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Gößnitzer Sitzmöbel-Firma feierte 25. Jubiläum – kontinuierliches Wachstum

Bequem, chic und praktisch Gößnitzer Sitzmöbel-Firma feierte 25. Jubiläum – kontinuierliches Wachstum

Die Firma Stahlrohrmöbel in Gößnitz hat allen Grund zum Feiern. Seit nunmehr 25 Jahren produziert das Unternehmen an der Pleiße. Inzwischen verlassen Zehntausende Stühle und Tische das Fabrikgelände.

Was in der herkömmlichen Metallverarbeitung Stunden gedauert hat, schaffen die Laserschneider im Sekundentakt, egal ob Einzelstück oder Serienteil.

Quelle: Jens Paul Taubert

Gößnitz. Die Firma Stahlrohrmöbel in Gößnitz hat allen Grund zum Feiern. Seit nunmehr 25 Jahren produziert das Unternehmen an der Pleiße. Inzwischen verlassen Zehntausende Stühle und Tische das Fabrikgelände. VIPs schauen von den Stühlen der Gößnitzer aus live Fußballspiele, Soldaten der Bundeswehr erledigen darauf ihre Büroarbeit oder es warten Patienten auf den Stühlen, bis sie ins Arztzimmer gerufen werden. Die Abnehmer der Möbel aus Ostthüringen sind heute in vielen Teilen der Welt zu finden. Für Geschäftsführer Christoph Martsch ist das erste Vierteljahrhundert Stahlrohrmöbel Gößnitz eine Erfolgsgeschichte.

Direkt nach der Wende startete in Gößnitz ein kleiner Polster-Betrieb mit acht Mitarbeitern. Die Belegschaft der daraus hervorgegangenen Firma umfasst aktuell 100 Mann, die heute an zwei Standorten in Gößnitz und Ehrenhain produzieren. Der Grundstein der unternehmerischen Erfolgsgeschichte wurde mit dem ersten Auftrag gelegt, den die Gößnitzer für die Fränkische Möbelfirma Stechert abarbeiteten. „Vom Ergebnis war man so zufrieden, dass sofort weitere Aufträge ausgelöst wurden und die beiden Firmen sich näherkamen“, erzählt Martsch über die Anfänge. Schließlich kamen die Inhaber wenig später überein, die in Gößnitz gegründete Firma in die Stechert-Gruppe zu integrieren, was sie bis heute geblieben ist. Ende der 90er-Jahre arbeiteten schon 50 Leute in den Werkhallen, wo vor der Wende die volkseigenen Betriebe Feuma und Schuhfabrik ihre Produktionsstätten hatten. Rund zehn Jahre ging es kontinuierlich aufwärts. Und bereits 1993 kamen die Metallbearbeitungssparte und eine Pulverbeschichtung dazu.

Doch Anfang der 2000er geriet in Deutschland die gesamte Möbelhersteller-Branche ins Schlingern. Die Euroeinführung auf der einen Seite und asiatische Billigkonkurrenz auf der anderen ließen die Umsätze in die Keller rauschen. Davon blieb auch das hiesige Unternehmen nicht verschont. „Um weiter existieren zu können, mussten wir uns neu orientieren“, so Martsch. Die Lösung lag im Ausbau der Metallverarbeitung durch den Kauf hochmoderner Laserschneidmaschinen. Der Vorteil der computergesteuerten Hightech-Automaten ist, dass mit ihnen große Stückzahlen aber vor allem Kleinserien und Einzelteil sehr kostengünstig hergestellt werden können. Mit Teilen etwa für die Autoindustrie konnten die Auftragsbücher recht schnell wieder gefüllt werden. Bis heute ist die Zuliefersparte ein Standbein und macht etwa 20 Prozent der Produktion aus.

Kerngeschäft sind jedoch Stühle und Tische. Die Produktpalette der Sitzmöbel reicht vom einfachen Stapelstuhl, über Dreh- und Schreibtischstühle bis hin zu Sonderanfertigungen für Stadien, Hörsäle oder die Aida-Schiffe. „Wir produzieren ausschließlich auf Bestellung. Das heißt, der Kunde sucht sich in unserem Katalogen individuell aus, was er möchte und wir liefern binnen vier bis fünf Wochen. Das ist unsere Nische“, erläutert Martsch.

Die Vielfalt, aus der Kunden wählen können, ist überwältigend. Alle möglichen Farben und Muster sind denkbar, zahllose Stuhl- und Tisch-Design-Varianten stehen zur Kundenauswahl, die entweder aus Holz und/oder Metall gefertigt werden und so weiter. In diesem Segment ist die Bundeswehr seit vielen Jahren einer der wichtigsten Stammkunden der Gößnitzer Stahlrohmöbel. „Wir haben erst kürzlich einen Auftrag über 80 000 Drehstühle, der über zwei Jahre läuft, abgeschlossen“, sagt Martsch gegenüber der OVZ.

Als Teil der Stechert-Gruppe sind die Gößnitzer zudem an vielen Sonderaufträgen rund um den Globus beteiligt. Dazu gehört die Bestuhlung von Stadien wie jüngst im russischen Krasnodar oder der Ausbau von Hörsälen wie der Martin-Luther-Universität Halle. „Da gehört beispielsweise auch der Podestbau und die Optimierung Akustik dazu“, erläutert Martsch. Fachbereiche, auf die sich andere Werke der Gruppe spezialisiert haben. Die Gößnitzer Firma entwickelt sich konzernintern immer mehr zum Polsterspezialisten. Ein entscheidender Impuls in diese Richtung war der Kauf der Sattlerei der insolventen Firma Göppel-Bus vor reichlich zwölf Monaten (die OVZ berichtete). „Ohne das hätten wir 2015 kaum die Aufträge geschafft. Und momentan sind wir schon wieder an der Kapazitätsgrenze.“

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Firma einen Rekordumsatz von elf Millionen Euro. Für 2016 peilt Martsch zwölf Millionen Euro an. Grundlage des Wachstums seien aber nicht die Maschinen, betont Martsch, sondern die Mitarbeiter. „Den Standort zeichnet deren hohe Flexibilität aus und ihre fachliche Kompetenz.“ Wofür sich das Unternehmen am Wochenende mit einer Jubiläumsfeier bedankte.

Von Jörg Reuter

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