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Gegen den Trent: Gut restauriert

Gegen den Trent: Gut restauriert

Der Vierseithof von André und Christin Bremer in Frohnsdorf ist eine Augenweide. Der selbstständige Unternehmer und seine Frau haben das Gut aus dem 18. Jahrhundert liebevoll saniert.

Frohnsdorf.

Rund sieben Eigenheime entspricht der zeitliche und finanzielle Aufwand, den die Familie dafür betrieben hat.

 

Die alten Fachwerkbauten ziehen die Blicke beinahe magisch an. Wie eine Trutzburg gegen die Moderne wirkt der Hof. Hinter dem rund 280 Jahre alten Torhaus watscheln quakend Laufenten über den urigen Hof und irgendwie scheint hier die Zeit stehengeblieben zu sein.

 

"Wenn Besucher zu uns kommen, gibt es nur zwei Reaktionen. Die eine Hälfte ist fasziniert, die anderen sind schockiert und meinen, hier sei aber noch viel zu machen", erzählt André Bremer mit einem Lächeln. Klar ist auf einem solchen Anwesen immer etwas zu tun. Und richtig fertig wird man damit auch nicht. Das ist herauszuhören, wenn der 44-Jährige Familienvater vom Brunnen plaudert, an dem er "mal noch etwas machen müsste" oder vom Bauerngarten spricht, dessen "Zaun fehlte" oder an das Hofpflaster denkt, welches er "noch verlegen möchte".

 

Aber ganz offensichtlich ist der berufsmäßige Restaurator, Lehmbauer und studierte Baubiologe bestrebt, so etwas wie Patina am Gehöft zu belassen. Denn auf den ersten Blick ist nicht zusehen, dass er eigentlich im Großen und Ganzen fertig ist. Die Dächer aller Gebäude samt Gebälk seien komplett neu gemacht. In den vergangenen Jahren hat er insgesamt 150 Fenster in seinem Gehöft eingebaut. Das Kuhstallgebäude wurde wieder aufgebaut und restauriert. Dieses war zu DDR-Zeiten von der LPG halb abgerissen worden. Und das Laubenhaus, typisch für das Altenburger Land, hat er erst nach Frohnsdorf geholt und in sein Gehöft integriert. "Das stammt aus Rußdorf von einem Hof, der abgerissen wurde. Ich habe es dort 2000 abgebaut und hier eingepasst und aufgestellt", so André Bremer.

 

Hochgerechnet würden in dem Gut locker die Arbeit und das Geld für sieben Eigenheimen stecken, verrät er. Kurz nach der Wende 1991/1992 hat der ehemalige Röthaer das Anwesen erworben. "Das ging eigentlich damit los, dass ich alte Bauernmöbel gesammelt habe und einfach nicht mehr wusste wohin damit. Ich bind dann rumgefahren und habe einen Bauernhof gesucht. Denn so etwas wollte ich schon immer haben." In Fockendorf ist der damals Zivildienstleistende fündig geworden.

 

"Ich hatte das große Glück, dass hier so viel historische Bausubstanz aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist", sagt der Bauunternehmer. An einem Balken des Wohnhauses ist zu lesen: Erbaut 1789 von Christoph Kurze. Zwei weitere Gebäude stammen aus der Zeit um 1750 und das Torhaus datiert André Bremer auf ungefähr 1730. "Aber das Gehöft selbst, das einer wohlhabenden Bauerndynastie gehörte, von den viele auch Bürgermeister der Gemeinde waren, ist wesentlich älter. Im Altenburger Stadtarchiv gibt es ein Dokument über einen Rechtsstreit aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, in dem das Gehöft genannt wird", weiß der heutige Eigentümer.

 

Inzwischen lebe er mit seiner Frau, die der gute Geist des Anwesens sei, für den Hof und würde ihn immer wieder nehmen, beteuert das Mitglied des Thüringer Denkmalbeirats und Mitglied im Altenburger Stadtforum. Stolz verweist er darauf, dass praktisch alle Räume genutzt werden. Im früheren Kuhstall sind Werkstatt und Seminarräume untergebracht, ebenso ein paar Gästezimmer. Das Laubenganghaus ist vor allem Baustofflager seiner Firma und im Wohnhaus mit einer historischen Bohlenstube ist die Familie zu Hause. "Mir ist es wichtig, dass ich in dem Hof lebe und es kein Museum ist", erklärt André Bremer.

 

Sein Ziel ist, das Gut zu erhalten, um es den nachfolgenden Generationen zu übergeben. "Das sieht auch ganz gut aus." Die baulichen Voraussetzungen sind geschaffen. Und auch die drei Kinder, von denen zwei studieren, kommen gern heim und fühlten sich in der historischen Umgebung sehr wohl.

 

© Kommentar Seite 13

Jörg Reuter

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