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Altenburg Gesundheitsministerin verärgert CDU im Landkreis wegen Brief-Aktion
Region Altenburg Gesundheitsministerin verärgert CDU im Landkreis wegen Brief-Aktion
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12:38 15.04.2019
Der Kontakt von Jugendlichen im Altenburger Land zu Alkohol und anderen Drogen ist weiter verbreitet, als mancher annimmt. Quelle: dpa
Altenburg

Ein Brief der Thüringer Gesundheits- und Sozialministerin Heike Werner (Linke) zum Thema „Kinder und Jugendliche aus Suchtfamilien“ hat zu Verstimmungen in der CDU-Führungsriege der CDU des Landkreises geführt. In dem Schreiben an die „politischen Entscheidungsträger“ in den Landkreisen und Gemeinden wollte Werner zur Unterstützung für drogengefährdete junge Leute aufrufen. Sie verfolge das Ziel, in den Kommunen und Landkreisen konkrete Angebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien sowie geeignete verbindliche Finanzierungsgrundlagen vorzuhalten, schrieb sie. Dafür seien enge Verzahnungen und Kooperationen zwischen Suchthilfe, Psychiatrie, Jugendhilfe und Gesundheitswesen gefragt. „Nachhaltige Finanzierungsmodelle sollen entstehen.“

Ministerin bittet um Unterstützung

In einem angehängten politischen Appell mahnt Werner, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien noch stärker in den Blick genommen werden sollten. Kinder müssen davor geschützt werden, später selbst süchtig zu werden. Im Sinne eines flächendeckenden Unterstützungsangebotes für Kinder aus suchtbelasteten Familien bittet Werner alle verantwortlichen Entscheidungsträgers im Kreis und den Gemeinden um Mithilfe.

Landkreis ist bereits aktiv

Dieser Appell der Ministerin, der mittlerweile allen Kreisräten vorliegt, ist dem CDU-Kreistagsfraktionschef Frank Tanzmann gehörig in die Nase gefahren. Frau Werner sollte nicht so viele Appelle versenden, sondern die Kommunen bei der Suchtprävention finanziell besser ausstatten, sagte Tanzmann der OVZ. Er leitet seit vielen Jahren auch den Jugendhilfeausschuss, der sich gerade diesem Thema besonders verschrieben hat. Auch aus diesem Grund gibt es im Altenburger Land bereits eine Stelle für Suchtprävention, deren Mitarbeiterin zum Beispiel in Kindergärten und Schulen aktiv ist. „Daher kennen wir die Probleme gerade in der Suchtprävention genau“, erklärt Tanzmann. Und deswegen brauche der Landkreis auch eine zweite Stelle, die er aber allein nicht finanzieren könne.

Sozialarbeiter reichen nicht aus

Aktiv sei man außerdem mit zwölf Jugendsozialarbeitern an Schulen, die ebenso eng an den Problemen der Jugendlichen dran seien. Allerdings könne man mit dieser Anzahl nicht alle Schulen aufsuchen, klagt Tanzmann. Dies aber sei nötig und werde von den Bildungseinrichtungen auch gewünscht, mitunter sogar gefordert, die bislang leer ausgingen. Doch für mehr Stellen fehle das Geld. Auch deswegen, weil das Land den Landkreis nicht auskömmlich finanziere und die Drogenprävention nicht ausreichend fördere. In einer solchen Situation Appelle für mehr Engagement in der Suchtprävention umherzuschicken, sei da schon sehr merkwürdig, sagte der Unionspolitiker.

Verweis auf Aufkleber-Aktion

Deshalb kann sich Tanzmann nicht den Verweis auf die seiner Meinung nach ohnehin fragwürdige Einstellung der Linken zur Drogen-Problematik unter Jugendlichen verkneifen. Der Fraktionschef erinnert hier speziell an die Aufkleber-Aktion im August 2017 auf dem Altenburger Topfmarkt. Mitglieder der Thüringer Linksjugend hatten während eines Sommerfestes der Linken Aufkleber verteilt, auf denen ein junges Mädchen Drogen in ihre Nase zieht, unter der Überschrift „Hauptsache es knallt!“ (OVZ berichtete). Bei dieser Aktion hielt sich auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) direkt auf dem Topfmarkt auf, der aber von den Stickern nichts gesehen haben wollte.

Kritik an Hoff

Der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), konnte im Nachgang ebenso keine strafrechtlichen Aspekt in der Altenburger Aktion erkennen, denn der Hinweis darauf, dass Jugendliche selbst entscheiden, ob sie den Konsum von legalen oder illegalen Drogen vornehmen wollen, sei noch kein Aufruf zu einer Straftat.

Der Altenburger CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Zippel bezeichnet Hoffs Stellungnahme als eine Unverschämtheit. Die Landesregierung habe offenbar kein Problem mit dem illegalem Drogenkonsum von Jugendlichen. sagte er.

Von Jens Rosenkranz

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