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Altenburg Garten-Verband tagt in Altenburg
Region Altenburg Garten-Verband tagt in Altenburg
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20:29 29.05.2015

Die im Festsaal der Altenburger Brauerei anstehenden Neuwahlen des Vorstandes für den 1560 Mitgliedsvereine und 66000 Mitglieder umfassenden Dachverband um Präsident Rainer Merkel dürften eher zu einer Formalie werden. Bis zum Stand am Freitag war für keinen Posten ein Gegenkandidat bekannt. "Und aus zahlreichen Regionalverbänden haben wir bereits die Nachricht erhalten, dass sie mit uns weitermachen wollen", sagte Merkel vorab auf einer Pressekonferenz.

Brisante Themen hat der Verbandstag aber dennoch reichlich. Wohl die größte Herausforderung, die auch vor Thüringens Kleingärtnern liegt, ist die Bewältigung des zunehmenden Leerstandes von Parzellen, weil es eben historisch bedingt ein großes Überangebot an Kleingärten gibt. "Dies aber allein auf den sicher auch greifenden demografischen Wandel abzuschieben, wäre zu kurz gedacht", sagte Merkel. Vielmehr sei es an der Zeit, das Kleingartenwesen trotz aller gesetzlichen Reglementierungen attraktiver und damit fit für die Zukunft zu machen. "Dazu zählt, dass es ein geordnetes Leerstandsmanagement gibt, mit dem Sparten ohne sichtbare Perspektive Schritt für Schritt geräumt und aufgegeben werden", erklärte der Rechtsanwalt.

In Altenburg sei man auf diesem Weg bereits einige Schritte weiter. "Hier gibt es seit einigen Jahren eine Grundsatzvereinbarung zwischen der Stadt und dem hiesigen Regionalverband. Der Verband überprüft alle Sparten, ob sie eine Zukunft haben und damit förderwürdig sind. Im Gegenzug reicht die Stadt alle Pachteinnahmen als Fördermittel aus, um solche Vereine mit Zukunft zu fördern. Damit nimmt Altenburg eine Vorreiterrolle im gesamten Freistaat ein. Diese Zusammenarbeit ist ein Novum und das Musterbeispiel", lobte Merkel.

Zwar sei die Wahl auf Altenburg als Tagungsort nicht vordergründig wegen dieses herausragenden Engagements gefallen. "Vielmehr versuchen wir diese wichtige Tagung immer wechselseitig in die Regionen Nord-, West-, Süd- und Ostthüringen zu legen - und diesmal war der Osten Thüringens dran. Aber den Ausschlag bei der konkreten Stadt gab dann auch dieses Engagement", erklärte Merkel.

Dass mittlerweile das Kleingartenwesen auch in der Politik an Gewicht gewonnen hat, zeige die Tatsache, dass mit Bodo Ramelow (Linke) erstmals ein Thüringer Ministerpräsident in der 25-jährigen Geschichte des Landesverbandes an einem Verbandstag teilnimmt.

Mit der Regierung in Erfurt steht der Landesverband übrigens derzeit in intensiven Verhandlungen. Denn in dem Prozess der geordneten Entwicklung des Kleingartenwesens existieren derzeit auch Anlagen, die aufgegeben und zurückgebaut werden müssen. "Wir bemühen uns, dass für die Finanzierung solcher Rückbaumaßnahmen auch Förderprogramme greifen können, um die Betroffenen vor Ort zu entlasten", erklärte Präsident Merkel. Und die Verhandlungen sehen sehr gut aus. "Wir haben bislang von allen Seiten Unterstützung zugesagt bekommen, dass Kleingärten in solche Programme ab 2016 aufgenommen werden." Und für das dann anstehende Pilotprojekt habe man Altenburg vorgesehen.

Jörg Wolf

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