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Geplantes Demenz-Zentrum: Verkauf von Schloss Tannenfeld zieht sich hin

Denkmalgeschützte Immobilie Geplantes Demenz-Zentrum: Verkauf von Schloss Tannenfeld zieht sich hin

Entgegen des ursprünglichen Zeitplans hat das Altenburger Land das kreiseigene Schloss Tannenfeld nicht bis Ende 2015 verkauft. Zu den Gründen wollte sich Landrätin Michaele Sojka (Linke) nicht äußern. Der Vertreter der Investoren, die für 9,5 Millionen Euro ein Pflegezentrum bauen wollen, spricht von formellen Hindernissen.

Obwohl Landrätin Michaele Sojka das zusehends verfallende Schloss Tannenfeld bis Jahresende verkaufen wollte, befindet es sich weiter in Kreisbesitz
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Der Verkauf der kreiseigenen Schloss- und Parkanlage Tannenfeld ist in Verzug geraten. Ursprünglich hatte der Kreistag Landrätin Michaele Sojka (Linke) ermächtigt, das rund 15 Hektar große Gelände bis Ende 2015 an eine siebenköpfige Investorengruppe zu veräußern. Geschehen ist das bisher aber nicht. Diesen Fakt bestätigte das Landratsamt, zu darüber hinaus gehenden Details wollte sich Sojka jedoch nicht äußern. „Es gibt keine Schwierigkeiten“, ließ sie nur verlauten. „Wir sind weiter auf einem guten Weg.“

Etwas gesprächiger zeigte sich dagegen Burkhard Schreiber, der auch davon ausgegangen war, das Geschäft bis 31. Dezember über die Bühne zu bringen. „Es geht ein Stück weit langsamer voran, als ich es mir gewünscht hatte“, sagte der Geschäftsführer der Leipziger Projektentwicklungsgesellschaft Epfos, der die Investoren vertritt. Als Grund nannte er die Verspätung einiger Stellungnahmen wichtiger Träger öffentlicher Belange. Dazu zählen Kommunen, Behörden, Versorger, Netzbetreiber und Naturschutzverbände.

Das ist letztlich auch der Grund, warum der von der Gemeinde Löbichau zu treffende Abwägungsbeschluss von Dezember zunächst auf den 13. Januar und schließlich auf den heutigen Tag verschoben wurde. „Wir können sicher Einwände weg wägen, aber das wollen wir nicht, weil dann auch Sachen weg wären, die uns wichtig sind“, erklärt Schreiber, warum die Machbarkeitsstudie nun länger dauert. „Bei so einem Plan ist Präzision entscheidend.“

Ernsthafte Bedenken gegen den von den Investoren in Tannenfeld geplanten Bau eines Pflegezentrums für Demenzkranke samt Unterkünften für Angehörige, einem Café und weiterer Infrastruktur für rund 9,5 Millionen Euro sieht der Epfos-Chef derzeit aber nicht. Auch Gerüchte, wonach Investoren aus dem Konsortium ausgeschieden sein sollen, wollte er nicht bestätigen. „Alle stehen fest dahinter“, so Schreiber. „Ich habe ein gutes Gefühl.“

Um Investitionsreife zu erreichen, werden im nächsten Schritt die öffentlichen Interessen gegen die privaten der Investoren abgewogen. Das geschieht zunächst durch den Abwägungsbeschluss heute Abend, in den Bedenken, Empfehlungen und Hinweise einfließen. Die daraufhin geänderten Pläne müssen dann erneut öffentlich ausgelegt werden. Erst wenn im Anschluss daran eine valide Kostenschätzung vorliegt, kann der Bau beantragt und genehmigt werden. „Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, rechne ich mit dem Abschluss des Kaufvertrags gegen Ende des ersten Quartals“, sagt Schreiber. „Gelingt das, bleiben wir auch im ursprünglichen Zeitrahmen.“ Dieser sieht einen Start des Pflegezentrums 2017 vor.

Nach Informationen der Osterländer Volkszeitung hakt es aber offenbar noch aus anderen als formellen Gründen. Etwa bei der Entsorgung der Abwässer oder besser: bei den daraus resultierenden Kosten, die kaum kalkulierbar sind. Demnach gibt es zwei Szenarien: Möglich sind eine biologische Kläranlage vor Ort oder eine zentrale Entsorgung, die wiederum über Untschen, Beerwalde oder Nöbdenitz erfolgen kann. Während Variante eins zunächst Kostenvorteile bringt, gilt die andere als zukunftssicherer und bequemer, weil umfangreiche Kontrollen entfallen und man sich ständig verschärfenden EU-Richtlinien entzieht.

Die Kaufsumme für Schloss Tannenfeld soll jedenfalls bei 280.000 Euro liegen. Bei den Investoren handelt es sich um Unternehmer aus der Dübener Heide, Gößnitz, Erfurt, Kriebitzsch, Leipzig und Schmölln, die namentlich nicht genannt werden wollen. Diese hatten mit der Vorstellung ihres Konzepts im Juli 2015 auch den Kreistag überzeugt, der daraufhin mit großer Mehrheit Landrätin Sojka grünes Licht für den Verkauf gab.

Von Thomas Haegeler

Tannenfeld Löbichau 50.873036 12.260571
Tannenfeld Löbichau
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