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Getreideernte im Altenburger Land besser als erwartet

Getreideernte im Altenburger Land besser als erwartet

Die Bauernschaft im Altenburger Land hat in diesem Jahr eine schwierige Ernte gemeistert. Die Erträge fielen besser als erwartet und überdurchschnittlich gut im Bundesvergleich aus.

Altenburg.

 

 

 

 

 

 

 

"Wir sind hier in der Region mit einem blauen Auge davongekommen", bestätigt Kerstin Fröhlich von der Agrargenossenschaft Kriebitzsch. "Wir arbeiten schließlich das ganze Jahr auf die Ernte hin. Wenn dann das Ergebnis nicht stimmt, ist das für die Betriebe finanziell ein herber Schlag." Aufgrund des extremen Witterungswechsels mussten die Landwirte immer wieder ihre Arbeit unterbrechen. Wochenlang standen sie mit ihrer Technik auf Abruf bereit. "Einerseits wird das natürlich von unserem Berufsstand erwartet. Andererseits ist es für die Familien auch nicht immer einfach, wenn man die ganze Woche bereitsteht und letztendlich erst am Sonntagnachmittag aufs Feld kann", erklärt Fröhlich.

Da eine stabile Trockenperiode nicht absehbar war, musste das Getreide trotz einer hohen Restfeuchte von 17 Prozent aufwärts von den Feldern geholt werden. Eine kostenaufwändige zusätzliche Trocknung auf mindestens 15 Prozent war erforderlich, um die Ernte einlagern zu können. "Aber eine andere Chance hat man in diesem Fall gar nicht", berichtet Matthias Schnelle von der Agrargenossenschaft Nöbdenitz.

Negativ zu Buche schlägt auch ein spürbarer Anstieg der Betriebsmittelkosten, vor allem bei Diesel, Dünger und Futter. "Allein beim Dünger haben wir eine Preissteigerung von 30 Prozent", gibt Berndt Apel, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, zu bedenken. "Deshalb wird unterm Strich trotz guter Erträge auch finanziell nicht mehr herauskommen, aber wenigstens ist es kein Verlustgeschäft." Denn im Gegensatz zu anderen Regionen Thüringens konnte die Bauernschaft im Altenburger Land aufgrund der Bodenbeschaffenheit eine Ernte einfahren, die hinsichtlich Ertrag und Qualität dem Vorjahresergebnis entspricht. Auch die Wetterkapriolen fielen im Vergleich zu anderen Regionen deutlich milder aus.

Nach der Getreideernte sind bereits die nächsten Feldarbeiten in vollem Gange: Zurzeit erfolgt die Strohernte, die Rapsaussaat und das Pressen von Hanfballen. In den vergangenen Jahren hat sich Anbaufläche von Hanf um circa 70 Hektar auf insgesamt etwa 150 Hektar verringert. In diesem Jahr wird das Hanfstroh erstmals an einen Verarbeiter bei Schleiz geliefert. "Wenn sich die Zusammenarbeit mit dem regionalen Abnehmer bewährt, wird der Hanfanbau sicher wieder zunehmen", sagt Apel und erhofft sich das auch für den Gemüseanbau, der erstmals seit mehreren Jahren einen Rückgang verzeichnet. Aufgrund der Insolvenz eines großen Verarbeitungsbetriebs im vergangenen Jahr sahen sich die Erzeuger gezwungen, den Anbau vor allem bei Kulturen wie Buschbohnen und Rote Beete drastisch einzuschränken. Spinat wird im Altenburger Land gar nicht mehr angebaut.

Von der nun anstehenden Mais- und Zuckerrübenernte, die Ende September beginnt, versprechen sich die Landwirte sehr gute Erträge. Sie bildet den Abschluss der Erntesaison 2011. "Da könnten wir eine Spitzenernte einfahren", prognostiziert Berndt Apel. "Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass uns das Wetter nicht plötzlich doch noch einen Strich durch die Rechnung macht."

Franziska Seifert

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