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Gefahrenabwehrkonzept des Kreises zeigt ernste Probleme auf

Gefahrenabwehrkonzept des Kreises zeigt ernste Probleme auf

Zu ernüchternden Erkenntnissen kommen Experten im erstmals erstellten Gefahrenabwehrkonzept des Landkreises: Demnach fehlen in den vier Stützpunktfeuerwehren Personal und Technik.

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Bei der Feuerwehr brennt es. Ein Gefahrenabwehrkonzept listet unterbesetzte Stützpunktwehren und ein überfordertes Führungspersonal auf. Auch veraltete Technik müsste in den nächsten Jahren mit einem Millionen-Aufwand ersetzt werden. Montage: Mario Jahn

Altenburg. Von Jörg Wolf

Wie soll es auch. "Dünne und immer weiter schrumpfende Personaldecken bei den Feuerwehren sind ja ein seit Jahren bekanntes und nicht nur auf das Altenburger Land zutreffendes Phänomen", sagt Kreisbrandinspektor Uwe Engert. "Das ist die allgemeine demografische Entwicklung", fügt er fast resignierend hinzu.

Offensichtlich kapitulierte auch der Kreistag vor dieser Erkenntnis. Denn das umfangreiche Papier, in dem rund anderthalb Jahre Arbeit stecken, wurde vom Parlament im vergangenen Jahr einstimmig und ohne große Diskussion bestätigt.

Der Schwerpunkt bei der Analyse lag auf der Untersuchung der personellen Aufstellung sowie bei der technischen Ausstattung der vier Stützpunktfeuerwehren des Altenburger Landes. Diese befinden sich in Altenburg, Meuselwitz, Schmölln und Langenleuba-Niederhain. Diese Wehren haben im Ernstfall überörtliche Aufgaben, werden zum löschen, retten und bergen auch in Orte außerhalb der eigenen Gemeindegrenzen gerufen.

"Der Gesetzgeber sieht vor, dass personell für jedes Fahrzeug die zwei- bis dreifache Zahl an Personal vorzuhalten ist, um auch rund um die Uhr Ausfälle wegen Arbeit, Urlaub oder Krankheit kompensieren zu können", nennt Engert einen wunden Punkt. "Derzeit schaffen wir im Durchschnitt nur die einfache Besetzung."

Ein Manko, dass zwar nicht flächendeckend zutage tritt und bislang in Sachen Einsatzbereitschaft noch keine gravierenden Probleme bereitete. Aber so ein Fall könne jederzeit eintreten.

Die technische Ausstattung, vor allem mit den vorgeschriebenen Fahrzeugen, bezeichnet Engert derzeit zwar ebenfalls als "gut". Aber beim genaueren Hinschauen klaffen hier erhebliche Lücken oder es sind in den nächsten Jahren die ersten teuren Ersatzbeschaffungen für in die Jahre gekommene Fahrzeuge nötig. Bis 2020 müssen vom Landkreis zehn neue Feuerwehrfahrzeuge beschafft werden. "Der geschätzte Gesamtaufwand beläuft sich auf rund 1,3 Millionen Euro, ausschließlich für die vier Stützpunktfeuerwehren", sagt Engert, der natürlich auch die angespannte Haushaltslage des Kreises kennt.

Doch die Analyse deckt noch eine ganze Reihe weiterer, bislang kaum öffentlich gewordener Probleme auf: So sei eine größere Anzahl von Feuerwehrführungskräften in den Städten und Gemeinden mit der Aufstellung einer eigenen Gefahrenanalyse überfordert, heißt es. Seit Jahren fehle ein für die Nordregion zuständiger Kreisbrandmeister, der im Ernstfall die Leitung von umfangreicheren Einsätzen übernehmen kann.

Auch das seit Jahren vom Landkreis genutzte Katastrophenschutzlager in Priefel erhält von den Experten keine guten Noten. Für die Unterbringung der überörtlichen Ausrüstung sei es "nur wenig geeignet".

 

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