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Gefährlicher Blick zur Sonnenfinsternis:Schulen und Kitas setzen auf Belehrung

Gefährlicher Blick zur Sonnenfinsternis:Schulen und Kitas setzen auf Belehrung

Fast jeder kann sich noch an die totale Sonnenfinsternis 1999 erinnern: Wochenlang bereiteten sich die Menschen darauf vor, in Schulen wurde das Thema intensiv behandelt, die Schutzbrillen gab es vielerorts gratis.

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Dieses Jahr sieht das anders aus: Manch einer hat noch gar nichts davon gehört, dass sich am Freitag der Mond zumindest über einen großen Teil der Sonne schiebt. Schutzbrillen sind bei vielen Optikern im Landkreis nicht oder nicht mehr im Sortiment, wie stichprobenartige Nachfragen in den Geschäften ergaben. Und auch in Schulen und Kindergärten hieß es auf OVZ-Nachfrage größtenteils: "Etwas Besonderes ist nicht geplant. Je nach Wetter belehren wir die Kinder."

 

Von dem hängt es natürlich ab, ob sich die partielle Sonnenfinsternis beobachten lässt. Für das Altenburger Land ist am Freitag leichte Bewölkung angekündigt. Damit stehen die Chancen nicht schlecht, dass Interessierte das Naturereignis, das in und um Altenburg etwa 9.30 Uhr beginnt und gegen 12 Uhr endet, verfolgen können. "Allerdings ist Vorsicht geboten. Ohne Schutzbrille sollte man auf gar keinen Fall in die Sonne schauen", sagt Antje Priem von der Altenburger Fielmann-Filiale. "Auch eine sehr dunkle Sonnenbrille reicht nicht aus."

 

Ihr Berufskollege Lutz Zimmerling, Geschäftsführer des gleichnamigen Optik-Geschäfts, erklärt für den Laien die Gefahren: "Denken Sie an Ihren Physikunterricht zurück: Wenn man die Sonnenstrahlen durch eine Lupe auf ein Stück Papier bündelt, fängt dieses an zu brennen. Wenn die Leute nun bei der Sonnenfinsternis direkt in die Sonne schauen, passiert etwas Ähnliches." Die Linse des Auges sei dabei mit der Lupe gleichzusetzen, die Netzhaut mit dem Stück Papier. "Es gibt Verbrennungen auf der Netzhaut", sagt Zimmerling und warnt: "Schon Sekunden reichen aus, um die Augen zu schädigen."

 

Genau deshalb sind auch die Schutzbrillen, die mit einem speziellen Filter nur einen Teil des Lichtes durchlassen, so wichtig. Allerdings ist es dieses Mal besonders schwierig, diese noch zu kaufen. "Bei der totalen Sonnenfinsternis 1999 wurden wir mit Angeboten überschüttet, dieses Mal gab es keine von den Herstellern", sagt Kerstin Böttger, Inhaberin des gleichnamigen Meuselwitzer Augenoptikgeschäfts. Auch bei anderen Optikern sind die Schutzbrillen Mangelware.

 

Wer sich das Naturschauspiel dennoch nicht entgehen lassen möchte: Der Altenburger Astronomieverein "Bernhard Schmidt" lädt am Feldrand hinter dem Buchenring 29 im Südosten Altenburgs zu einer öffentlichen Beobachtung ein. "Bei uns gibt es auch die Möglichkeit, sich die Sonnenfinsternis durch ein Fernrohr anzusehen", sagt Vereinschef Frank Vohla. Zu der Veranstaltung zieht es die Erzieher und Kinder des Awo-Kindergartens "Zwergenland" ebenfalls. "Das wird bei uns eine richtige Exkursion", sagt die stellvertretende Leiterin Jacqueline Greiff. Seit gut drei Wochen bereiten sich ihre Mitarbeiter gemeinsam mit den Kindern auf das himmlische Ereignis vor. Auch Schutzbrillen wurden angeschafft.

 

Mit der intensiven Vorbereitung ist der Kindergarten im Altenburger Land aber einer der wenigen. Wie OVZ-Nachfragen bei mehreren Kitas und Grundschulen zeigen, wurde sich bislang nur wenig Gedanken über den Umgang mit der Sonnenfinsternis gemacht. "Wenn Eltern Schutzbrillen mitbringen, können die Kinder die Sonnenfinsternis draußen beobachten", sagt Bianka Kahnt, Leiterin der Kindertagesstätte "Haus der kleinen Füße" in Nobitz. Ansonsten würde darauf geachtet, dass die Kinder nicht in die Sonne schauen, notfalls die Zeit im Haus verbracht. Ähnlich sieht es an Grundschulen aus: "Wir schauen, wie das Wetter ist, und dann belehren wir entsprechend", sagt Steffen Naundorf, Leiter der Luther-Grundschule in Altenburg. Auch an der Grundschule Platanenstraße setzt Direktorin Annemarie Dobiezynski auf diesen Weg: "Die Sonnenfinsternis hat keinen Einfluss auf den Unterrichtsverlauf. Belehrungen werde ich noch anweisen." Auch beim Schulamt Ostthüringen sieht man nicht die Notwendigkeit, Handlungsanleitungen für die Schulen herauszugeben. "Da setze ich auf die Eigenverantwortlichkeit der Schulen und den gesunden Menschenverstand", so Amtsleiter Berthold Rader.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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