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Altenburg Gemeinderäte in Nobitz arbeiten lange Liste ab
Region Altenburg Gemeinderäte in Nobitz arbeiten lange Liste ab
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08:07 28.10.2018
Die ehemalige Mühle in Saara ist einsturzgefährdet. Quelle: Mario Jahn
Nobitz

Über fünf Jahre ist die Flut von 2013 nun schon her, die auch im Altenburger Land große Schäden hinterlassen hat. Und noch immer beschäftigt deren Beseitigung die Verwaltungen und Gemeinderäte, wie den von Nobitz. Während der rund zweieinhalbstündigen Sitzung am Donnerstag nahm dieses Thema viel Zeit in Anspruch.

Hochwasserschutz in Saara hängt am Eigentum der Mühle

Unter anderem ging es um die notwendige Sanierung des Mühlgrabens in Saara. Das Problem ist, dass sich Gemeinde und Eigentümer nicht auf einen Kaufpreis einigen können. Weil aber der Kommune die Liegenschaft nicht gehört, kann sie dort nicht schalten und walten, wie sie will. Andererseits könne am Mühlgraben praktisch nicht gearbeitet werden, ohne dass die Gebäude betroffen sind. Das lasse ihr baulicher Zustand nicht zu, erläuterte der Planer, dessen Entwurf am Donnerstag gebilligt wurde. Wie er weiter ausführte, muss das Wohnhaus weggerissen werden und die Mühle, wenn sie der Gemeinde nicht gehört, gesichert werden. Was bitter wäre, denn diese Sicherung koste viel Geld, verbessert nichts am Zustand des Gebäudes und muss nach Abschluss der Arbeiten zurückgebaut werden. „Wenn dann das Haus weiter verfalle und in den Mühlgraben stürzt, beginnen wir von vorn“, so der Planer.

Deshalb versucht die Gemeinde nach wie vor, das Grundstück zu erwerben. Drei Optionen gebe es, sagte Hendrik Läbe (SPD), ohne sie zu benennen. Gegenüber der OVZ erklärte der Nobitzer Bürgermeister, er bevorzuge die gütliche Einigung. Eine Enteignung sei aber auch eine Möglichkeit, räumte Läbe auf Nachfrage ein.

Hochwasserschutz für Selleris abgelehnt

Ganz anders ist die Situation in Selleris. Der geplante Hochwasserschutz für letztlich vier betroffene Grundstücke sei sehr viel teurer, als der Wert der zu schützenden Güter, hat der Fördermittelgeber ermittelt und darum die Maßnahme abgelehnt. Deshalb musste der Gemeinderat nun die beschlossene Bauausführung zurücknehmen, weil eine 100-prozentige Eigenfinanzierung nicht möglich sei.

3000 Quadratmeter für einen Euro

Ferner beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme den Kauf der ehemaligen Kläranlage der Alwo in Kotteritz. Das rund 3000 Quadratmeter große Areal soll einen Euro kosten und würde renaturiert eine ideale Ausbreitungsfläche sein und den Hochwasserschutz verbessern. Die Pleiße würde dann etwa die Werkssiedlung nicht mehr bedrohen, so Läbe. Für Diskussion sorgte aber, dass bis 1996 in der Kläranlage giftige Chemikalien aufgefangen wurden.

Katzbachbrücke wird erst 2019 erneuert

Die beim Hochwasser 2013 beschädigte Brücke über den Katzbach in Wilchwitz wird nicht in diesem Jahr erneuert. Der Gemeinderat verschob das Vorhaben mit Beschlüssen ins Folgejahr. „Die Baufirma wollte die Brücke im November/Dezember machen, das habe ich nicht genehmigt, weil das witterungsbedingt nicht klappt und ich ein halbes Jahr Vollsperrung verhindern wollte“, begründetet Bauamtsleiterin Anja Bräuninger.

Von Jörg Reuter

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