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Altenburg Gießverbot im Altenburger Land schließt weder Brunnen- noch Trinkwasser ein
Region Altenburg Gießverbot im Altenburger Land schließt weder Brunnen- noch Trinkwasser ein
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04:00 05.07.2018
Derzeit führt die Blaue Flut an der Hellwiese in Altenburg kaum noch Wasser und ist dort gerade noch drei Zentimeter tief. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Lediglich heute gibt es eine Chance auf Regenschauer im Altenburger Land, informiert der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf OVZ-Anfrage. Ziehen die erwarteten Gewitter aber westlich vorbei, ist die Aussicht auf ein paar Regentropfen für die kommenden Tage auch schon wieder vorbei. Weil auch laut mittelfristiger Prognose von Jacqueline Kern vom DWD die Trockenheit bleibt. „Es ist momentan nicht zu erwarten, dass sich die Wetterlage komplett umstellt“, erklärt sie.

Gießverbot gilt seit Dienstag

Damit wird sich an der akuten Wasserknappheit in den Gewässern des Altenburger Landes nichts ändern. „Die Pegel sind in diesem Jahr extrem niedrig. Zum Beispiel fließt derzeit in der Pleiße rund ein Kubikmeter Wasser weniger pro Sekunde, als im langjährigen Juni-Durchschnitt“, beschreibt die Leiterin der unteren Wasserbehörde, Birgit Seiler, die Lage. Das, und vor allem die Vielzahl besorgter Anrufe von Bürgern, haben die Kreisbehörde veranlasst, eine Allgemeinverfügung zu erlassen, die die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen, Seen oder Teichen zum Gießen verbietet. Damit dürfen weder Hobbygärtner noch Landwirte mit Oberflächenwasser ihre Pflanzen beregnen (die OVZ berichtete). „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und 14 Tage auf Regen gehofft“, so Seiler. Doch die Situation habe sich nicht entschärft, weshalb das Landratsamt erstmals ein solches Verbot erlassen musste, das seit Dienstag in Kraft ist und nun auch kontrolliert wird.

Kontrolltrupps gehen entlang der Gewässer Streife

„Natürlich nur stichprobenartig dort, wo wir Hinweise aus der Bevölkerung haben, dass es Wasserentnahmen gibt, und an den Stellen, die wir von unseren regelmäßigen Gewässerschauen kennen“, sagt Seiler und verweist auf Bußgelder von bis zu 50 000 Euro bei Verstößen. Wie sie weiter erläutert, seien jedoch grundsätzlich unabhängig vom Pegelstand Wasserentnahmen aus Gewässern genehmigungspflichtig. Und somit ohne Erlaubnis immer verboten. Diese ist aber nun durch die Allgemeinverfügung ausgesetzt. „Es gibt im Kreis jedoch nur sehr wenige, die eine Genehmigung haben, ein paar Kleingärtner im Luckaer Raum und zwei Landwirtschaftsbetriebe“, zählt Seiler auf und berichtet, dass die beiden Unternehmen ihr gegenüber erklärt hätten, sie kämen mit dem Bewässerungsverbot klar.

Brunnen- und Trinkwasser von Trockenheit wenig betroffen

Der Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe nutze sowieso zum Beregnen, wenn es denn erfolgt, Brunnen, so Bernd Apel vom Kreisbauernverband gegenüber der OVZ. Und Brunnen sind ausdrücklich nicht eingeschlossen. „Aus denen darf weiterhin Wasser zum Gießen genommen werden – sowohl von Kleingärtnern als auch von Unternehmen“, stellt Seiler klar. Keine Einschränkungen gebe es auch, was das Trinkwasser betrifft, bestätigen sowohl die Energie- und Wasserversorgung Altenburg (EWA) als auch der Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL). „Eine Verknappung von Trinkwasser in der Stadt Altenburg wegen der Trockenheit ist mit Sicherheit auszuschließen“, teilt die EWA mit. Deshalb könne das EWA-Leitungswasser weiterhin zum Gießen genutzt werden. Das Versorgungsunternehmen verweist in diesem Zusammenhang auf seine zwei Fernwasserbezugsquellen, die Talsperre Leibis und das Wasserwerk Torgau-Ost.

Trinkwasseranbieter garantieren Versorgung

Bei beiden „Quellen“ bestehe keine Sorge, dass das Wasser knapp werde, sagt auch Lars Merten, Werkleiter im ZAL, der den großen Teil des ländlichen Kreises mit Trinkwasser versorgt und neben Leibis und Torgau, auch noch Fernwasser aus Eibenstock bezieht. „Es gibt von den Talsperren überhaupt keine Anzeichen, dass wir uns auf Einschränkungen einstellen müssen“, so Merten. Neben Fernwasser nutzt der Verband aber auch noch einige Brunnen, um seine Kunden zu versorgen. Diese sind zwischen 50 und 100 Meter tief und deshalb kaum von oberflächlicher Trockenheit beeinflusst. Die Grundwasserneubildung ist in Mitteldeutschland größer als der Trinkwasserverbrauch.

„Wir haben keine Problem, wenn unser Leitungswasser auch zum Gießen genutzt wird“, erklärt Merten, gibt aber zu bedenken, dass der erhöhte Verbrauch natürlich bezahlt werden müsse.

Von Jörg Reuter

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