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Altenburg Geänderte Pläne für die Schweinemast in Starkenberg
Region Altenburg Geänderte Pläne für die Schweinemast in Starkenberg
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00:34 17.05.2018
Der Eugenschacht bei Großröda war zwischen 1900 und 1960 in Betrieb. Später entstand hier eine Schweinemast, die vergrößert werden soll. Quelle: Mario Jahn
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Starkenberg

In diesem Jahr werde die Schweinemastanlage im Starkenberger Ortsteil Eugenschacht auf keinen Fall gebaut, sagt Rico Kraus auf OVZ-Anfrage. Und der Prokurist der Firma Agrö aus Frankenthal klingt dabei auch nicht wirklich so, als würden nächstes Jahr sicher die Bautrupps anrollen. Auch Bürgermeister Wolfram Schlegel (Die Regionalen) verweist auf noch ausstehende Gutachten auf dem Weg hin zum Baurecht. „Momentan warten wir auf ein Fledermausgutachten.“

Dabei schien es 2016, als folge der erste Spatenstich zeitnah. Nachdem eine Informationsveranstaltung für die Bürger durchgeführt wurde, genehmigte im Oktober der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss, woraufhin ein Entwurf des Bebauungsplans erarbeitet und ausgelegt wurde. Gegen diesen konnten Einwände vorgebracht werden.

In Starkenberg herrscht vergleichsweise wenig Missstimmung gegen die Pläne. Zum einen existiert seit Jahrzehnten an Ort und Stelle eine Schweinemast, die „nur“ vergrößert werden soll. Zum anderen sagte der Investor zu, eine separate Zufahrt zu bauen, um zusätzlichen Verkehr in Großröda zu vermeiden. Außerdem sollen moderne Filteranlagen und Güllelager die Geruchsbelästigung im Vergleich zu jetzt deutlich verringern.

Nichtsdestotrotz wurden offensichtlich Einwände vorgebracht, die beispielsweise ein Fledermausgutachten notwendig werden ließen, die den förmlichen Prozess hin zum Baurecht verzögern. „Mit dem Bauen dort ist es aber sowieso nicht ganz einfach“, ergänzt der Prokurist die Liste. Denn auch die Geschichte der Region als einstiges Bergbaurevier hallt bis heute nach. Wie Kraus erklärt, gebe es dort wohl alte Stollen. „Diesbezüglich müssen wir auch noch eine Regelung finden“, sagt er der OVZ.

Das sächsische Agrarunternehmen aus der Nähe von Döbeln weiß, wie lang die Genehmigungsverfahren dauern können, die mit den Beschlüssen von Seiten der Gemeinde noch nicht abgeschlossen sind. Auch das Landratsamt – speziell der Fachdienst Natur- und Umweltschutz – muss grünes Licht geben, weil eine Schweinemast den Regeln des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) unterliegt. „Unser längstes Verfahren bis jetzt hat sechs Jahre gedauert“, erzählt Rico Kraus, hoffend, dass das ein Rekord für die Ewigkeit sei.

Geändert haben sich die Pläne des Investors. Nach Aussage des Prokuristen der Firma Agrö sei nun nicht mehr wie anfangs geplant, Ferkelaufzucht und Mast in Eugenschacht zu betreiben. „Wir reden nur noch von einer reinen Mastanlage. Damit wird sich die Zahl der Tiere natürlich drastisch verkleinern“, sagt Rico Kraus. Ursprünglich wollte die Agrö, die bereits die alte, aus DDR-Zeiten stammende Anlage betreibt, diese für insgesamt 7000 Tiere erweitern. Inklusive einer Ferkelmast für rund 3100 Schweine in den bestehenden Ställen. Doch das sei vom Tisch, so Kraus. Darüber hinaus könne er momentan keine konkrete Zahl nennen. „Einfach, weil es noch nicht feststeht und auch vom Ausgang der Genehmigungsverfahren abhängt.“

Von Jörg Reuter

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