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Altenburg Gefahrgut-Einsatz auf dem Altenburger Markt
Region Altenburg Gefahrgut-Einsatz auf dem Altenburger Markt
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11:51 06.10.2017
Mit viel Gerät rückte die Altenburger Feuerwehr am Donnerstag dem auf dem Markt ausgelaufenen Diesel-Kraftstoff zu Leibe. Quelle: Bastian Fischer
Altenburg

Großeinsatz am Donnerstag auf dem Altenburger Markt: Gegen 10 Uhr hat dort der Fahrer eines Liefer-Lkw beim Rangieren das erst vor wenigen Wochen installierte Schattenspiel übersehen, es bei einer Kollision aus der Verankerung gerissen und schwer beschädigt. Bei dem Unfall riss zudem der Tank des Fahrzeugs, zig Liter Diesel verteilten sich in der Folge auf einer großen Fläche inmitten des Marktes. Bis zum Herbstbauernmarkt, der am Sonnabend stattfindet, soll aber alles wieder verschwunden sein.

„Zwischen 100 und 150 Liter sind nach unseren Schätzungen ausgelaufen“, teilte Einsatzleiter Uwe Scheibe gegenüber der OVZ mit. Ein Teil davon sei bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr von einem Anwohner aufgefangen worden, dem Rest rückten die acht Kameraden mit Sauger und insgesamt sieben Sack Bindemittel zu Leibe. Der so in einem großen Fass zusammengetragene Treibstoff werde nun von einer Spezialfirma entsorgt, erläuterte Scheibe das weitere Vorgehen.

Durch den starken Regen war es indes nicht zu verhindern, dass ein Großteil des Diesels vor dem Abbinden weggespült wurde. „Wir haben festgestellt, dass zwischen 50 und 100 Liter in die Kanalisation gelangt sind“, berichtete Martin Wenzel, Geschäftsführer des Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetriebes Altenburg (Waba). Seine Mitarbeiter hätten umgehend die Kläranlage informiert und auch die Regenüberlaufbecken abgeriegelt, um sicherzustellen, dass kein Treibstoff in die umliegenden Gewässer gelangte. Das sei auch gelungen, lediglich auf der Oberfläche des Regenüberlaufbeckens am Plateau habe sich ein Ölfilm gebildet.

Das bestätigte auch Axel Herrmann von der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes. Man habe sich noch am Mittag vor Ort ein Bild von der Lage gemacht, etwa an mehreren Stellen an der Blauen Flut den Zustand überprüft, aber keine weiteren Verunreinigungen feststellen können. „Eine Gefährdung für Trink- und Grundwasser hat nicht bestanden“, betonte Herrmann. Um den Ölfilm auf dem Regenüberlaufbecken kümmerten sich am Nachmittag die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schmölln. Mit einem sogenannten Skimmer wurde der Treibstoff abgefischt.

Dramatischer gestaltete sich die Lage auf dem Markt: Während am Fahrzeug selbst laut Polizei nur vergleichsweise geringer Sachschaden entstand, ging die Kollision für das Schattenspiel weit weniger glimpflich aus. Die knapp 6000 Euro teure Installation, die als eines von insgesamt vier Spielgeräten seit dem Sommer für Kurzweil auf dem Markt sorgen soll, wurde bei dem Unfall irreparabel beschädigt. Nicht nur das Glas war durch den Aufprall zersplittert, auch der Standfuß wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Zudem wurden die Kugellager zerstört.

„Nach einer ersten Überprüfung müssen wir das Gerät wohl abschreiben“, zeigte sich Robby Tänzer, Dezernent für Soziales und Stadtwirtschaft, sichtlich enttäuscht. Der Schaden werde nun, wie auch alle weiteren Kosten, als Versicherungsfall behandelt. Welche Kosten voraussichtlich auf die Versicherung des Fahrers zukommen, war am Donnerstag noch nicht abschließend festzustellen. Wegen des kaputten Schattenspiels, des Gefahrgut-Einsatzes und des Aufwandes beim Waba dürfte es sich aber locker um eine fünfstellige Summe handeln.

Auch die politische Diskussion um das Schattenspiel, um das vor der Installation unter anderem heftig mit Denkmalschutzbehörde und Hochbau gerungen wurde, flammte im Nachgang des Unfalls wieder auf – zumindest im Internet. „Nicht nur, dass das Schattenspiel vollkommen unnütz ist und den Markt verschandelt. Jetzt wird es auch noch zur Gefahrenquelle“, kommentierte etwa der Altenburger CDU-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Christoph Zippel eine entsprechende Kurzmeldung auf der OVZ-Facebook-Seite. Dass die Sicherheit zu wünschen übrig ließ, hatte die Stadtverwaltung indirekt schon eingestanden. Denn beim Aufstellen des Schattenspiels Mitte August fehlten zunächst die leuchtenden Warnaufkleber. Diese wurden erst einige Tage später angebracht.

Auch im Stadtrat wurde jüngst bereits Unmut über Schattenspiel und Co. laut. So kritisierte CDU-Fraktionschef André Neumann unter anderem, dass Kinder das Gerät nicht bewegen könnten und der Stadtrat nicht in die Auswahl einbezogen wurde. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) verwies dazu auf einen Konsens im Bauausschuss und mit dem Denkmalschutz, sagte aber auch: „Aber wir sind noch nicht fertig.“

Einziger Lichtblick: Der Unfall hat keine Auswirkungen auf den am Sonnabend startenden Bauernmarkt. „Das restliche Auffangmittel wird am Freitag von den Kollegen des Bauhofs beräumt“, teilte Ordnungsamtsleiter Lutz Meyner auf Anfrage mit. „Und auch die noch bestehende Baustelle am Weibermarkt verschwindet noch.“ Das Großereignis könne – wie geplant – über die Bühne gehen.

Von Bastian Fischer und Thomas Haegeler

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