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Gemischter Chor Wintersdorf: Singen aus Tradition, Leidenschaft und Spaß

Jubiläumskonzert Gemischter Chor Wintersdorf: Singen aus Tradition, Leidenschaft und Spaß

Ein geflügeltes Wort besagt: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Daran angelehnt haben sich vor 25 Jahren sangensfreudige Wintersdorfer zusammengetan und Ende Januar 1991 den Gemischten Chor Wintersdorf gegründet.

500 Titel parat: Der gemischte Chor Wintersdorf bei einer Probe zum Jubiläumskonzert am 24. April.

Quelle: Mario Jahn

Wintersdorf. Ein geflügeltes Wort besagt: Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder. Daran angelehnt haben sich vor 25 Jahren sangensfreudige Wintersdorfer zusammengetan und Ende Januar 1991 den Gemischten Chor Wintersdorf gegründet. „Wo die Idee geboren wurde, eine Gesangsverein ins Leben zu rufen, lässt sich heute nicht mehr genau nachvoll. Entweder war es bei einer Bürgerversammlung oder zum Seniorennachmittag“, meint Berthold Lober, Vorsitzender des Verein Gemischter Chor Wintersdorf.

Das kuriose an der Sache: Zunächst hatte man in Wintersdorf per Anzeige einen Chorleiter gesucht. Erst als der mit Heinz Müller, dem ehemaligen Chordirektor des Landestheaters Altenburg gefunden war, ging es auf die Suche nach dem Chor. Schnell fand sich ein Dutzend sangesfreudiger Wintersdorfer. Hinzu kamen die Mitglieder des kleinen Kirchenchores. So kam es, dass bereits zur ersten Probe, nur wenige Tage nach der Gründung, 20 Frauen und Männer ihre Sangeskünste unter Beweis stellen wollen. Nach den ersten Zusammenkünften hatte der damalige Wintersdorfer Oberpfarrer Hans Nitzsche, der Schriftführer war, festgestellt, dass der landschaftliche bedingte Dialekt auch beim Singen hörbar ist. Daran haben die Sängerinnen und Sänger heute noch zu kämpfen. „Den erste größeren Auftritt hatten wir dann im Sommer zum Schulfest“, erinnert sich Reinhild Glockner, die zu den zehn Wintersdorfern gehörte, die von Anfang an dabei sind.

Weil Müller auch die Chöre in Meuselwitz und Rositz leitete, wurde das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden – die Wintersdorfer taten sich in den Anfangsjahren mit den Rositzern zusammen. Das bedeutete gemeinsame Proben und Auftritt. So manches Chormitlied empfand die Anfangsjahr als schwierig, war doch der Chorleiter ein echter Profi, der hohe, für manchen zu hohe, Anforderungen stellte.

Seit 1994 gibt der Altenburger Friedbert Wank, den viele auch als Organisten kennen, den Takt im Wintersdorfer Chor an. Unter seiner Leitung hat sich der Gesangsverein stetig weiterentwickelt. „Wir können von uns behaupten: Wir sind ein guter Chor“, bricht Reinhild Glöckner eine Lanze für die Truppe. Die kann heute außerdem von sich behaupten, einen sehr großes und vielseitiges Repertoire zu haben. „Das Liedgut umfasst rund 500 Titel“, schätzt Wank. Ob Volkslieder, Balladen, Hymnen oder lustige Erzähllieder, dass alles habe die Sängerinnen und Sänger darauf.

Die männlichen Stimmen sind auch hier wie in vielen anderen gemischten Chören sehr rar. „In Wintersdorf existieren viele andere Vereine, zu denen sich die Männer eher hingezogen fühlen. Hinzukommt: Männer zum Singen zu bewegen, das ist schon seit mehr als 100 Jahren ein Problem“, weiß der Chorleiter. Doch das ist nicht die einzige Sorge, die den Gesangesverein bewegt: Das Durchschnittsalter der 24 Mitglieder liegt derzeit bei 69 Jahren. Mit 85 ist Elfriede Hauskeller die älteste Sängerin. Wie überall fehlt es auch beim Chor an Nachwuchs, der habe heute ganz andere Interessen.

„Doch bei unseren Chorkonzerten, von denen es mit Frühjahrs-, Herbst- und Weihnachtskonzert sowie der Sommerserenade vier feststehende Auftritt gibt, haben wir meist junge Musiker aus der Musikschule dabei. Sie bereichern unsere Programme ebenso wie Gastchöre aus Sachsen und Sachsen-Anhalt“, so Wank.

Die Liedauswahl für die Konzerte trifft nicht wie bei anderen Chören der Leiter, sondern eine aus drei Leuten bestehende Liederkommission. „Dieses Prozedere bewehrt sich seit rund 20 Jahren. Und wenn ein Lied doch mal nicht passt, zeigt sich das bei den Proben“, so musikalische Leiter. Er schwört auf dieses Auswahlverfahren, denn so entstehen keine Spannung zwischen Chormitgliedern und Leiter. Denn das Singen soll allen Spaß machen und auch untereinander zur guten Stimmung betragen. „Der Chor muss die Sorgen und Probleme seiner Mitglieder auffangen“, so Wank.

Neben den feststehenden Konzerten singt der Chor in der Weihnachtszeit in Pflegeheimen und Kirchen, auf Einladung bei anderen Chören oder bei Veranstaltungen. 1994 gibt es dafür einheitlichen Kleidungen in den Farben rot, schwarz und weiß.

In diesem Farben wird sich er Chor auch zu seinem Jubiläumskonzert, dass am 24. April, 15 Uhr, im Kulturhaus Wintersdorf zu erleben ist, zeigen. Gastchöre aus Sachsen-Anhalt und Thüringen werden das etwa zweistündige Programm bereichern. Der Eintitt ist frei.

Von Marlies Neumann

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