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Gebäude-Sanierung abgeschlossen: Altenburg bekommt Party-Location

Johannisgraben 3 Gebäude-Sanierung abgeschlossen: Altenburg bekommt Party-Location

Die in Regie des Vereins New Generation laufende Sanierung des Gebäudes Johannisgraben 3 ist abgeschlossen. Der Verein will ab kommendem Jahr dort eine öffentliche Club-Location für junge Leute betreiben. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) würdigte die Investition als großartige Leistung, die durch den Einsatz öffentlicher Mittel möglich wurde.

Das Herzstück des Hauses Johannisgraben 3: In dem sanierten Saal des künftigen Jugendhauses soll es Konzerte und Partys geben.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Als er zum ersten Mal davon hörte, war Michael Wolf skeptisch. Als „ein bisschen utopisch“ beurteilte Altenburgs SPD-Oberbürgermeister die Pläne des christlichen Vereins New Generation aus Chemnitz, das Haus im Johannisgraben 3a kaufen, sanieren und als Jugendzentrum betreiben zu wollen. Das war 2011. Sechs Jahre später steht der Rathaus-Chef in dem fast fertigen Gebäude, das früher von der Baptistengemeinde und als Jugendkunstschule genutzt wurde, und staunt.

„Das Ergebnis ist beeindruckend“, sagt Wolf beim Blick in den in Grautönen gehaltenen Saal, der über eine Empore verfügt. „Es vermutet keiner, dass sich in so einem Haus so ein Raum befindet.“ 100 Leute sollen hier einmal Platz finden und sich bei Konzerten und Partys mit DJs amüsieren. Bis dahin werde es allerdings noch etwas dauern, erklärt der New-Generation-Vereinsvorsitzende Tilo Reichold. „Dafür brauchen wir noch die Beschallung, eine Bar, müssen etwas vor die Fenster hängen, damit Stimmung aufkommt, und etwas für die Akustik tun.“

Nach jahrelanger (Vor-)Arbeit und rund 15-monatiger reiner Sanierungszeit will der Verein sein Jugendzentrum an der Ecke Gerhard-Altenbourg-Straße/Johannisgraben nun Schritt für Schritt eröffnen. „Als erstes kommt im Keller ein kleiner Clubraum mit ein paar Sofas, Kicker und eine Bar“, so Reichold. Das passiere Anfang 2018. Außer diesem und dem Saal als Herzstück verfügt das Haus unter anderem noch über einen trennbaren Beratungsraum samt Küche im Erdgeschoss und zwei Wohnungen unterm Dach. Letztere bieten einen beeindruckenden Panoramablick über die Skatstadt und sollen zeitnah genutzt werden. Eine für einen Mitarbeiter des Vereins, der als Hausmeister fungiert, und die zweite für eine Wohngemeinschaft junger Leute.

„Ohne Städtebauförderung wäre es ein Jahrhundertprojekt geworden“, sagt Reichold zufrieden angesichts von rund 650 000 Euro Fördermitteln, die in die gut eine Million Euro teure Sanierung flossen. Während sich Stadt, Land und Bund die Fördersumme zu je einem Drittel teilten, besorgte der Verein die übrigen 350 000 Euro. Die stammen laut Vereinschef aus Privatspenden von über 1000 Leuten aus dem gesamten Bundesgebiet und Sponsoring. „Es sind viele, die uns mit zum Teil kleinen Summen unterstützen“, erklärt Reichold. „Das ist über 21 Jahre gewachsen.“

Letztlich funktioniere solch ein Projekt, von dem New Generation unter anderem bereits eines in einem alten Kino in Chemnitz umgesetzt hat, „mit Menschen, die sich engagieren und die Sache mit dem Herzen tragen“, sagt Vereinsvize Dirk Strobel. Dazu gehören etwa Rebekka und Torsten Weiß. War die gebürtige Chemnitzerin doch eine der ersten Jugendlichen unter den Fittichen von New Generation und sang in einer vom Ex-Profi-Musiker Reichold betreuten christlichen Band. Als sie der Liebe wegen nach Altenburg zog, suchte und fand sie das Haus und engagierte sich mit ihrem Mann für die Sanierung. Reiner Zufall, dass das Ehepaar inzwischen nach Lödla gezogen ist.

„Altenburg ist eine schöne Stadt, aber hier braucht es noch mehr für junge Leute“, bringt Reichold die Motivation des Vereinsengagements auf den Punkt. Dem stimmt der OB vorbehaltlos zu. „Es ist eine gute Bereicherung, obwohl es nicht einfach war, über 200 000 Euro aus dem Stadtsäckel locker zu machen“, so Wolf. Nun sieht er das Projekt nicht mehr als utopisch an, sondern „als kleines Beispiel, dass wir auch etwas für die Jugend tun“.

Von Thomas Haegeler

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