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Gewagt und gewonnen - Könner auf Skateboard und BMX-Rad

Gewagt und gewonnen - Könner auf Skateboard und BMX-Rad

Rico Plöttner steht auf der Skateboard-Rampe und hört seinen Namen über die Lautsprecher. An diesem warmen Samstagnachmittag umringen rund 120 Zuschauer die Skateboard-Anlage am Großen Teich, und alle Augen richten sich nun auf ihn.

Altenburg.

Von Krysta Brown

 

Der 24-Jährige rollt plötzlich los, fährt schnell über die nächste Rampe und versucht, innerhalb von drei Minuten seine besten Tricks zu zeigen. Mit Kickflips, Boardslides und Grinds beweisen er sowie 14 andere Teilnehmer ihr Können beim 12. Skateboard-Contest des Jugendklubs Rote Zora.

 

Bei einem besonderen schwierigen Kickflip, bei dem das Skateboard in der Luft gedreht wird, stürzt Plöttner einmal ab. Doch das stört ihn offenbar nicht, als er gleich noch einmal denselben Trick versucht. "Die Möglichkeit, verletzt zu werden, gehört einfach dazu", sagt der Pädagogik-Student danach, als er seine blutige Hand bandagiert.

 

Er ist nicht allein in dieser Hartnäckigkeit, bei einer schwierigen Aufgabe dran zu bleiben. Bei einigen der jungen Skateboarder sowie bei den sechs BMX-Fahrern ist es auch während des Wettbewerbs zu leichten Unfällen oder Abstürzen gekommen. Dies hat aber weder die Stimmung der Teilnehmer noch die Begeisterung des Publikums gedämpft. Wagemutig klettern die Wettkämpfer immer wieder auf die Boards und Räder.

 

Dem Organisator des Contests, Rico Schwertner, ist es klar, dass einige Ziele eine bestimmte Beharrlichkeit fordern. Zusammen mit seinen Kollegen arbeitete der Leiter der mobilen Jugendarbeit vor zwölf Jahren daran, jungen Leuten wie Plöttner einen Platz zu geben, wo sie sich mit Skateboards oder BMX-Fahrrädern austesten können. "Ich finde es wichtig, dass sie hier in Altenburg diese Chance haben, genau wie in Großstädten. Es erzeugt Engagement und ein Gemeinschaftsgefühl", sagt der 42-Jährige.

 

Dank Unterstützung der Stadt und Fördergeldern von der Sparkasse sowie von vielen privaten Spendern ist es dem Jugendklub damals gelungen, einen Platz aufzubauen und die ersten Beton-Geräte - die Rampen, die Welle und die Halfpipes - zu installieren. Davor gab es nur mobiles Skateboard-Zubehör aus Holz, das nicht nur vom Wetter beeinträchtigt wurde, sondern auch gefährlicher war. In der Zwischenzeit gibt es mehrere Skateboard-Elemente auf dem Platz, jeweils mit Kosten zwischen 6000 und 10 000 Euro. Künftig wollen sie den Platz weiter ausbauen, sagt Schwertner, aber feste Planungen dafür gibt es noch nicht.

 

Viele Skateboard- und BMX-Begeisterte treffen sich inzwischen mehrmals in der Woche auf dem Platz, manche sogar jeden Tag. "Auf der Anlage fühlt man sich unter Freunden und wir verbessern uns gegenseitig", so Enrico Plöttner, der sich schon seit zehn Jahren mit dem Skateboarding beschäftigt. "Die Sportart an sich ist eigenständig, denn man kann das zu jeder Zeit alleine machen. Auf dem Platz geht es aber mehr um die Gemeinschaft. Inzwischen kennen wir uns alle und haben gemeinsam Spaß dabei."

 

Dank dieser Gemeinschaftsstimmung des Sports hat Schwertner einen Draht zu den Jugendlichen, was für seine Sozialarbeit wichtig ist. Dabei engagieren sich viele Enthusiasten oft auch weiter mit den Nachwuchs: Der Moderator des Contests, Tobias "Erbse" Scheibner, ist dafür ein Musterbeispiel. Beim Contest sorgt der 24-Jährige über das Mikrofon für gute Stimmung und coole Beats. Er engagiert sich inzwischen schon seit acht Jahren in der mobilen Jugendarbeit. Zusammen mit Schwertner arbeitet der Skateboard-Veteran ehrenamtlich im Jugendcafé, einem wöchentlichen Treffen in der Rote Zora, und er organisiert Veranstaltungen und Jugendtreffen.

 

Auch die dreiköpfige Jury des Wettbewerbs besteht aus ehemaligen Teilnehmern aus der Szene. In je zwei Runden bewerten sie die Wettbewerber anhand Form, Tricks und allgemeinen Fähigkeit auf dem Skateboard oder Fahrrad. Am Ende des Contests erhalten die erste drei Platzierten einen Preis für ihre Leistung.

 

Dieses Jahr wurde zwei neue Skateboards von KBK in Altenburg als Preise für die beiden ersten Plätze übergeben. Die Glücklichen waren David Clemenz aus Chemnitz und Florian Trinkmann aus Altenburg. Rico Plöttner schafft den dritten Platz. Bei den BMX-Piloten gingen die ersten drei Plätze an Phillip Hauptmann aus Zeitz, Adrian Drivl aus Zeulenroda sowie Max Schuster aus Zeitz.

 

Aber am Ende darf auch Rico Plöttner mit den Ergebnissen zufrieden sein, denn obwohl er den ersten Platz nicht belegt hat, wird er bereits im dritten Jahr mit der "Best Tricks"-Auszeichnung geehrt.

Krysta Brown

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