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Altenburg Gemeinderat bekräftigt Willen zur Fusion mit Nobitz
Region Altenburg Gemeinderat bekräftigt Willen zur Fusion mit Nobitz
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19:00 13.05.2016
Diskussionswürdig: die geplante Gebietsreform. Quelle: LVZ
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Ziegelheim

Der Gemeinderat von Ziegelheim hat am Mittwochabend einstimmig Bürgermeister Mario Rohr (parteilos) ermächtigt, die Fusion mit Nobitz weiter zu forcieren. Damit macht Ziegelheim Stück für Stück Nägel mit Köpfen. Noch bevor das sogenannte Vorschaltgesetz zur Gebietsreform vom Landtag beschlossen ist, bekundet die Gemeinde ihren unbedingten Willen, der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wieratal den Rücken zu kehren und der Gemeinde Nobitz beizutreten. Was westlich von Ziegelheim mit Argwohn und Entsetzen zur Kenntnis genommen wird, ist aber alles andere als eine spontane Idee. Das wurde während der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag einmal mehr deutlich.

„Im Wieratal sind wir nie richtig angekommen. Das hat historische Gründe. Wir haben uns immer schon mehr Richtung Nobitz und Ehrenhain orientiert“, stellte Rohr klar. Bereits Mitte der 1990er Jahre hatte deshalb die Gemeinde einen ersten Versuch unternommen, um mit Nobitz zu fusionieren. Damals schreckte der Nachbar aber zurück, weil die Eingemeindung von Wilchwitz und Ehrenhain erst verkraftet werden sollte. Inzwischen sei es der dritte Versuch, Nobitz und Ziegelheim zu verschmelzen, so Rohr. In den vergangenen Jahren war dies aber ausgeschlossen, weil der Austritt der Gemeinde aus der VG praktisch unmöglich war. Dass wird sich laut Entwurfstext mit dem Vorschaltgesetz ändern. Im Sommer soll es in Kraft treten. Davon wird in Ziegelheim und Nobitz ausgegangen. Bis dahin wollen die Gemeinden die Zeit schon optimal nutzten.

„Wir freuen uns, dass Nobitz und Ziegelheim zukünftig zusammengehen.“ – Dieser Satz wurde bestimmt mehr als ein dutzend Mal bemüht. Sowohl von Ziegelheimer als auch von Nobitzer Seite, denn ein großer Teil der Gemeinderäte aus Nobitz war am Mittwochabend als Gast in Ziegelheim. Einhellig bekundeten die Ratsmitglieder und auch die anwesenden Bürger, in noch keinem Gespräch unter Einwohnern eine negative Äußerung zu den Fusionsplänen gehört zu haben. „Aber es wird auch eine Herausforderung“, gab Rohr zu bedenken. Eine Gemeinde mit dann 57 Ortsteilen sei für die Verwaltung nicht ohne. Das Gleiche gelte für die Einwohner. Es sei notwendig, dass sie sich einbringen und für ihre Dörfer engagieren. Damit sollten sie am besten sofort beginnen, riet Rohr, und sein Nobitzer Amtskollege Hendrik Läbe (SPD) pflichtete ihm bei. Um so mehr sich die Bürger beteiligen, um so mehr Einfluss haben sie auf die anstehenden Veränderungen.

Läbe lobte drüber hinaus die politisch Verantwortlichen für ihre Ehrlichkeit. Denn diese hatten erklärt, Ziegelheim könne sich seine Eigenständigkeit nicht weiter leisten. Im Rahmen des Haushaltsicherungskonzeptes, in dem sich Ziegelheim seit Jahren befindet, müssten eigentlich alle freiwilligen Leistungen gestrichen werden. Damit würden laut Rohr aber alle Strukturen in Ziegelheim zerstört. Doch die Kinder- und Jugendförderung und die Vereinslandschaft müssten unbedingt erhalten bleiben – Sparzwang hin oder her.

Von Jörg Reuter

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