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Für Jenny Hermani geht es immer um die Wurst

Für Jenny Hermani geht es immer um die Wurst

Zugegeben, der Titel Wurstkönigin klingt beim ersten Hören etwas gewöhnungsbedürftig. Das gibt auch Jenny Hermani zu. Die 21-Jährige ist seit einigen Tagen die amtierende Thüringer Wurstkönigin (die OVZ berichtete).

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Stolz und selbstbewusst: Die neue Thüringer Wurstkönigin Jenny Hermani kommt aus Altenburg und präsentiert zwei Jahre lang alles , was sich um Knacker und Co. dreht.

Quelle: Mario Jahn

Inzwischen habe sie sich aber an ihren neuen Titel gewöhnt. Nicht zuletzt, weil ihr Freundeskreis durchweg positiv reagierte, erzählt die junge Frau erleichtert mit einem strahlenden Lächeln. Kürzlich hatte sie in Erfurt ihren zweiten großen Auftritt nach ihrer Krönung zum Thüringer Wursttag.

 

Zur Rostkultur 2015 auf dem Erfurter Domplatz war sie am 21. März mit dem Thüringer Bratwurstkönig und dem aus Holzhausen kommenden Feuer für den Riesengrill die Attraktion auf der Bühne. Mit dem traditionellen Bratwurst-Anbiss eröffnete sie das Fest und die Grillsaison. "Ich habe kein Problem damit, auf einer Bühne vor vielen Leuten zu stehen", sagt die schlanke Hoheit, die vermeintlich so gar nicht zum Titel Wurstkönigin passen will.

 

Wieso nicht, wundert sich da Helgard Anding. Aus Sicht der Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des Fleischerhandwerks Thüringen, der seit fünfzehn Jahren die Wurstkönigin kürt, habe bei der hübschen Frau aus der Skatstadt einfach alles gepasst. Sie ist Mitarbeiterin in einem Innungsbetrieb, sie ist vom Fach und hat Ausstrahlung, nennt Anding die drei grundsätzlichen Voraussetzungen, die eine Thüringer Wurstkönigin mitbringen muss. Darüber hinaus ist es natürlich von Vorteil, wenn sie attraktiv ist. Schließlich fungiert die Wurstkönigin über zwei Jahre auf verschiedenen Veranstaltungen als Aushängeschild und Blickfang des Thüringer Fleischerhandwerks.

 

Und darauf hat die Altenburgerin jetzt richtig Lust. "Ich denke, das wird eine interessante und spannende Zeit, in der ich viele Leute kennen- und auch das eine und andere Fachliche dazulernen kann", meint Jenny Hamani. Anfang des Jahres war sie von ihren Chefs in der Altenburger Fleischerei Schellenberg angesprochen worden, ob sie sich vorstellen könnte, sich als Wurstkönigin zu bewerben. "Klar, habe ich gesagt. Ich war ja schon vor zwei Jahren bei der Krönung meiner Vorgängerin, Miriam Wagner, dabei und fand das interessant", erzählt Jenny Hermani der OVZ.

 

Damals hatte sie übrigens gerade ihre Ausbildung in der Metzgerei Schellenberg als Fleischereifachverkäuferin abgeschlossen und nahmen am Lehrlingswettbewerb im Rahmen des Thüringer Wursttags teil. Für ihre Canapés, die alle haargenau gleich aussehen sollten, gab es seinerzeit Gold. Und für ihr Präsent unter dem Motto Altenburger Prinzenraub erhielt Hermani eine Silbermedaille.

 

Nachdem sie ihre Bewerbung zur Wurstkönigin eingereicht hatte, bekam sie dann Anfang Februar den Anruf vom Landesinnungsverband, dass sie das Rennen gemacht habe und für die nächsten zwei Jahre Thüringens Wurstkönigin ist. "Auf was habe ich mich da eingelassen, war mein erster Gedanke", ist die seit fünf Jahren fest liierte junge Frau ganz ehrlich. Als dann wenig später das Geld zum Kauf ihres Königinnenkleides, der Schuhe und der Schärpe eintraf und sie gemeinsam mit ihrer Chefin und früheren Lehrmeisterin, Elke Schellenberg, die richtige Garderobe aussuchte, kam peu à peu die Vorfreude auf das, was kommt.

 

Doch Wurstkönigin sein, ist nicht nur Spaß, auch wenn dieser im Vordergrund steht. "Unsere Wurstkönigin hat im Jahr etwa fünf Pflichttermine. Darüber hinaus bekommen die Frauen in aller Regel von verschieden Institution Einladungen. Ob sie diese wahrnehmen, entscheidet sie selbst", erläutert Helgard Anding. In diesem Zusammenhang verweist die Verbandschefin darauf, dass auch der Arbeitgeber mitspielen muss. Weil es häufig vorkommt, dass die Termine der Wurstkönigin in deren Arbeitszeit fallen. "Deswegen frage ich auch immer in den Betrieben nach, ob sie bereit sind, ihre Mitarbeiter dafür freizustellen", erklärt Anding.

 

In der Altenburger Fleischerei jedenfalls musste sie da wenig Überzeugungsarbeit leisten. "Es ist ja auch schön für die Fleischerei Schellenberg, zwei Jahre lang wird der Name des Betriebs erwähnt, wenn es um die Wurstkönigin geht", erklärt Jenny Hermani selbstbewusst. Noch seien aber nicht viele Anfragen an sie herangetragen worden. Aber das werde noch, weiß Helgard Anding aus Erfahrung.

Jörg Reuter

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