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Fußball-Legende Uwe Rösler kehrt in seine Heimat zurück

Fußball-Legende Uwe Rösler kehrt in seine Heimat zurück

Wie viele Hände er am Sonnabend schütteln musste, wird Uwe Rösler nicht mitgezählt haben. Auf jeden Fall war der Abstecher seines FC Brentford nach Meuselwitz Heimaturlaub pur.

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ZFC-Trainer Holm Pinder begrüßt Brentfords Coach Uwe Rösler (r.) vor dem Testspiel des englischen Drittligisten in der Meuselwitzer Bluechip-Arena.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Von Jörg Wolf

Bei Traktor Starkenberg erlernte Rösler das Fußballhandwerk. Nur zu gut erinnert sich Frieder Wittmann daran, wie der kleine Uwe in der Schule Posa entdeckt wurde. "Er war ein ziemlich Kleiner", erzählt Wittmann, der damals das Trainingszentrum der Volleyballer betreute und bei den Fußballern mithalf. "Aber er hat sich durchgebissen, obwohl er vieles hart erarbeiten musste."

Uwe Rösler selber genoss die wenigen Stunden in seiner Heimat sichtlich. Natürlich reiste seine Mutter zum gemütlichen Käffchen mit dem Sohnemann in die Bluechip-Arena. Und immer wieder diese freudigen Begrüßungen: "Uwe, grüß dich, wie geht's dir, was machst du so?" Und manches Foto mit dem so bodenständigen Fußballstar wurde selbstverständlich auch geschossen. "Schön, wieder mal in der Heimat zu sein", meint der 43-Jährige, der gemeinsam mit seiner norwegischen Ehefrau in London lebt und seit vergangenem Jahr den Drittligisten FC Brentford trainiert.

Zustande gekommen war das Gastspiel der Briten an der Schnauder durch eine alte Sportlerfreundschaft. ZFC-Trainer Holm Pinder spielte mit Uwe Rösler einst bei Chemie Leipzig zusammen. "Das Telefon hat geklingelt, ich habe abgenommen und am anderen Ende war Uwe dran. Da war er wieder, dieser Spirit aus alten Tagen", plaudert Pinder. Das Spiel zu vereinbaren, sei dann eher eine Formalie gewesen.

Die beiden waren sich rasch einig. Immerhin hatte mit Matthias Weis im Hintergrund eine andere Chemie-Legende den Besuch des FC Brentford in Deutschland mit vorbereitet. "Antrittsgelder haben wir überhaupt nicht zu zahlen. Wir als Verein müssen nur Mannschaft und Betreuer mit unserem Bus aus Leipzig abholen und dann weiter nach Bad Blankenburg bringen, wo Brentford ein Trainingslager absolviert", erzählt Pinder.

Dann war er mit seinem alten Kumpel allein. Und es wurde sicher manche Episode anno 1989 ausgetauscht: "Wir haben uns schon damals super verstanden und sind auch ab und an mal durch Leipzig gezogen." Das lag sicher auch am ähnlichen Anreiseweg in die Messestadt. "Der Uwe kam aus Starkenberg, Dirk Pitzner aus Schmölln und ich aus Kohren-Sahlis. Da sind wir oft gemeinsam nach Leipzig gefahren." Damals sei Uwe Rösler nur "Fisch" gerufen worden, erinnert sich Pinder. "Wir waren noch junge Kerle und die gestandenen Spieler wie Matthias Weis oder Hansi Leitzke haben uns manche Story aufgetischt. Und der Uwe saß mit offenem Mund da - wie ein Karpfen halt - und hat gelauscht."

Heute, 23 Jahre später, ist es Rösler, der viel erzählen kann. Mit Magdeburg kickte er in der DDR-Oberliga, in Dresden und Kaiserslautern erlebte er die Bundesliga und dann die Premier League bei Manchester City, dem heutigen englischen Meister. "Eine tolle Zeit", sagt Rösler. Ein Krebsleiden beendete seine Spielerlaufbahn. Wieder gesund, lud City den gebürtigen Altenburger ins neu gebaute Stadion. 48 000 Fans begrüßten den Deutschen mit Standing Ovations. Als Trainer zog es ihn nun, nach acht Jahren in Norwegen, wieder nach England. Beim FC Brentford aus der Football League One (3. Liga) unterschrieb er einen Zweijahresvertrag.

Dass sein Team nur zu einem 1:1 in Meuselwitz kam, "ärgert mich unheimlich", sagt Rösler nach dem späten Ausgleichstreffer. "Wir hätten hoch gewinnen müssen." Doch wenn man den Gegner unterschätzt, "kriegst du die Quittung". Brentfords Saisonauftakt ist am 18. August beim Bury FC. Als Saisonziel für den Verein aus dem Nordwesten Londons peilt Rösler den sechsten Platz an. Zeit, olympische Wettbewerbe zu erleben, habe er nicht. "Ich habe einen Job zu erledigen." Dass die Spiele in London sind, wird er aber sicher merken. "Alles ist verstopft", und es kostet ihn mehr Zeit, in den Griffin Park zu kommen - seine neue fußballerische Heimat.

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