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Altenburg Gebhard Berger wirbt im Theaterprogramm – aber nur kurz
Region Altenburg Gebhard Berger wirbt im Theaterprogramm – aber nur kurz
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09:37 17.06.2017
Diesen Beweis für die Berger-Anzeige schickte der OVZ-Leser an die Redaktion. Quelle: Ronny Ziegler
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Altenburg

Interessierte Theatergänger trauten dieser Tage ihren Augen nicht. Im Online-Spielplan des Altenburg-Geraer-Theater fand sich für einige Zeit – inzwischen ist sie wieder entfernt – neben der Ankündigung des 5. Kammerkonzerts am 25. Juni eine Anzeige des Altenburger Augenoptikers Gebhard Berger. Allein das sorgte auf Facebook schon für gehörig Spott, denn die langjährige Zusammenarbeit mit Berger als Sponsor des Theaters war nach dessen verbalen Angriffen gegen Landrätin Michaele Sojka (Linke) und seinen sonstigen Meinungsäußerungen in der Hochzeit der Flüchtlingskrise aufgekündigt worden.

Doch es war zudem ausgerechnet noch die Anzeige „Zeit, sich zu bewaffnen“, für die Berger vom Deutschen Werberat öffentlich kritisiert wurde. „Ich bin außer mir! Was ist das für eine Schmierenkomödie?“, entrüstete sich Ronny Ziegler aus Rositz in einer E-Mail an unsere Redaktion. „Zuerst hauen sich Berger und Sojka und das Theater die Köpfe ein, aber sobald es ums Geld geht, spielen Moral und gesellschaftliche Grundwerte keine Rolle mehr. Oder wie kommt es, dass plötzlich diese Werbung von diesem Augenoptiker auf dem Spielplan des Theaters Altenburg auftaucht?“

In einer Anfrage an die Theaterleitung wollte die OVZ deshalb wissen: Wer hat entschieden, dass diese Werbung dort veröffentlicht wird? Warum ausgerechnet diese Anzeige? Gibt es neue Werbeverträge mit Gebhard Berger? Der kaufmännische Geschäftsführer des Altenburg-Geraer Theaters, Volker Arnold, teilte daraufhin lediglich mit: „Die Webseite des Theaters wird werbemäßig nicht von uns, sondern von einer Fremdfirma verwaltet. Nachdem wir auf die Werbung aufmerksam gemacht wurden, haben wir diese natürlich umgehend entfernen lassen.“

Dies kann nun wiederum Berger nicht verstehen. Die konkrete Initiative für die Anzeigen-Aktion ging von der Agentur Apikula GmbH mit Sitz im hessischen Heppenheim aus, sagte er auf Nachfrage. Die Internet-Experten hätten ihn am 9. Mai in einer E-Mail aktiv um seine finanzielle Hilfe gebeten: „Theater & Philharmonie Thüringen erfahren derzeit eine Aktualisierung des Internetauftritts“, so die Erklärung in dem Schreiben, das der OVZ vorliegt. Und weiter: Mit Hilfe engagierter Unternehmen sei es möglich, mit einem modernen Internetauftritt den steigenden mobilen Anwendungen besser gerecht zu werden. „Dafür brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung! Über eine Partnerschaft mit Ihnen würden wir uns außerordentlich freuen und garantieren, Ihre Logo-Präsenz wird von vielen Kulturfreunden in Thüringen sehr positiv wahrgenommen“, schließt der Text. Am 16. Mai antwortete Berger, dass er sich für eine Anzeigen-Variante im Kostenumfang von 1250 Euro pro Jahr entscheide, wofür sich ein Apikula-Mitarbeiter wiederum am 3. Juni bedankte.

Dass der Werbeauftritt schließlich wieder entfernt wurde, macht Berger sprachlos. Offenbar werde das Sponsoring beim Theater nach den Kriterien der politischen Korrektheit vorgenommen, sagte der Optiker, der allerdings noch kein Geld überwiesen hat, der OVZ. Er könne sich vorstellen, dass dies auch mit dem Boykott-Aufruf durch einen Sprecher des Bürgerforums zusammenhänge, den er selbst aber nicht teile. Er sei für Dialog statt für Ausgrenzung, sagte Berger.

Von Ellen Paul und Jens Rosenkranz

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