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Altenburg Gala ohne Sektlaune
Region Altenburg Gala ohne Sektlaune
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20:30 17.09.2012

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Von Ellen Paul

"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen", bemüht der neue Schauspieldirektor Bernhard Stengele, der gemeinsam mit dem Intendanten Kay Kuntze die Gala moderiert, gleich zu Beginn keinen Geringeren als den alten Geheimrat Goethe. Und genau darin liegt das ganz große Plus dieser Veranstaltung. Von Schauspielern und Sängern über Tänzer und Puppenspieler bis hin zu den Musikern haben Vertreter aller Sparten Gelegenheit, sich zu präsentieren und zugleich auf das Angebot der Spielzeit neugierig zu machen.

Und das ist tatsächlich vielfältig. Wobei es mit dem Teufel zugehen müsste, wenn das Musical "Chess" (Schach) aus der Feder der beiden Abba-Jungs Björn und Benny nicht der neue Kassenschlager wird. Zumindest für die Premiere am 7. Oktober in Altenburg sind nur noch wenige Restkarten zu haben. Ein wie immer stimmgewaltiger Opernchor gibt am Sonntag mit einer nicht minder stimmgewaltigen Schauspielerin (!) Vanessa Rose und dem Gast Anne-Mette Riis schon mal eine Kostprobe.

Das macht Laune, genauso wie die eigens für die Gala von Schauspielkapellmeister Olav Kröger komponierte Motette zum neuen Stück "Kasimir und Karoline", in der sich Musik von Led Zeppelin bis City wiederfindet und für die das Schauspielensemble die ersten Bravos des Abends einheimst.

Über solche darf sich später auch ihr neuer Chef Bernhard Stengele freuen. Aus dem Allgäu nach Ostthüringen gekommen macht der 48-jährige Neu-Altenburger kein Hehl daraus, beides sein zu wollen - Direktor und Schauspieler. Wer seine kongeniale Interpretation vom "Fliegenden Robert" aus dem Struwelpeter vorgestern erlebt hat, weiß, dass er den Stengeleschen Balladen-Abend nicht verpassen sollte. Premiere in Altenburg am 28. Oktober.

Leider wird nicht allen Neuen im Ensemble in der Gala eine solche Gelegenheit eingeräumt, ihr Können unter Beweis zustellen. Die aus den USA stammende Koloratursopranistin Katie Bolding beispielsweise, die gleich bei ihrem ersten Auftritt in Altenburg zum Eröffnungskonzert des Denkmaltages vom Publikum frenetisch gefeiert wurde, wird am Sonntag fast gar nicht richtig wahrgenommen. Auch der Bariton Johannes Beck bleibt mit einer Arie aus "Lady Macbeth von Mzensk" unter seinen Möglichkeiten.

Das ist die Krux eines Programms, das sich ausschließlich am Angebot der Spielzeit orientiert und dabei auf das zurückgreift, was schon einigermaßen geprobt ist und sitzt. Und das sind nicht unbedingt die Zugpferde einer Produktion. So geraten die Nummern am Sonntag mehrfach zu lang, mitunter für eine spritzige Gala auch zu langatmig - so löblich die neue "Theaterfeuerwehr" der Puppenspieler auch ist, die Lehrer anrufen können, wenn's in der Schule beispielsweise beim Thema Mobbing "brennt". Gänzlich überzogen, weil Nerven strapazierend, ist die "Fuge aus der Geografie" des Schauspielensembles. Manchmal ist - in Abwandlung von Goethe - weniger eben doch mehr.

Das ungewöhnliche Moderatoren-Duo Kuntze/Stengele indes hat seine Feuertaufe bestanden, wiewohl dem Theaterchef die ungewöhnliche Aufgabe weit weniger locker von der Hand geht als seinem in Auftritten geübten Schauspielchef. Die Gags sind passend und amüsant, lediglich das Abdriften ins Kindertheater mit dem gemeinschaftlichen Rufen nach der Hexe Hillary hätte man sich sparen können.

Das Publikum, das zahlenmäßig in Altenburg leider deutlich unter den Erwartungen eines proppenvollen Hauses liegt, spart zum Schluss indes nicht mit langem und herzlichen Applaus und geht - wie es schon Goethe im Faust vorhersagt - zufrieden aus dem Haus. Euphorisiert, sektlaunig, angesteckt wiederzukommen wäre angesichts der aktuellen Situation freilich besser gewesen.

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