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Altenburg Für Schmetterling & Co.: Altenburger Land erhält neue Naturschutzstation
Region Altenburg Für Schmetterling & Co.: Altenburger Land erhält neue Naturschutzstation
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10:03 12.08.2016
Symbolträchtiger Falter: Doreen Rath, die Stationsmitarbeiterinnen Anne Cziommer und Jana Stank und Umweltministerin Anja Siegesmund (v.l.) präsentieren die Natura 2000-Stationsplakette. Quelle: Mario Jahn
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Grünberg

Hoher Besuch am Donnerstagnachmittag im Ponitzer Ortsteil Grünberg: Landrätin Michaele Sojka (Linke) und Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) waren in das beschauliche Örtchen gereist, um die dortige Natura 2000-Station feierlich zu eröffnen.

Mit der Einrichtung – eine von insgesamt 11 im Freistaat – soll der Naturschutz im Osterland weiter verbessert werden. Insgesamt betreut die Station ab sofort 26 Natura 2000-Gebiete in den Landkreisen Altenburger Land und Greiz sowie um die kreisfreie Stadt Gera.

Prinzipielle Aufgabe der beiden Stations-Mitarbeiter ist es, den Zustand der im Umkreis ausgewiesenen Gebiete auf Entsprechung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union (EU) zu überprüfen. „Dazu werden die Stationsmitarbeiter die entsprechenden Gebiete kartieren und vor Ort die Intaktheit der jeweiligen Ökosysteme kontrollieren – und gegebenenfalls verbessernd eingreifen“, erläuterte Doreen Rath, Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes Altenburger Land.

Funktionierende Ökosysteme seien für den Natur- und insbesondere den Artenschutz unverzichtbar. Als Beispiel benannte Rath den im Gebiet zwischen Altenburg, Gera und Greiz heimischen Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Die Schmetterlingsart, die nach EU-Recht unter strengem Schutz steht, benötige optimale Bedingungen zum Überleben. Neben den Blüten des Großen Wiesenknopfes, die zur Eiablage dienen, benötigt die Raupe auch eine bestimmte Ameisenart, um ihre Verpuppung zu vollziehen.

„Für die Zeit, in der sich die Puppe schließlich entwickelt, ist es wichtig, dass die entsprechenden Flächen nicht gemäht oder anderweitig bewirtschaftet werden“, so Rath. Daher lote man mit den betroffenen Landwirten Möglichkeiten zur falterfreundlichen Bewirtschaftung aus, erklärt sie. Sie sei guter Dinge, dass man Kompromisse finden könne.

Positiv blickte auch Landrätin Sojka auf die Zukunft der Natura 2000-Station. „Die Einweihung ist ein Ausdruck der Wertschätzung für die jahrelange Arbeit des Landschaftspflegeverbandes“, betonte sie in ihrer Rede vor den rund 60 geladenen Gästen. „Nun haben wir hier eine junge und engagierte Truppe zusammen, die zudem weiß, wie man an weitere Fördermittel herankommt.“

Die sind auch nötig, um eine erfolgreiche Arbeit zu ermöglichen. Zwar stehen der Station bis zum Jahr 2020 insgesamt 356 250 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Diese seien allerdings primär zur Deckung von Personal- und Sachkosten vorgesehen, so Doreen Rath. Alle Gelder, die für die einzelnen Projekte benötigt werden, müssten separat eingeworben werden.

Eine wichtige Aufgabe, wie auch Ministerin Siegesmund in ihrer Rede betonte. „Hier im Thüringer Osten liegen einige der schönsten Auen und Feuchtgebiete im Freistaat – diesen natürlichen Lebensraum gilt es zu schützen.“ Mit der Eröffnung der Station sei nun ein erster großer Schritt hin zum Erhalt der Biodiversität, zu Arten- und Landschaftsschutz getan, so die Ministerin weiter. „Wir haben nun die Möglichkeit, hier vor Ort das europäische Schutzgebietsnetz zum Leben zu erwecken.“

Selbst wenn viel Arbeit vor den Mitarbeitern liege, führte Siegesmund zum Ende ihrer Rede aus, umsonst sei ihr Einsatz keinesfalls. „Der größte Gewinner bei der Bewahrung der Naturschätze sind wir Menschen“, unterstrich sie.

Von Bastian Fischer

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