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Altenburg Geld für Drogen: Seriendieb aus Altenburg gesteht alle Anklagepunkte
Region Altenburg Geld für Drogen: Seriendieb aus Altenburg gesteht alle Anklagepunkte
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18:55 12.09.2016
Der Angeklagte im Prozess um unzählige Einbruchsdiebstähle und Computerbetrug in Altenburg hat vor dem Landgericht alle Anklagepunkte eingeräumt. Quelle: dpa
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Altenburg/Gera

Er hat Polizei und Staatsanwaltschaft über Jahre auf Trab gehalten. Durch reihenweise Einbrüche, Diebstähle, Betrügereien und andere Delikte verbreitete Marcel N. in Altenburg und Umgebung Angst und Schrecken. Und: Der 31-Jährige beschäftigt die Behörden immer weiter. „Wir hatten gehofft, mal einen Schlusspunkt setzen zu können“, sagte die Vorsitzende Richterin der 11. Strafkammer, Andrea Höfs, am Montag. Hintergrund ihrer Hoffnung: Neben den zehn Straftaten in der Hauptanklage sind weitere drei Verfahren mit vier Anklagepunkten Teil des Prozesses vor dem Geraer Landgericht. Dabei wird wiederum eine dreijährige Haftstrafe des Altenburger Amtsgerichts, die N. derzeit absitzt, mit einbezogen.

Staatsanwalt verzeichnet insgesamt 148 Verfahren gegen den Angeklagten

Doch das war’s noch lange nicht. Zunächst eröffnete eine als Zeugin geladene Kriminalistin Richterin Höfs, dass allein bei ihr schätzungsweise 50 Verfahren gegen den Angeklagten gelandet sind. Zwei davon seien noch offen, sagte die Beamtin. Auf Höfs Nachfrage legte Staatsanwalt Jürgen Boße diesbezüglich noch nach: „Insgesamt 148 Verfahren sind bei der Staatsanwaltschaft Gera gegen den Angeklagten bekannt. Davon sind noch vier offen, alle jeweils zum Vorwurf des besonders schweren Diebstahls.“ Er gehe davon aus, dass das noch ausstehende Quartett ebenfalls aufgrund von Treffern in der DNA-Datenbank zustande gekommen sei. Denn auch bei den aktuell angeklagten 14 Delikten kam man dem Altenburger ein ums andere Mal durch DNA-Treffer, die er an Tatorten hinterlassen hatte, auf die Spur.

Entsprechend der Ankündigung seines Anwalts gestand N. alle Anklagepunkte. Und zwar lückenlos. Das reichte vom Diebstahl aus einem LKW, der nur kurz für einen Toilettengang abgestellt war, bis hin zu Beutezügen durch Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen und Kirchenräume. Aus dem LKW und einem weiteren Auto stahl er Bares, Handys und EC-Karten, mit denen er anschließend 1000 Euro abhob, weil er auch die PIN fand. Den mit Abstand größten Schaden verursachte er bei einem Einbruch in eine Senioreneinrichtung für betreutes Wohnen. Nach Angaben des Inhabers stahl er dort Geld und Technik im Wert von 5000 Euro und richtete einen Gesamtschaden von etwa 20 000 Euro an. Darunter fällt etwa ein Server, auf dem sich die Pflegedaten von rund 200 Patienten befanden. „Damit steht und fällt unserm gesamter Betrieb im Pflegebereich“, erklärte der Betreiber gegenüber der Polizei.

Altenburger hat Drogenproblem, seit er 14 Jahre alt ist

Überhaupt übertraf der vom Angeklagten bei seinen Streifzügen angerichtete Sachschaden fast immer den Wert der Beute deutlich. Wie er aussagte, fiel die Wahl auch eher zufällig auf die jeweiligen Objekte. Bei seinen Touren durch Altenburg mit dem Fahrrad habe er sich spontan für das entschieden, was ihm gerade untergekommen sei. Auch sein Vorgehen glich sich: Erst hebelte er mit einem Schraubendreher Fenster oder Türen auf, dann stieg er ein und durchsuchte die Räume nach Verwertbarem. Die gestohlene Elektro-Technik setzte N. meist direkt in Drogen um. Das Bargeld gab er ebenfalls für Crystal, Cannabis, Alkohol oder Lebensmittel aus. Seit er 14 Jahre alt ist, nimmt er nach eigener Aussage Drogen. Anfangs nur Cannabis, dann Ecstasy und Heroin, später dann Crystal, Haschisch und Alkohol. 300 Euro pro Tag brauchte er zuletzt allein für Drogen. Bereits am Mittwoch wird das Urteil erwartet.

Von Thomas Haegeler

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