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Geschlossene Veranstaltung: Verleihung des Altenburger Kulturpreises heute Abend erstmals vor geladenen Gästen

Geschlossene Veranstaltung: Verleihung des Altenburger Kulturpreises heute Abend erstmals vor geladenen Gästen

Wenn heute Abend zum achten Mal der Kulturpreis der Stadt Altenburg vergeben wird, geschieht dies zum ersten Mal hinter verschlossenen Türen und nur für geladene Gäste.

Altenburg. Von Ellen Paul

Es ist noch nicht einmal ein Vierteljahr her, da hat die Vereinsvorsitzende Birgit Klaubert den Kulturpreis als ein "Begräbnis erster Klasse" bezeichnet. Von "Schmierentheater" und "Hohn in Säcken" war außerdem in Fördervereins- und Mitspieler-Kreisen die Rede. Denn nur eine Woche, nachdem der Stadtrat Anfang Juni entschieden hatte, den Kulturpreis 2012 an den Förderverein Prinzenraub für seine Verdienste rund um die Festspiele zu verleihen, wird des Oberbürgermeisters Absicht bekannt, mangels Geld den Start der neuen Festspiel-Staffel auf unbestimmte Zeit zu verschieben.

Frust und Enttäuschung der engagierten ehrenamtlichen Mitstreiter vor und hinter den Kulissen ließen sich damals nur schwer in Worte fassen. Die Debatte ging sogar so weit, den Preis nicht anzunehmen. Davon ist indes heute keine Rede mehr. "Die Aufregung hat sich mittlerweile gelegt. Und es überwiegt die Ansicht, dass es eine Ehre ist, Kulturpreisträger der Stadt zu sein, eine Anerkennung erbrachter Leistungen", so Birgit Klaubert. Die Landtags-Vizepräsidentin und Fraktionschefin der Linken im Altenburger Stadtrat wird den Preis deshalb heute Abend in Empfang nehmen. Auch wenn selbstverständlich noch nicht alle Wunden verheilt sind, wie sie bekennt.

Einen politischen Hintergrund für die geschlossene Veranstaltung sieht sie aber ebenso wenig wie die Chefin des städtischen Kulturmanagements, Susanne Stützner. Weil nach der Preisverleihung das neueste Vereinsprojekt, "Die lustigen Weiber von Windsor", aufgeführt werden, ist im Marstall eine große Bühne aufgebaut. "Dadurch haben wir nur eine Platzkapazität von 120 Sitzen. Der Verein allein zählt aber schon 190 Mitglieder", begründet Stützner die Entscheidung, nur geladene Gäste einzulassen.

In den Vorjahren haben alle anderen Preisträger allerdings eine öffentliche Würdigung erfahren: der Vater des Altenburger Musikfestivals, Arturo Sergi, 1998 auf einer Festveranstaltung im Landestheater, das Folkloreensemble 2000 auf dem Festplatz vor hunderten Zuschauern anlässlich des 5. Thüringer Tanzfestes, der Künstler Peter Schnürpel 2002 auf der Biennale Junge Kunst, der Künstler Medardus Höbelt (2004), der Schlossorganist Felix Friedrich (2006) und der Leiter des Posaunenchors Joachim Roth (2008) jeweils vor dem Stadtrat - allesamt öffentlich - und zuletzt 2010 der Musiker und Komponist Günther Witschurke auf der Eröffnungsveranstaltung der Prinzenraub-Festspiele im Festsaal des Schlosses.

Ob es für den Prinzenraub-Förderverein nicht doch eine andere Möglichkeit gegeben hätte, ist schwer zu sagen. Ob man vielleicht gar nicht danach suchte, weil man insgeheim doch mit irgendeinem Eklat rechnet, bleibt das Geheimnis des Veranstalters.

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