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Altenburg Göpfersdorfer Gewimmel: Ein Fest der Kunst- und Gaumenfreuden
Region Altenburg Göpfersdorfer Gewimmel: Ein Fest der Kunst- und Gaumenfreuden
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09:26 23.10.2017
Tausende Besucher bevölkerten die Marktmeile im kleinen Göpfersdorf an der Landkreisgrenze. Quelle: Mario Jahn
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Göpfersdorf

Rund 110 Händler, etwa ein halbes Dutzend offener Höfe und tausende Besucher: Das sind seit Jahren die Grundzutaten für den Kunst- und Bauernmarkt in Göpfersdorf. So auch am Sonnabend zur nunmehr 16. Auflage. Für einen Tag steppte in dem kleinen Dorf am östlichsten Rand Thüringens sprichwörtlich wieder der Bär. Wo sonst Katzen die dörfliche Ruhe beim Sonnenbad auf der Straße genießen, herrschte Gewimmel. Die Ausflügler-Scharen blieben hier beim Fleischer stehen, kosteten dort beim Bäcker, staunten über das Geschick von Korbflechtern und bewunderten Malereien und Grafiken verschiedener Künstler.

„Jetzt bin ich erleichtert, alle sind an ihrem Platz, der Markt läuft und es sind wieder viele Leute unterwegs“, sagte Karin Gentsch-Geist nach dem ersten Drittel des Markttages. Sie gehört zu den Göpfersdorfer Künstlern und ist zudem Vorsitzende des örtlichen Fördervereins, der den Kunst- und Bauernmarkt organisiert. Im Großen und Ganzen folgten die Organisatoren wieder dem bewährten Konzept. Aber neu sei zum Beispiel der Hammerschmied, sagte Gentsch-Geist und empfahl zudem die Taubenflug-Vorführung, die im Vorjahr bereits für Begeisterung sorgte.

Es ist diese ganz eigene Mischung aus Volksfest mit Live-Musik und Kinderunterhaltung, gemixt mit Marktreiben und Kunstausstellung im dörflichen Idyll, die diese Veranstaltung so besonders macht. Damit das auch funktioniert, engagiert sich nahezu das gesamte Dorf. „Wir sind schon von Anfang an dabei. Früher war der Markt noch winzig und nur im oberen Teil des Dorfes“, plauderte Daniel Werner im zum Streichelzoo umarrangierten Bauerngarten. Er, seine Brüder und die Eltern beteiligen sich fürs Dorf, für die Leute und weil’s Spaß macht. „Das macht es wirklich, aber man darf die Arbeit nicht sehen“, erzählte der 34-Jährige. Helfen sei sowieso eine Selbstverständlichkeit, findet Stephan Lichtenstein. Deshalb war der Leitermann-Geschäftsführer auch wieder als Einweiser unterwegs. „Das ist keine niedere Arbeit. Unsere Parkplätze ziehen sich über drei Kilometer, wenn das nicht funktioniert, ist Land unter. Dafür braucht es die Fähigsten“, sagte er lächelnd. Außerdem: „Um den Posten schlagen würde sich niemand.“

Beworben um einen Standplatz hatte sich indes Gloria Bohn. „Ich habe es 2016 schon probiert, da war es aber zu spät“, erzählte die Korbflechterin und freute sich, dass es diesmal geklappt hat. Den Markt kennt sie seit vielen Jahren als Gast, nun wollte sie ihre neue Altenburger Korbwerkstatt in diesem schönen Ambiente präsentieren. Dieses lebt vom Getümmel entlang der Fachwerkhäuser und Gehöfte auf dem Dorfberg, wo Stand an Stand aufgebaut ist. Heiko Beyer hat nicht gezählt, wie oft er schon seine Obstbrände hier anbietet. Göpfersdorf kennt er sogar noch aus seiner Kindheit. Von Röhrsdorf fuhren die Eltern zu DDR-Zeiten oft zum Leitermann, erinnert er sich. Heute betreibt er eine Brennerei im Schwarzwald. „Das Tolle hier: Das ist mal ein traditioneller Bauernmarkt, der funktioniert. Und die Besucher sind alle gut drauf“, bescheinigte er.

Tausende Besucher tummelten sich am Wochenende auf dem Kunst- und Bauernmarkt in Göpfersdorf. Dabei lohnte inmitten des Gewimmels der Blick aufs Detail, gab es verrückte Vögel, edle Obstbrände und Zwiebeln in der Nussschale zu entdecken.

Edle Schnäpse hier, herbstliche Deko dort, Direktvermarkter und Handwerker, dazwischen Künstler wie Sabine Müller. Die Altenburger Grafikerin arbeitet in Göpfersdorf und beteiligte sich zum dritten Mal. Sie wolle Lust auf Grafik wecken. Mit ihren Arbeiten und mit einer Grafikwerkstatt im Quellenhof Garbisdorf am 4. November. „Wir werden dann mit Tetra-Paks Grafiken drucken“, warb sie und zeigte am fertigen Kunstwerk, was mit Geschick, einer Milchverpackung und einer Radiernadel möglich ist.

Einzig ein paar mehr regionale landwirtschaftliche Produkte, Kartoffeln, Kohl und so weiter hätte sich Silke Manger gewünscht. Ansonsten ist die Besucherin aus Altenburg voll des Lobes: „Wirklich schön hier und viele Angebote für Kinder.“ Töchterchen Lea-Joulie überlegte und nickte: „Mir hat’s gefallen.“

Von Jörg Reuter

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