpflichtig erneut werden“, klärt Läbe auf. Und nimmt auch zum Thema Schulden Stellung: „Wir haben damals die Schulden von Saara übernommen und bereits zu zwei Dritteln abgebaut. Außerdem muss investiert werden, in soziale Einrichtungen, Infrastruktur oder Kindergärten.“ Darüber hinaus sei es gelogen zu behaupten, Frohnsdorfer Einrichtungen würden nach der Fusion geschlossen, weshalb die Vereine aufgeben müssten.

Von Jörg Reuter

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