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Altenburg Gegen Eisberg oder im sicheren Gewässer
Region Altenburg Gegen Eisberg oder im sicheren Gewässer
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19:46 12.02.2014
Gestrichen. Die Sanierung der bröckelnden Mauer am Landratsamt. Quelle: Mario Jahn

Dafür bekommt der Flugplatz einen größeren Zuschuss.

Von Jens Rosenkranz

"Entweder wir halten weiter Kurs auf einen Eisberg oder versuchen, in sicheres Gewässer zu kommen, mit einer Handbreit Wasser unter dem Kiel." Mit seemännischem Gefahren-Vokabular beschrieb Sojka den geringen Spielraum im Etats und das bedenkliche Auseinanderdriften von Wünschen und Möglichkeiten. Wichtigste Botschaft: Die Kreisumlage soll sich nicht, wie anfangs kalkuliert, um 3,3 Millionen Euro erhöhen, sondern nur noch um 866 000. Das wären allerdings immer noch über 550 000 Euro mehr, als es die SPD bei deren Sparvorschlägen ausgerechnet hatte (OVZ berichtete).

Dem neuen Entwurf zufolge werden Investitionen verschoben wie eine Abwasserleitung an der Schule Großstechau, geplante Brückensanierungen in Zürchau und Treben oder die Dachreparatur in der Musikschule Altenburg. Die Streichliste betrifft das Landratsamt selbst, wo Reparaturarbeiten in Höhe von 150 000 Euro geplant waren, aber nun verschoben werden. Unter anderem wird eine bröckelnde Außenmauer nicht saniert. Sojkas Worten zufolge geschieht dies auf Vorschlag des Altenburger Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD), der die Reparatur als noch nicht nötig erachtet habe. Die Folge könnte sein, warnte die Landrätin, dass man wegen des herabfallenden Putzes über kurz oder lang den Fußweg sperren müsse. Geplant ist ebenso, dass die Kreisstraßenmeisterei auf eine geplanten Zuschusserhöhung verzichtet muss, womit Sojka einen weiteren Vorschlag der SPD aufgreift. Einsparungen bringt ebenso der Verzicht auf eine Absenkung der Krankenhausumlage. Außerdem zieht Sojka ihre Pläne zurück, dem Fremdenverkehrsverband mehr Geld zu geben. Er muss nun mit 23 000 Euro Zuschuss statt mit 243 000 Euro auskommen. Nicht angetastet werden jene Gelder, mit denen in diesem Jahr die dringend nötige Sanierung des Lindenau-Museums begonnen werden soll.

Obwohl gespart werden muss, könnte der Flugplatz Altenburg-Nobitz 196 000 Euro mehr als 2013 bekommen. Der Kreis würde damit in diesem Jahr 350 000 Euro in den Airport buttern, obwohl diese Hilfen vor allem wegen der Erlöse aus den neuen Fotovoltaik-Anlagen eigentlich sinken sollten. Dieses Ziel werde selbstverständlich nicht aus den Augen verloren, sagte die Landrätin auf eine Anfrage der OVZ. Bis dahin will man in diesem Jahr entscheidend dabei vorankommen, das zum Airport gehörende Gewerbegebiet zu vermarkten und dabei das Alleinstellungsmerkmal einer dazugehörenden Landebahn zu nutzen. Das Land würde dafür auch die Lotsen zumindest in diesem Jahr weiter bezahlen. Außerem sollen neue Gesellschafter gewonnen werden. "2014 ist für den Flugplatz das entscheidende Jahr." Damit deutet Sojka an, dass bei einem Scheitern der Pläne die Schonfrist des umstrittenen Airports 2015 dann vorbei sein könnte.

Ob der Etat Anfang März so beschlossen wird, ist völlig offen. Widerstand regt sich beispielsweise dagegen, die Budget-Erhöhung für die Kreisstraßemeisterei abzuschmelzen.

Jens Rosenkranz

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