Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Fulminanter Auftakt: Philharmonisches Orchester und Bernd Glemser begeistern

Fulminanter Auftakt: Philharmonisches Orchester und Bernd Glemser begeistern

Mit Recht hebt sich dieses Jahr das erste Philharmonische Konzert von den nachfolgenden Aufführungen ab: Der Auftakt zur neuen Konzertsaison wurde fulminant gestaltet.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Manfred Hainich

Mit einer klaren, kräftigen und nach vorn treibenden Gestaltung der Ouvertüre reißen Jens Troester und das Philharmonische Orchester das Publikum in das musikalische Geschehen, das im ersten Konzertteil in Peter Tschaikowskis 1. Klavierkonzert kulminiert. Brillant, vital und mitreißend erklingt die Ouvertüre zu Michail Glinkas Oper "Ruslan und Ludmila" am Freitagabend. Und dann folgt das Klavierkonzert, das Pianist Bernd Glemser und der kommissarische Generalmusikdirektor Troester epischer als gewohnt angehen. Trotzdem verlieren sie den Blick für die musikalischen Strukturen und die Zusammenhänge innerhalb und über die Sätze hinweg nicht.

Mit makelloser Präzision agieren Orchester und der Solist, wobei das unbegrenzte technische Vermögen Bernd Glemsers die absolute Interpretation dieses wohl bekanntesten Klavierkonzertes sichert. Ganz langer und starker Beifall für ein außergewöhnliches musikalisches Ereignis gilt vor allem ihm, der nun zum dritten Male hier gastiert. Fast hätte man "Bravo" rufen können, aber das Altenburger Publikum ringt sich diesen Jubelausruf nicht ab.

Nach der Pause erklingt die Asrael-Sinfonie des tschechischen Komponisten Josef Suk, Schwiegersohn von Antonin Dvorak. Dieses pompöse Werk in fünf Sätzen ist die notwendige Trauerarbeit des Komponisten nach dem doppelten Verlust von Schwiegervater und Ehefrau innerhalb kurzer Zeit. Schmerz über den Verlust und Sehnsucht nach dem Verlorenen prägen diese Musik. Selten hat ein Philharmonisches Konzert einen stilistischen und stimmungsmäßigen Bruch erlitten wie dieses. Denn die Trauermusik passt kaum zum Thema "himmelhoch jauchzend -".

Mit einem ähnlich bekannten Werk wie im ersten Programmteil hätte ein durchgängig publikumswirksames Konzert gestaltet werden können. Beethovens 7. Sinfonie, die im nächsten Konzert dargeboten wird, oder Tschaikowskis "Capriccio italien" hätten sich besser angeboten. Suks Trauersinfonie hingegen hätte gut zum nächsten Philharmonischen Konzert unmittelbar nach dem Volkstrauertag gepasst.

Suks Werk ist stilistisch schlecht festzulegen, aber birgt trotz mancher Klanggewalt eine große emotionale Tiefe in sich. Es ist für jedes Orchester schwierig, diese voll auszuloten und in die psychische Gemütslage des Komponisten voll und ganz einzudringen. Trotzdem gelingen Troester und dem Orchester eine insgesamt klar gegliederte und auch vom Klangbild überzeugende Interpretation. Sie werden der Monumentalität und Komplexität dieser Sinfonie voll gerecht, gestalten die weiten Bögen und das manchmal jähe Umschlagen des musikalischen Charakters souverän. Besonders die tiefen Streicher und die Blechbläser agieren klangstark. Schön gelungen ist der letzte Satz, in dem sich Suk schließlich zum Dur durchringt und sein Werk choralartig leise und wunderschön in den Blechbläsern ausklingen lässt.

Der starke und nicht enden wollende Beifall gilt voll und ganz der überzeugenden Leistung von Orchester und Dirigenten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr