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Für immer jung: City rockt Altenburg beim Jubiläumskonzert

Für immer jung: City rockt Altenburg beim Jubiläumskonzert

Hoch her ging es am Samstagabend im Saal der Altenburger Destillerie. Gleich zwei Bands sorgten für Stimmung und gute Laune. Angesagt war die DDR-Kultband "City", doch auch die Vorband "Zentromer" brachte den Saal zum Kochen.

Altenburg.

 

Die Band, die seit 1976 in den Regionen zwischen Chemnitz, Plauen, Gera und Leipzig zum Tanz aufspielte, verstand es, mit einem Gemisch aus aktueller Musik und Oldies das Publikum mitzureißen und auf die eigentlichen Stars des Abends vorzubereiten.

Doch diese ließen eine ganze Zeit auf sich warten, und schon wurden Rufe laut; da endlich erschienen die fünf nicht mehr ganz jungen Herren auf der Bühne, frenetisch begrüßt vom ganzen Saal. Und brachten es schon nach dem ersten Titel fertig, die Stimmung, die schon ein wenig gesunken war, abermals aufzuheizen.

40 Jahre stehen die fünf Mannen von City bereits auf der Bühne. Begonnen hatte alles 1972 in einem Kulturhaus in Köpenick. Dort spielte die City Rock Band, wie sie ursprünglich hieß, zum ersten Mal zum Jugendtanz auf. Zehn Jahre später pilgerten dann schon zehntausend Fans zum Open-Air-Konzert in den Berliner Plänterwald. City hatte sich an die Spitze des DDR-Rocks gespielt.

Mit dem Titel "Am Fenster" war ihnen 1977 der Durchbruch gelungen. Und wie das so manches Mal bei international bekannten Künstlern ist, auch mit ein wenig Glück. Denn "Amiga" wollte ursprünglich den Titel nicht haben. "Zu lang" und "eine Geige passe nicht zu Rockmusik", so der damalige Kommentar der DDR-Plattenfirma. Erst als der Titel live im Rundfunk eingespielt wurde, avancierte er zum Hit. Seitdem wurde er millionenfach weltweit verkauft.

Die DDR-Rockband wurde international bekannt, überzeugte mit weiteren Titeln wie "Der King vom Prenzlauer Berg", "Casablanca", "Wand an Wand" oder dem Sehnsuchtslied der DDR-Jugend "Flieg ich durch die Welt".

Und in diesem Jahr feiern die fünf Musiker gemeinsam mit ihren Fans in Ost und West ihr 40-jähriges Bestehen. City ist nicht nur eine Band, sondern auch Kulturgeschichte. Sie verstehen sich als geduldete Opposition - damals wie heute. Der unverwechselbare Sound und die Botschaft der Texte haben über die Zeit nichts an Vitalität und Kraft eingebüßt, wie man auch unschwer auf der neuen CD "Für immer jung" hören kann. Das neue Album ist eine City-typische Mischung aus Gesellschaftskritik und melodiösen Liebesliedern.

Ob City am Samstagabend in der Destille neue Songs aus dem aktuellen Album oder eigene Oldies spielte: Jedes Lied sang das Publikum begeistert mit, klatschte im Rhythmus oder schwenkte die Arme im Takt. Toni Krahls Stimme klingt noch immer heiser-rauchig; Schlagzeuger Klaus Selmke trommelt nach wie vor auf dem Boden sitzend; Fritz Puppel lebt seine Leidenschaft für scheußlich-schöne Cowboyhüte aus; Manfred Hennig agiert ruhig im Hintergrund am Keyboard, und das Geigenspiel vor Georgi Gogow klingt nach wie vor unverändert sehnsuchtsvoll - das alles gibt der Band das Besondere, das Unverwechselbare. Disziplin, Ausdauer und Zusammenhalt sind eine Erklärung für den andauernden Erfolg der fünf Rockmusiker. Eine weitere liefern sie mit ihrer neuen CD gleich mit: Für immer jung.

Ausdauer mussten allerdings auch die Fans beweisen. Stundenlang harrten sie vor der Bühne aus, feierten erst mit der Vorband und dann mit City stehend bis Mitternacht. Und forderten rufend und klatschend den Titel ein, der bis dato noch nicht gespielt worden war: "Am Fenster".

Gekonnt in Szene gesetzt hatten sich die fünf Musiker bereits von Fans und Gästen verabschiedet und die Bühne verlassen und tauchten erst nach langen Rufen und Klatschen wieder auf. Und dann spielten sie ihn, den lang ersehnten Titel. Nur in Kurzform, aber eindrucksvoll und faszinierend Gogows Geigenspiel, das die Fans am liebsten immer und immer wieder gehört hätten.

Ein wenig mutete das Ambiente wie das Oktoberfest in Kleinformat an. Dennoch ist es anerkennenswert, dass es den Organisatoren gelungen ist, City auf ihrer Jubiläumstour nach Altenburg zu holen. Denn die Band gehört nach wie vor zu den Rockgrößen in Ost und West. Sowohl auf, als auch vor der Bühne herrschten so viel Spaß und Lebenslust, dass es ein wahres Glück war, mit dabei sein zu können, zur großen Fangemeinde dazuzugehören.

Margitta Tittel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis Sonntagabend, als Anne Kessler den jungen Hitler mimte und in Gestik und Sprachduktus eine noch bessere, grausige Kopie dieses perfiden, narzisstisch gestörten Charakters schuf. Eine grandiose schauspielerische Leistung, die den Zuschauer vom ersten Augenblick mit sich riss.

Regelmäßig blieb einem freilich das Lachen im Halse stecken ob der Anspielungen auf die folgende reale Katastrophe. So, als Hitler zum als Frauenfigur inszenierten Tod meinte: "Meine Gnädigste, seien sie gewiss, ich werde sie nicht enttäuschen!" Das war dann schon schwer zu verkraften.

Die Frage, ob man das darf, stellt sich in einer demokratischen, aufgeklärten Gesellschaft meines Erachtens nicht mehr. Es ist eine künstlerische Facette, eben eine Farce, sich mit diesen schrecklichen geschichtlichen Ereignissen auseinanderzusetzen.

Gleichermaßen genial wie das von Anne Kessler war das Spiel von Nora Undine Jahn als Gretchen, die die jugendliche Unschuld spielte, welche später von der Nazi-Ideologie verführt wurde. Ihr grandioses Können, das Naiv-Kindliche zu verkörpern, und ein guter Beleuchter sorgten dafür, dass die dramaturgische Idee, die Rolle überwiegend hüllenlos anzulegen, in Nichts anderes abglitt.

Ich wünsche dem Stück ständig ein volles Haus wie zur Premiere, und dass viel diskutiert wird. Dass Lehrer es besuchen und ihren Schülern davon begeistert erzählen. Dass Kreisräte sehen, dass sie mit ihrer dem Theater zugewandten Entscheidung auf dem letzten Sonderkreistag am 28. September trotz aller finanzieller Probleme alles richtig gemacht haben.

Gut fand ich den Altersdurchschnitt bei der Premiere. Als Baujahr 64 gehörte ich zu den Ältesten, viele waren weit jünger. Das macht Hoffnung.

Birgit Seiler, Schmölln

 

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