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Gelbe Säcke: Starkenberger Bürger kritisieren schlechte Qualität

Immer mehr Müll auf den Straßen Gelbe Säcke: Starkenberger Bürger kritisieren schlechte Qualität

Die gelben Säcke sind zu dünn und sie gehen extrem leicht kaputt. Nachdem bereits Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) scharfe Kritik geäußert hatte, kam dieses Ärgernis nun auch im Starkenberger Gemeinderat zur Sprache. Weil die Säcke reißen, landet beim Abfahren häufig der Müll im Straßengraben. Eine Umstellung auf Tonnen ist aber sehr teuer.

Nochhalten sich dicht, die gelbe Säcke, die in Rositz in der Talstraße auf ihre Abholung warten.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Starkenberg. Nachdem bereits Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) scharfe Kritik an der Qualität der gelben Säcke übte (die OVZ berichtete), kam das Ärgernis nun auch zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Starkenberg zur Sprache: Die Säcke sind zu dünn und gehen extrem leicht kaputt. Mehrere Bürger beklagten sich und ernteten Kopfnicken von den Gemeinderäten. Bürgermeister Wolfram Schlegel (Die Regionalen) sagte zu, die Beschwerden an den Dienstleistungsbetrieb Abfallwirtschaft Altenburger Land weiterzuleiten.

Dort kennt man das leidige Problem und ebenso die Hürden, die es zu überspringen gilt, um es zu lösen. „Grundsätzlich bezahlen die Bürger mit dem Kauf der Verpackung die Entsorgung“, erläutert die Werkleiterin der Abfallwirtschaft, Andrea Gerth. Das heißt, das duale System beziehungsweise dessen zehn Partner bekommen für die Entsorgungsleistung von den Herstellern ein Lizenzentgelt, also pro verkauften Joghurtbecher einen Betrag x. Dieser wird dann anteilig auf die zehn Vertragspartner verteilt.

„Seit Jahren verhandeln wir mit dem dualen System, um auf Tonne umzustellen. Jedoch war das bis jetzt nicht erfolgreich“, sagt Gerth der OVZ. Anlass für die Verhandlungen ist immer die geforderte Neuausschreibung der Entsorgungsleistung alle drei Jahre. Grund für das Scheitern des Umstellungswunsches seien die damit verbundenen Kosten, welche die Partner im dualen Systems übenehmen müssten. Erklärt aber nur einer der zehn, die Kosten nicht tragen zu können, scheitert das Ganze. „Wenn uns das so vorgetragen wird, müssen wir es hinnehmen. Wir sind kein Vertragspartner im dualen System und haben deshalb keinen Einblick in die Kalkulationen“, so Gerth .

Die enormen Ausgaben der Umstellung setzen sich aus den Anschaffungskosten für neue Tonnen und dem zu erwartenden kürzeren Entsorgungsrhythmus zusammen. Bereits vor rund zehn Jahren ergab eine Kalkulation im Kreis, es würden etwa 1,5 Millionen Euro benötigt, um das Altenburger Land mit 120-Liter-Tonnen auszustatten. Gerth: „Dazu kommt: Momentan wird alle vier Wochen entsorgt. In einem Vier-Personen-Haushalt fallen in dieser Zeit durchschnittlich vier der 70 Liter fassenden gelben Säcke an. Das bedeutet, die Entsorgung müsste bei 120-Liter-Tonnen wenigstens auf 14-tägig umgestellt werden.“ Vor diesem Hintergrund sei bis jetzt die Umstellung immer abgelehnt worden. „Die einzige Alternative wäre, so heißt es dazu vom dualen System, der Kreis übernimmt die Mehrkosten. Dieser müsste sich aber das Geld bei den Bürgern zurückholen“, stellt Gerth klar. Unterm Strich liefe es darauf hinaus, dass die Bürger dadurch die Entsorgung zweimal zahlen. Alles in allem sei also momentan die Lösung mit den Säcken die günstigste.

Wie lange dieser Status erhalten bleibt, ist aber unklar. Zum einen will der Bund noch in dieser Legislatur eine neue gesetzliche Regelung verabschieden. „Laut dem vorliegenden Gesetzesentwurf würden die Kreise gestärkt und bekämen mehr Einfluss“, so Gerth. Zum anderen wächst der Unmut in den Kommunen, denn die reißenden gelben Säcke führen oft zu Müll in den Ortschaften und Straßengräben, was auch im Gemeinderat von Starkenberg beklagt wurde.

Im Werkausschuss des Kreistages werde an einer Lösung gearbeitet, erklärt dessen Vorsitzender, Carsten Helbig (SPD), einsilbig. Er nimmt aber die Kritik aus Starkenberg auf. Oberbürgermeister Wolf dagegen hat bereits erklärt, für Sauberkeit und Hygiene müssten notfalls die Gebühren modifiziert werden. Starkenbergs Bürgermeister empfindet die Situation genauso als nicht optimal. Er empfiehlt aber, im Zweifel mehrere Säcke zu nehmen, weil die Säcke im Vergleich zu Tonnen preiswerter seien.

Von Jörg Reuter

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