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Altenburg Gelbe Säcke bleiben – sollen aber in Zukunft besser halten
Region Altenburg Gelbe Säcke bleiben – sollen aber in Zukunft besser halten
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00:33 01.06.2018
Die Gelben Säcke, wie hier in Rositz sollen ab 2019 reißfester sein und länger halten. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Gegner der Gelben Säcke werden diese ab Neujahr weiter vor die Haustür stellen müssen. Denn die als Alternative ins Spiel gebrachten Gelben Tonnen wird es nicht geben – mit Ausnahme der 216 aufgestellten 1,1-Kubikmeter-Container in den großen Altenburger Wohngebieten plus den 22 Stück in Schmölln. Darauf einigte sich am Montag der Werkausschuss des Kreistages.

Anlass dafür ist die zum 1. Januar 2019 neu zu vergebende Entsorgung der sogenannten Leichtverpackungen. Wer diese Ausschreibung gewinnt, muss allerdings für eine gravierende Verbesserung sorgen. Die neuen Gelben Säcke sollen reißfester sein. Deshalb müssen sie entweder als LDPE-Folie, das ist Polyethylen mit geringer Dichte, in einer Mindeststärke von 22 Mikrometer, oder einer HDPE-Folie, das ist Polyethylen mit hoher Dichte, mit mindestens 17 Mikrometer, hergestellt werden. Die Zugabe von Calciumcarbonat ist unzulässig, lautet die Forderung des Ausschusses.

Das Material muss für den Einwurf insbesondere für Dosen und Getränkekartons geeignet sein. Damit sollen die Behältnisse in Zukunft besser halten. Bislang war immer wieder beklagt worden, dass die Säcke zu schnell reißen. Der Abfall flog dann meist durch die Gegend. Grund für die geringe Qualität der in Asien hergestellten Säcke war die Beimischung von Kreide und eine Folie gewesen, die so dünn wie möglich sein sollte.

Der neue Entsorger muss von den neuen Säcken 2,6 Millionen Stück pro Jahr bereitstellen, die in Europa produziert werden müssen. Der Abholrhythmus von einem Mal pro Monat soll beibehalten werden. Der Entsorgungszeitraum reicht bis Ende 2021, dann wird neu vergeben.

Carsten Helbig (SPD), der Chef des Werkausschusses, begrüßte den einstimmig gefassten Beschluss und die Entscheidung gegen Tonne und für den Gelben Säcke als die preiswerteste und praktikabelste Lösung für die Bürger. Die Tonne hätte, vor allem durch die Anschaffung, zu Mehrkosten und damit zu Gebührenerhöhungen geführt. Auch der Entsorgungsrhythmus hätte verkürzt werden müssen und wäre damit teurer geworden.

Anlass, dass die Säcke bislang mitunter gerissen wären, sei unter anderem gewesen, dass die Behälter zu zeitig auf die Straße gestellt und sie damit der Witterung ausgesetzt waren, meinte Helbig. Allerdings habe auch der beigemischte Weichmacher dazu geführt, dass die Säcke ab einem gewissen Alter porös wurden. Das sei nun ausgeschlossen. Die Aufstellung von Tonnen hätte hier und da auch zu einem Platzproblem geführt.

Der Werkausschuss leitete ebenso die Neuvergabe der Entsorgung von Altglas zum 1. Januar 2019 in die Wege. Bei der Anzahl und der Art der Container sowie dem Abfuhrrhythmus soll sich aber nichts ändern. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet der Kreistag noch in diesem Jahr.

Weitere Beschlüsse des Werkausschusses

Auf den Abfall-Deponien an der Leipziger Straße in Altenburg und am Kapsgraben in Schmölln sollen zwei Schwachgasanlagen errichtet werden. Bislang werden die dort noch viele Jahre lang austretenden Deponiegase abgefackelt. Die neuen Anlagen sollen im Vergleich zu den bisherigen die Treibhausgas-Ausstöße um mehr als 50 Prozent reduzieren. Die momentanen Baukosten werden auf 500 000 Euro geschätzt. Die vom Ausschuss beauftragte Ingenieurgesellschaft soll bis Ende September einen Förderantrag stellen, da eine 50-prozentige Bezuschussung möglich ist, und die Ausschreibung für den Bau in die Wege leiten.

Die Kreisstraßenmeisterei kann einen Lkw-Dreiseitenkipper mit Ladekran kaufen, da das bisherige Gerät zu alt ist und nicht mehr repariert werden kann. Der neue Kipper kostet zwischen 225 000 und 230 000 Euro.

Von Jens Rosenkranz

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