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Altenburg Gnadenfrist abgelaufen: Altenburger Berufsschulklasse muss nach Weimar
Region Altenburg Gnadenfrist abgelaufen: Altenburger Berufsschulklasse muss nach Weimar
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00:38 20.09.2015
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Dank der Intervention von Landrätin Michaele Sojka (Linke) und Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) wurde dies verhindert.

Doch diese Gnadenfrist läuft OVZ-Informationen zufolge nun ab. Die Planung der berufsbildenden Schulen in Thüringen sieht vor, dass die jetzige neue Grundstufenklasse ab 2016/17 nach Weimar wechselt oder in länderübergreifende Fachklassen umgelenkt wird. Thüringen bildet bislang in Weimar und Altenburg umwelttechnische Berufe in vier Richtungen aus. Es sind Fachkräfte für Wasserversorgung- und Abwassertechnik, für Abfallwirtschaft sowie für Rohr- und Kanalservice.

Allerdings reichen für beide Standorte die Schülerzahlen für sinnvolle Klassenstärken nicht aus. So zählt die Grundstufen-Klasse an der Piererschule im Moment nur neun Schüler.

Dies zum alleinigen Entscheidungskriterium zu machen, stößt bei der Landrätin auf Unverständnis, wie Sojka der Bildungsministerin und ihrer Altenburger Parteifreundin Birgit Klaubert schrieb. Gleichzeitig wies sie auf eine bestehende Chancenungleichheit hin. So seien die Einzugsbereiche für die Fachkräfte für Wasser und Abwasser in Weimar größer als in Altenburg. Teilweise würden in der Klassikerstadt sogar Schüler aus Sachsen-Anhalt unterrichtet. Zum anderen habe sich die Berufsbildungsregion Ostthüringen mit den Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt, Greiz, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis und den Städten Jena und Gera für die weitere Ausbildung am Standort Altenburg ausgesprochen und schlage seit Jahren vor, dass die UT-Berufe aus ganz Thüringen auf die Skatstadt konzentriert werden, heißt es im Schreiben an Klaubert.

Inoffiziell wird Sojka noch deutlicher. Durch das Zerpflücken der UT-Berufe wird diese Spezialität aus Mitteldeutschland am Ende ganz verschwinden, und die junge Leute wandern in den Westen ab, warnt sie. Durch die Schwächung sei auch der Berufsschulstandort Altenburg an sich gefährdet. Denn mit den Friseuren, Köchen und Kellnern hat die Bildungsstätte in den letzten Jahren bereits mehrere traditionelle Ausbildungszweige verloren. Und das, obwohl hier in den letzten Jahren über 14 Millionen Euro in das Schulzentrum und das Jugendwohnheim investiert wurden.

Neben dieser Klassenverlegung musste die Piererschule erst kürzlich einen anderen Rückschlag verkraften. Eigentlich sollten zu Beginn des Schuljahres zwei Berufsschulklassen des 3. Lehrjahres vom Berufsbildungszentrum Göschwitz nach Altenburg verlagert werden. Betroffen waren 17 Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie 13 Elektroniker. Doch das Bildungsministerium nahm den Bescheid zurück. Grund: Die Vertreter der Handwerkerschaft protestierten, und die Stadt Jena reichte sogar eine Klage gegen den Bescheid ein. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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