Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Geld für Drogen: Seriendieb aus Altenburg gesteht alle Anklagepunkte

Landgericht Gera Geld für Drogen: Seriendieb aus Altenburg gesteht alle Anklagepunkte

Im Prozess um Einbruchdiebstähle und Computerbetrug vor dem Geraer Landgericht hat der Angeklagte am Montag ausgesagt. Wie von seinem Anwalt angekündigt, gestand er dabei alle 14 angeklagten Taten. Im Rahmen der Beweisaufnahme stellte sich zudem heraus, dass Marcel N. die Behörden seit fast 16 Jahren massiv beschäftigt. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Der Angeklagte im Prozess um unzählige Einbruchsdiebstähle und Computerbetrug in Altenburg hat vor dem Landgericht alle Anklagepunkte eingeräumt.

Quelle: dpa

Altenburg/Gera. Er hat Polizei und Staatsanwaltschaft über Jahre auf Trab gehalten. Durch reihenweise Einbrüche, Diebstähle, Betrügereien und andere Delikte verbreitete Marcel N. in Altenburg und Umgebung Angst und Schrecken. Und: Der 31-Jährige beschäftigt die Behörden immer weiter. „Wir hatten gehofft, mal einen Schlusspunkt setzen zu können“, sagte die Vorsitzende Richterin der 11. Strafkammer, Andrea Höfs, am Montag. Hintergrund ihrer Hoffnung: Neben den zehn Straftaten in der Hauptanklage sind weitere drei Verfahren mit vier Anklagepunkten Teil des Prozesses vor dem Geraer Landgericht. Dabei wird wiederum eine dreijährige Haftstrafe des Altenburger Amtsgerichts, die N. derzeit absitzt, mit einbezogen.

Staatsanwalt verzeichnet insgesamt 148 Verfahren gegen den Angeklagten

Doch das war’s noch lange nicht. Zunächst eröffnete eine als Zeugin geladene Kriminalistin Richterin Höfs, dass allein bei ihr schätzungsweise 50 Verfahren gegen den Angeklagten gelandet sind. Zwei davon seien noch offen, sagte die Beamtin. Auf Höfs Nachfrage legte Staatsanwalt Jürgen Boße diesbezüglich noch nach: „Insgesamt 148 Verfahren sind bei der Staatsanwaltschaft Gera gegen den Angeklagten bekannt. Davon sind noch vier offen, alle jeweils zum Vorwurf des besonders schweren Diebstahls.“ Er gehe davon aus, dass das noch ausstehende Quartett ebenfalls aufgrund von Treffern in der DNA-Datenbank zustande gekommen sei. Denn auch bei den aktuell angeklagten 14 Delikten kam man dem Altenburger ein ums andere Mal durch DNA-Treffer, die er an Tatorten hinterlassen hatte, auf die Spur.

Entsprechend der Ankündigung seines Anwalts gestand N. alle Anklagepunkte. Und zwar lückenlos. Das reichte vom Diebstahl aus einem LKW, der nur kurz für einen Toilettengang abgestellt war, bis hin zu Beutezügen durch Kindertagesstätten, soziale Einrichtungen und Kirchenräume. Aus dem LKW und einem weiteren Auto stahl er Bares, Handys und EC-Karten, mit denen er anschließend 1000 Euro abhob, weil er auch die PIN fand. Den mit Abstand größten Schaden verursachte er bei einem Einbruch in eine Senioreneinrichtung für betreutes Wohnen. Nach Angaben des Inhabers stahl er dort Geld und Technik im Wert von 5000 Euro und richtete einen Gesamtschaden von etwa 20 000 Euro an. Darunter fällt etwa ein Server, auf dem sich die Pflegedaten von rund 200 Patienten befanden. „Damit steht und fällt unserm gesamter Betrieb im Pflegebereich“, erklärte der Betreiber gegenüber der Polizei.

Altenburger hat Drogenproblem, seit er 14 Jahre alt ist

Überhaupt übertraf der vom Angeklagten bei seinen Streifzügen angerichtete Sachschaden fast immer den Wert der Beute deutlich. Wie er aussagte, fiel die Wahl auch eher zufällig auf die jeweiligen Objekte. Bei seinen Touren durch Altenburg mit dem Fahrrad habe er sich spontan für das entschieden, was ihm gerade untergekommen sei. Auch sein Vorgehen glich sich: Erst hebelte er mit einem Schraubendreher Fenster oder Türen auf, dann stieg er ein und durchsuchte die Räume nach Verwertbarem. Die gestohlene Elektro-Technik setzte N. meist direkt in Drogen um. Das Bargeld gab er ebenfalls für Crystal, Cannabis, Alkohol oder Lebensmittel aus. Seit er 14 Jahre alt ist, nimmt er nach eigener Aussage Drogen. Anfangs nur Cannabis, dann Ecstasy und Heroin, später dann Crystal, Haschisch und Alkohol. 300 Euro pro Tag brauchte er zuletzt allein für Drogen. Bereits am Mittwoch wird das Urteil erwartet.

 

Von Thomas Haegeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr