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Fünf Tage wie im Mittelalter

Fünf Tage wie im Mittelalter

Auf ein Experiment mit sich selbst und neuen Freunden, haben sich 25 Siebtklässler in der vergangenen Woche eingelassen. Auf den Spuren Georg Spalatins tauchten sie für ein paar Tage ins Mittelalter ein.

Altenburg.

Im Rahmen des Schülerprojekts "Lebendige Reformation" lebten die Teenager mit authentischer Kleidung und Speisen den Alltag der Reformationszeit nach. Abschluss war am Freitag die Inszenierung des Stückes "Auf nach Narragonien oder: Was der Mensch ist" in der Brüderkirche.

 

"Es war anstrengend aber auch sehr lustig", zieht Monique Klenner gut gelaunt Bilanz. Sie hat sich auf das Abenteuer Mittelalter eingelassen. Wie die anderen Schüler auch ist sie für fünf Tage in die Geschichte eingetaucht. In mittelalterlichen Kostümen und mit einem Schlafsack, einer Isomatte sowie einem Rucksack mit dem Nötigsten lebten die 25 Teilnehmer wie vor 500 Jahren. Ohne technische Geräte oder Facebook hat die Gruppe erlebt und erschmeckt - es gab nur, was damals auf den Tisch kam -, wie der Alltag zu Spalatins Zeit gewesen sein muss.

 

Im kommenden Jahr steht in Altenburg die Ausstellung "Georg Spalatin - Steuermann der Reformation" an. Spalatin kam 1525 in Altenburg an, wo er als Stadtpfarrer und Superintendent bis zu seinem Tode 1545 lebte und wirkte. Das Schülerprojekt "Lebendige Reformation", versucht seit drei Jahren diese Geschichte Kindern und Jugendlichen anschaulich nahezubringen. "Ich glaube, wir haben inzwischen die Serienreife erreicht", sagt die Projektverantwortliche Christine Büring. Und erzählt begeistert vom Zusammenhalt unter den Kindern, vom Pilgermarsch von Zeitz nach Altenburg und von den Workshops, bei denen die Schüler die Abschiedsinszenierung einstudiert haben.

 

Nachdem 2011 und 2012 das Projekt nur am Altenburger Spalatin-Gymnasium stattfand, konnten sich nun erstmals Schulen aus umliegenden Kommunen beteiligen. Mit von der Partie waren neben Spalatinern diesmal auch Schüler der Regelschulen Treben, Rositz und Dobitschen. Ihnen wurde das Projekt und die Geschichte Spalatins von Schulpfarrer Andreas Gießler und dem "Projektverteranen" Tobias Grahmann im Rahmen von Präsentationen vorgestellt. Interessierte durften sich melden.

 

"Alle Mädchen und Jungen, die teilgenommen haben, haben sich toll darauf eingelassen. Es ist ja für die Teenager nicht so einfach, ohne Handy und jeglichen Komfort für ein paar Tage zu leben", so Büring. Dennoch oder gerade deswegen herrschte in der bunten Truppe, die sich vorher nicht kannte, Harmonie - ganz dem Jahresmotto der Lutherdekade 2013 "Reformation und Toleranz" entsprechend. Die Begeisterung für die Aktion teilen auch Birgit Kriesche, Leiterin des Spalatin-Gymnasium, und Hans-Joachim Barth, Direktor der Trebener Regelschule. "So können die Kinder Geschichte selbst erfahren. Besser geht es eigentlich nicht", erklärt Barth.

 

Jedoch war die dritte Auflage des Schülerprojektes die letzte, die nahezu komplett mit Fördermitteln finanziert wurde. Für die Zukunft plant Büring zwei Versionen. Die Chefin der Altenburger Tourismus GmbH möchte die "Lebendige Reformationen" für Jugendliche deutschlandweit vermarkten. Zum anderen wird sie das Projekt einmal im Jahr an den Schulen des Landkreises anbieten. Was dann aber bedeutet, dass die Einrichtungen oder deren Fördervereine nach Sponsoren suchen müssen. Klappt das nicht, sind die Eltern in der Pflicht. Diese müssten deutlich mehr zahlen als in der Vergangenheit.

 

© Kommentar

Jörg Reuter

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