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Altenburg Geld fehlt: Dobitschener flicken marode Straßen selber
Region Altenburg Geld fehlt: Dobitschener flicken marode Straßen selber
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00:21 16.10.2017
Überwältigende Resonanz: Um die 20 Freiwillige halfen mit, die beiden Straßen in Dobitschen notdürftig zu reparieren. Quelle: Gemeinde Dobitschen
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Dobitschen

Um seine Gemeindestraßen ist der 500-Einwohner-Ort Dobitschen nicht zu beneiden. Denn sowohl die Straße des Friedens wie auch die Straße der Einheit verdienten bislang nicht mehr die Bezeichnung „Straße“. Deren Bausubstanz war und ist miserabel. Angesichts der sich inzwischen massiv reihenden Schlaglöcher haben die größten von denen im Volksmund sogar Namen bekommen. So gibt es in Dobitschen beispielsweise die „Drei Gleichen“.

Aber der finanziell klammen Gemeinde fehlen einfach die Mittel, um diese Missstände nachhaltig zu beseitigen. „Eigentlich ein Armutszeugnis. Aber stetig steigende Ausgaben, beispielsweise durch eine kletternde Kreisumlage, bringen die Gemeinde trotz beschlossenem Haushalt in diese Misere“, so Björn Steinicke. Der Dobitschener Feuerwehrchef weiß, wovon er redet. Immerhin sitzt er selber im Gemeinderat und spricht auch in dessen Auftrag.

Aus der Not heraus wurde jetzt eine einzigartige ehrenamtlich Aktion geboren: Gemeinderat und der Dorf- und Förderverein riefen am zurückliegenden Sonnabend alle Bürger und Vereine zum ehrenamtlichen Arbeitseinsatz in eigener Sache auf. Ziel: Die gemeindeeigenen Buckelpisten sollten wenigstens notdürftig geflickt werden.

Überwältigend war die Resonanz: Um die 20 Helfer schufteten den gesamten Sonnabend von sieben Uhr in der Frühe bis abends 19 Uhr und verfüllten die Schlaglöcher. Ebenfalls mit von der Partie neben Privatpersonen waren auch die ortsansässigen Vereine, die mit anpackten oder Material und Technik bereit stellten. Alles in allem wurden über den gesamten Tag rund sieben Tonnen verbaut, um beide Pisten in einen Zustand zu versetzen, die ein gefahrloses Befahren ermöglicht. Dazu wurden die tiefsten Löcher ausgesägt, getrocknet und mit neuem Asphalt versehen. Andere kümmerten sich um das leibliche Wohl der Straßenbauer auf Zeit: So wurde in der Begegnungsstätte für alle ein Frühstück hergerichtet.

Natürlich sind diese Reparaturen nur notdürftig und nicht grundhaft. Und letztendlich war sich auch die Runde einig: Leider ist Dobitschen in Sachen Straßenzustand kein Einzelfall. „Dafür spricht auch der miserable Zustand der Kreisstraße in unserem Ort sowie in den Nachbargemeinden“, so Steinicke auch im Namen des Gemeinderats.

Von Jörg Wolf

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