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Gegen den Thüringen-Trend: Weniger Kriminalität im Altenburger Land

Statistik Gegen den Thüringen-Trend: Weniger Kriminalität im Altenburger Land

Das Altenburger Land bewegt sich gegen den Landestrend. Während thüringenweit die Kriminalität nach mehrjährigen Rückgängen jüngst wieder zugenommen hat, verzeichnete der Landkreis 2016 erneut eine sinkende Zahl von Delikten. Auch bei der Aufklärungsquote verzeichnet die Region ein positiveres Ergebnis als der Freistaat insgesamt.

Die Zahl der Einbrüche ist im Altenburger Land zurückgegangen.

Quelle: dpa

Altenburg. Das Altenburger Land bewegt sich gegen den Landestrend. Während thüringenweit die Kriminalität nach mehrjährigen Rückgängen jüngst wieder zugenommen hat, verzeichnete der Landkreis 2016 erneut eine sinkende Zahl von Delikten. Auch bei der Aufklärungsquote verzeichnet die Region ein positiveres Ergebnis als der Freistaat insgesamt. Das geht aus Daten hervor, über die der Leiter der Polizeiinspektion Altenburger Land, Andreas Pöhler, auf OVZ-Anfrage berichtete.

„Wir leben in einem sicheren Landkreis“, fasste Pöhler zusammen. Insbesondere, weil es gelungen sei, im Jahr 2014 mehrere Gruppierungen von Intensivtätern dingfest zu machen, sei die Kriminalitätsrate ab 2015 merklich gesunken. Insgesamt 13 strafrechtlich sehr auffällige Personen konnten damals in Kooperation mit Staatsanwaltschaft und Justiz hinter Schloss und Riegel gebracht werden. Delinquenten, die die Altenburger Polizei weiter im Blick behält. „Wir wissen, wer von denen noch in Haft sitzt oder wer entlassen und aus der Region weggezogen ist“, schilderte Pöhler.

Frei von Straftaten ist der Landkreis allerdings nicht. 5167 Delikte wurden hier im vergangenen Jahr aktenkundig. Ein Rückgang um 11,8 Prozent im Vergleich zu 2015, konstatiert der Polizeichef. Besonders stark rückläufig seien die Diebstähle – der größte Posten in der Statistik. Binnen Jahresfrist sank deren Zahl von 2169 auf 1560. Eine Schrumpfung um gut ein Viertel.

Unter diese Art von Delikten fällt auch der sogenannte besonders schwere Diebstahl, bei dem die Täter besondere Sicherheitsvorkehrungen überwinden – also zum Beispiel Wohnungseinbrüche und Fahrraddiebstähle mit geknackten Schlössern. Der Rückgang hier: etwa minus 30 Prozent. Die wohl größte Tendenz nach unten ist jedoch bei Einbrüchen in Kleingartenanlagen zu finden. Wurden im Jahr 2015 noch 232 Vorfälle mit ungebetenen Gästen in Gärten und Lauben dokumentiert, waren es im Folgejahr „nur“ 92. Zum Vergleich: Die höchste Jahresbilanz betrug laut Polizei 419 Fälle – das war im Jahr 2003.

Rückläufig seien auch die Ladendiebstähle. In 373 Fällen wurden im Vorjahr im Altenburger Land entsprechende Anzeigen erstattet. „Leider gibt es nach wie vor viele Autofahrer, die Taschen oder Wertgegenstände offen im Fahrzeug liegen lassen und dadurch Gelegenheiten für Diebe schaffen“, bedauert Pöhler.

Und es gibt auch Deliktarten, die im vergangenen Jahr stärker zu beobachten waren als 2015. Körperverletzungen zum Beispiel. Mit 830 Fällen sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Wobei insbesondere einfache Körperverletzungen – also etwa Schläge ins Gesicht, ohne Werkzeug und nicht gemeinschaftlich – vermehrt zu Buche schlugen. Der Polizeichef sieht im Anstieg einen Zusammenhang mit den gewachsenen Flüchtlingszahlen im Landkreis. Immer mal wieder gebe es im Zusammenleben verschiedener Nationen gegenseitige Übergriffe. Diese Entwicklung spiegelt sich auch landesweit. „Aber auch Streitereien vor der Disco und Vorfälle im häuslichen Umfeld füllen die Statistik“, so Pöhler.

Ein weiteres Feld mit leichtem Anstieg: die Drogenkriminalität. 428-mal wurde die Polizei im Vorjahr fündig, speziell bei Fahrzeug- und Personenkontrollen oder Wohnungsdurchsuchungen. „Man kann hier von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, weil nicht überall und jederzeit kontrolliert werden kann. Man kann im Altenburger Land alles kaufen, wie freilich anderswo auch“, macht sich Pöhler keine Illusionen.

Außerdem stehe der Landkreis durchaus in Verbindung mit benachbarten Großstädten. Unter den hier aufgegriffenen Delinquenten seien auch immer wieder Gäste aus Leipzig, Zwickau oder Gera. Genauso tauche hier auch Diebesgut auf, das anderswo gestohlen wurde. Und umgekehrt. Verwaltungsgrenzen halten die Umtriebigen nicht auf. Trotzdem: Die meisten Straftaten im Landkreis würden von einheimischen Tätern begangen. „Wir kennen unsere Pappenheimer“, versichert Andreas Pöhler. Und präsentiert – wie zum Beweis – die Aufklärungsquote der hiesigen Kripo: 71,4 Prozent. Das sind gut 5 Prozent mehr als in 2015 und über 7 Prozent mehr als im Freistaat insgesamt.

Zum Thema Schutz gegen Einbrecher & Co. hält die Polizei Infomaterial bereit – erhältlich bei der Polizeilichen Beratungsstelle in Gera unter 0365 8291522. Oder online: www.polizei-beratung.de.

Von Kay Würker

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