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Gößnitzer Nörgelsäcke versichern: Burnout ist heilbar

Kabarett-Premiere Gößnitzer Nörgelsäcke versichern: Burnout ist heilbar

Einmal mehr laufen die Gößnitzer Nörgelsäcke zur Hochform auf. Diesmal widmen sich die Kabarettisten aus dem Süden des Altenburger Landes dem Thema Burnout, haben aber laut ihrem Programmtitel keine Zeit dafür. Warum das Ganze dennoch nie zur Klamotte verkommt, zeigte das Trio zu den beiden Premieren-Vorstellungen am Freitag und Sonnabend.

Die Nörgelsäcke Markus Tanger (l.) und Carsten Heyn laufen bei ihrem neuen Programm „Keine Zeit für Bournout“ einmal mehr zur Hochform auf.

Quelle: Klaus Peschel

Gößnitz. Keine Zeit für Burnout haben Carsten Heyn, Markus Tanger und Enrico Wirth. Sie sind Kabarettisten der Gößnitzer „Nörgelsäcke“. Haben also einen Job. Da kann man sich keine geistige, körperliche, seelische oder anderweitige Erschöpfung leisten. Andererseits: Willst du oben sein, sei ausgebrannt, aber der wahre Stress beginnt erst zu Hause. Das war die Botschaft, mit der am Freitag und Sonnabend in Gößnitz das Kabarettpublikum auf den Heimweg geschickt wurde.

Beide Premierenveranstaltungen waren ausverkauft. Der Applaus war heftig und das verdienten die drei Akteure auch. Das neue Programm „Keine Zeit für Burnout“ ist lustig, und das zwei Stunden lang, ohne dabei auch nur einmal albern zu sein. Man kann lachen. Das tut gut. Das Thema ist zeitlos und nicht an den Ort gebunden. Als Lachmöwen werden die drei Kabarettisten mit ihrem neuen Programm im Sommer die Insel Rügen zum Schmunzeln bringen. Dann wird dort aus Gößnitz der schöne Ort Baabe werden und aus Meuselwitz wird Mukran. Letzteres passierte Markus Tanger zur Premiere, was ihm aber keiner übel nahm.

Die kabarettistische Geschichte hat zwei dramaturgische Bezugspunkte. Einmal sind es eine halbe Million Kunststoffblumentöpfe, die auf den chinesischen Markt gebracht werden sollen. Zum anderen ist es das Gnu, das als Burnoutverhütungsmittel durch Yogaübungen angebetet wird. Für die Blumentöpfe ist Markus Tanger zuständig als chefhöriger Untertan des Unternehmers, Entspannung in der Herde afrikanischer Antilopen sucht indessen Carsten Heyn. Wem von beiden steht der Nervenzusammenbruch noch bevor und wer hat ihn schon?

Im vorletzten Bild des Programms schlüpfte Tanger ins Kostüm eines Gnus und stand auf der Bühne dem Yogaverrückten Carsten Heyn als Antilope mit dem Vertreterkoffer für Blumentöpfe gegenüber. Das klingt nach Klamauk. War es aber nicht. Tanger und Heyn blieben dank Regie von Wolfgang Gerber, auf dem Boden des Kabaretts und versanken nicht in den Untiefen der Klamotte oder gar der schlechten Comedy.

Wortwitz zeichnet das neue Programm aus. Dieser Wortwitz muss aber in die Ohren des Publikums gebracht werden, um von dort irgendwie die Lachmuskeln zu erreichen. Dazu bedarf es schauspielerischen Talents. Als Heyn auf der Bühne den alkoholisierten Chirurgen gab, der noch 16 Kaiserschnitte braucht, um sein Krankenhaus über Wasser zu halten, konnte man Angst bekommen. Wie kann sich ein Kabarettist während einer Vorstellung so betrinken? Dabei war er sinnlos nüchtern.

Auch Tanger schlüpfte wieder in verschiedene Rollen. Als Chef eines Auszubildenden brillierte er in blauer Kittelschürze und warf Telefonbücher unter das Publikum. War das nun vor oder nach dem Burnout? Auch Kinder sind vor Burnout nicht gefeit, alte Leute erst recht nicht. Die lesen ja in der Zeitung noch gedruckt die alten Meldungen, die am Tag zuvor im Internet erschienen und längst gelöscht sind.Die Grundschüler und deren Mamas und Papas stresst hingegen die Bildungsempfehlung. „Mein Kind hat die chinesische Mauer nachgebaut, es muss Architekt werden.“ „Nein, Maurer“, lautete die kabarettistische Antwort. Dabei hatte keiner an diesem Abend die Absicht, den Zusammenbruch der Nerven und Gebeine zu beschleunigen.

Ums Entschleunigen ging es auch Enrico Wirth, dem Mann am Klavier, dem Musiker, der im Kabarett unverzichtbar ist, aber im Hintergrund bleibt. Seine Musikstücke waren vertonte Glossen. Kurz und treffend. Auch sie wurden mit viel Lachen und Beifall bedacht. Die Jagd nach dem Burnout wird auf der Kleinkunstbühne in Gößnitz wieder am 30. April und am 4. Juni stattfinden. Karten soll es noch geben, wurde am Wochenende versichert. Schnell zugreifen, es lohnt sich. Burnout ist heilbar.

Von Klaus Peschel

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