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Geschäftsleute in Nobitz verunsichert

Geschäftsleute in Nobitz verunsichert

Vor allem Geschäftsleute beobachten ganz genau, was da läuft und fühlen sich verunsichert. "Es gibt inzwischen zwei Investoren, die ganz bewusst alle Aktivitäten wegen des Rechtsstreites auf Eis gelegt haben", klagt Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD).

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Vor einem Jahr bot der Innenhof des Einkaufscenters noch einen heruntergekommenen Anblick. Inzwischen sieht es richtig schmuck aus. Aber wie lange, sollte Aldi gehen?

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Sie hätten schlichtweg Angst, Geld in den Sand zu setzen. "Und ich weiß nicht, wie ich diese Angst der Leute zerstreuen soll", erklärt er im OVZ-Gespräch.

 

Denn ihm und den Investoren kommt es derzeit so vor, als würde Altenburg intensiv nach jedem Haar in der Suppe suchen. Ein Klima, das nicht förderlich für Investitionen ist. "Wer Geld in eine Sache steckt, der will nicht ein halbes Jahr später gesagt bekommen, was dann alles nicht geht", erzählt Läbe von den Nöten der Investoren, die - auch eine Folge der Streitigkeiten - nicht mit Namen genannt werden möchten.

 

Einer jedenfalls wollte auf 1500 Quadratmeter Ladenfläche auf dem Gewerbegebiet im ehemaligen Baumarkt mit fünf Leuten eine Filiale eröffnen. "Es sollten dort Produkte angeboten werden, die man in aller Regel mit dem Auto transportieren muss. Also keine Innenstadt-Relevanz haben", gibt das Gemeindeoberhaupt zu Protokoll. Der Bürgermeister vermeidet, nähere Details zu erwähnen. Er wolle seine Investoren schützen und nicht verprellen, erklärt er. Außerdem hat Läbe die Hoffnung, dass die Investoren in der Warteschleife bleiben und später ihre Projekte fortsetzen.

 

Der andere Investor hat sich zumindest über einen zweijährigen Pachtvertrag erst einmal die Flächen für sein Vier-Millionen-Euro-Vorhaben gesichert. "Er hat jedoch gar nichts mit Einzelhandel zu tun, vielmehr ist der Investor ein sozialer Dienstleister", berichtet der Bürgermeister. Doch weil er eben geplant hatte, auf dem Gewerbegebiet sein Projekt zu verwirklichen, ist auch er stark verunsichert. Wie der Nobitzer Gemeindechef weiter berichtet, sei dem Dienstleister sogar von anwaltlicher Seite geraten worden, erst einmal nichts zu unternehmen.

 

Jedoch nicht nur die, die nach Nobitz wollen, sind verunsichert. Auch jene, die schon dort sind, harren angespannt der Dinge. "Ich glaube nicht, dass es für uns existenzbedrohend werden würde, wenn Aldi nicht kommt oder wieder gehen müsste", sagt Anja Kaufmann, Mitarbeiterin im Reisebüro Rank, gleich gegenüber der neuen Geschäftsräume des Discounters. Sicher würde Kundschaft wegbleiben, aber da es noch Marktkauf und Poco gibt, glaubt sie, dass das Geschäft weiter existieren kann, egal, wie der Streit ausgeht. "Aber schade fände ich es, wenn Aldi gehen würde, denn nach vielen Jahren sieht endlich der Innenhof wieder ordentlich aus. Und schon könnte alles wieder hinfällig sein", klagt sie kopfschüttelnd.

 

In der Apotheke nebenan sieht Inhaber Falk Kröber die Situation ähnlich. Selbstverständlich würde es Kunden kosten, sollte Aldi nicht bleiben. Doch Existenzängste habe er nicht. "Was mich aber wirklich verunsichert, ist, dass die Politik, sogar die von außen, in die Geschäfte der privaten Wirtschaft reinredet." Das habe nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun, vielmehr fühlt sich Kröber an das Marktrecht-System des Mittelalters erinnert. Ansonsten macht er eine ganz einfache Rechnung auf: "Geht es dem Einkaufscenter gut, geht es auch mir und meinem Team gut." Damit spricht er auch Läbe aus dem Herzen, der das auf alle Geschäfte ausdehnen möchte. Immerhin gibt es im Gewerbegebiet 80 Arbeitsplätze. "Wir können es uns nicht leisten, diese zu gefährden", mahnt der Bürgermeister.

 

Dass es bei allem Pulverdampf und Gepolter auch anders geht, beweist die Zusammenarbeit von Nobitz und Altenburg, wenn es um Industrieansiedlungen geht. "Da läuft es super. Wenn nötig, vermitteln wir uns sogar gegenseitig Investoren", sagt Läbe.

 

© Kommentar Seite 11

Reuter, Jörg

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