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Altenburg Gleich drei Wölfe in der Nobitzer Kiesgrube?
Region Altenburg Gleich drei Wölfe in der Nobitzer Kiesgrube?
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00:44 30.04.2018
Der Wolf breitet sich allmählich in Deutschland aus. Jetzt wurden mehrere an der Nobitzer Kiesgrube gesichtet. Quelle: dpa
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Nobitz

Streunen Wölfe durch die Gemeinde Nobitz? Dessen ist sich Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) seit Dienstag ziemlich sicher. „Zumindest, dass mehrere Wölfe hier durchgezogen sind“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Hintergrund ist der Anruf einer Bürgerin am Dienstagabend gegen 21 Uhr beim Gemeindeoberhaupt. „Sie hat mir berichtet, kurz zuvor einen Wolf zwischen Nobitz und Niederleupten an der Einfahrt zum Heim-Kieswerk gesehen zu haben“, so Läbe weiter.

Nun wurden nicht allzu selten auch mal streunende Hunde für Wölfe gehalten, weshalb Läbe auf den geäußerten erst Verdacht mit Vorsicht reagierte, die vermeintliche Beobachtung aber intern weitergab. Allerdings erhärtete am Freitag ein weiterer Anruf aus dem Kieswerk Heim den Verdacht. „Dort hat die installierte Sicherungskamera ebenfalls am Dienstag gleich drei Wölfe aufgenommen, die offensichtlich Revierkämpfe austrugen“, so Läbe weiter.

Aufnahmen von Überwachungskamera gelöscht

Leider hat die beauftragte Sicherheitsfirma die Aufnahmen mittlerweile wieder gelöscht. Doch Läbe ist sich sicher, dass es sich um Wölfe gehandelt haben muss: „Streunende Hunde gibt es sicher, aber nicht in einem Rudel. Und der Mitarbeiter von Heim hat nochmals versichert, dort Wölfe gesehen zu haben.“ Unklar sei jedoch, ob die Tiere sich hier niedergelassen haben oder nur durchzogen, wie schon mehrfach im Kreis beobachtet.

Umgehend meldete Läbe die Sichtungen an das Landratsamt sowie das eigens eingerichtete Wolfsbüro. „Ja, diese Meldungen sind eingegangen“, bestätigte die Chefin der unteren Naturschutzbehörde, Birgit Seiler, auf Anfrage. „Allerdings ist dies erst ein Anfangsverdacht und wir müssen nun klären, ob es sich eventuell um Durchzügler handelt, wie beispielsweise schon bei Zechau beobachtet“, so Seiler. Dort hat ein erfahrener Jäger, also ein Mann vom Fach, die entsprechenden Beobachtungen gemacht.

Grund zur Panik unter der Bevölkerung liefere die Anwesenheit des Wolfes allerdings nicht. „Sicher ist eine gewisse Achtsamkeit angebracht und sollten weitere Beobachtungen umgehend gemeldet werden. Aber ansonsten rate ich doch zur Gelassenheit.“ Panik will auch Hendrik Läbe nicht schüren. „Aber ich will die Bevölkerung trotzdem sensibilisieren und auch aufklären, wer bei solchen Sichtungen zu informieren ist.“

Das gelte auch für den Fall, sollte es tatsächlich zu Rissen durch den Wolf bei Schafen kommen. „Dafür wurde in Thüringen ja eigens ein entsprechender Gutachter bestellt, der die gerissenen Tiere binnen 24 Stunden begutachten muss, damit die Halter die gesetzliche Ausgleichszahlung vom Land erhalten“, so Läbe.

Uwe Müller von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie ist der bestellte Rissgutachter und unter Telefon 03641 684461 (dienstl.) sowie 036450 42002 erreichbar.

Von Jörg Wolf

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