Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Gasverpuffung bei Schweißarbeiten verletzt in Schmölln drei Männer schwer
Region Altenburg Gasverpuffung bei Schweißarbeiten verletzt in Schmölln drei Männer schwer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:36 18.10.2017
In dieser Grube am Rande des Gewerbegebietes arbeiteten die Männer sowohl an Plastik- als auch als Metallrohren. Dabei kam es zu einer Verpuffung. Quelle: Jens Rosenkranz
Anzeige
Schmölln

Ein leichter, aber deutlich vernehmbarer Gasgeruch schwebt in der Luft am Rande von Nitzschka. Verlassen liegt eine Baugrube da, nur notdürftig mit einigen Gitterzäunen und einem Laster abgesperrt. Eine verkohlte Kabeltrommel, verbrannte Büsche und angesengte Rohre zeugen noch von jenem schweren Unfall, der sich am Dienstag kurz nach 15.30 Uhr in jenem Schmöllner Gewerbegebiet ereignet hat.

„Am Anfang war da ein lautes, merkwürdiges Zischen, so als würde Luft mit viel Druck aus einem Rohr entweichen“, erinnert sich ein Mitarbeiter eines Baustoffhandels, der sich etwa 150 Meter weit von der Unfallstelle befindet. „Ein lauter Knall oder eine Explosion war nicht zu hören.“

Herausströmendes Gas hatte sich vermutlich bei Schweißarbeiten entzündet und drei Männern in Sekundenschnelle schwere Verbrennungen zugefügt. Nur wenige Minuten später traf die Schmöllner Feuerwehr ein, die das Feuer löschte, kurz darauf die örtliche Wehr aus Nitzschka, die ersten Rettungsfahrzeuge und die Notärzte. Im Laufe des Einsatzes riegelten schließlich fünf Polizeifahrzeuge die Unglücksstelle ab. Zwei jeweils aus Gera und aus Zwickau eintreffende Rettungshubschrauber transportierten zwei Verletzte ab, nachdem sie notärztlich versorgt wurden, der dritte Mann wurde mit einem Fahrzeug in eine Klinik gebracht.

Die betreffende Gasleitung gehört den Thüringer Energienetzen (TEN). Der regionale Verteilnetzbetreiber in Thüringen mit Sitz in Erfurt hatte eine Fremdfirma aus Mittelthüringen damit beauftragt, Wartungsarbeiten an einer Mitteldruckleitung durchzuführen und einen Absperrschieber zu installieren.

TEN-Sprecher Martin Schreiber sprach gegenüber der OVZ von einem sehr schweren, aber auch sehr seltenen Unfall, der sein Unternehmen sehr betroffen macht. Seinen Informationen zufolge sei so etwas in der Firma noch nie passiert. Zum Unglückshergang könnten zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen getroffen werden, da die TEN selbst auch nicht ermittelt. Das haben Kriminalpolizei, TÜV und das Amt für Arbeitsschutz übernommen.

In der Baugrube sind sowohl Arbeiten an Plastik- als auch an Metallrohren durchgeführt worden. Für Schreiber sei es deswegen durchaus möglich, aber eben nicht bewiesen, dass möglicherweise Schweißarbeiten die Ursache für den Gasbrand sein könnten. Er schließt jedoch aus, dass es wegen des momentanen Gasgeruchs an der Unglücksstelle noch zum Austritt des gefährlichen Brennstoffs kommt. „Alles ist verschlossen“, betonte Schreiber. Die Gerüche rühren von einem Duftstoff als Warnmittel her, der sich an den herumliegenden offenen Rohren festgesetzt habe. Denn das Erdgas selbst sei geruchlos. Die betreffende Leitung, in der ein Druck von einem Bar vorherrscht, dient der Versorgung von einzelnen Ortschaften.

Die TEN Thüringer Energienetze ist eine Tochterfirma der Thüringer Energie AG, die sich zu 85 Prozent in Besitz der Thüringen Kommunen befindet.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Große Freude in Heyersdorf: Die Opitz-Orgel in der Dorfkirche wurde von der Stiftung Orgelklang zur „Orgel des Monats“ gekürt. Das damit verbundene Fördergeld kommt der derzeit laufenden Sanierung des Klangkörpers zu Gute. Und die biegt derzeit auf die Zielgerade ein.

18.10.2017

Das Landgericht Gera hat die Berufung eines betrügerischen Altenburger Anwalts zurückgewiesen. Wie schon das Amtsgericht sah es am Dienstag auch die 5. Strafkammer als erwiesen an, dass der Mittvierziger mindestens einem Mandanten 20 000 Euro veruntreut hat. Mehr noch: Richter Gerhard Rassier erhöhte die Freiheitsstrafe auf ein Jahr und vier Monate.

07.03.2018

Seit knapp zwei Wochen ist sie im Dienst. Ausgerechnet in der Urlaubswoche von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) nahm seine neue persönliche Referentin Katharina Schenk ihre Arbeit auf. Wie die OVZ exklusiv berichtete, fungiert die 29-Jährige seit 4. Oktober als rechte Hand des Stadtoberhaupts und freut sich auf die neue Herausforderung.

18.10.2017
Anzeige