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Goldener Pflug in Altenburg – eine Halle wie ein Chamäleon

Universell Goldener Pflug in Altenburg – eine Halle wie ein Chamäleon

Der neue Goldene Pflug wurde im August 2004 als „Sporthalle mit optimaler kultureller Nutzung“ eingeweiht. Anfangs von so manchem Altenburger, der dem alten Pflug nachtrauerte, abschätzig nur Sporthalle genannt, hat sich das Gebäude tatsächlich als universell nutz- und wandelbar erwiesen.

Die moderne Stadthalle Goldener Pflug in Altenburg ist mit allen technischen Schikanen ausgestattet.
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Ende April hatte in der Stadthalle Goldener Pflug eine wundersame Verwandlung begonnen: Aus der Dreifelder-Sporthalle wurde eine Festhalle, die mit allen technischen Schikanen ausgestattet ist, die es für eine aufwendige Fernsehproduktion braucht. Im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) zeichnet hier die Saxonia Entertainment die große Muttertagsshow auf, die am kommenden Sonnabend über den Sender geht und durch die Moderatorin Stefanie Hertel führt.

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Eine Halle wie ein Chamäleon: Im Golden Pflug in Altenburg finden mehrmals im Jahr Sportveranstaltungen, Konzerte, Fernsehshows, Dreharbeiten zu Filmen, Kabarett oder große Tauschbörsen statt.

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Insgesamt 22 Arbeiter umfasst das Team, dass für die Wandlung des „Goldenen Pfluges“ in eine Showhalle verantwortlich zeichnet. „Wir sind ein eingeschworenes Team, bei dem jeder weiß, was von ihm verlangt wird. Ansonsten wären die üblicherweise sehr engen Zeitpläne gar nicht zu halten“, plaudert Studioobermeister Volkmar Uminski.

Dass der MDR mit seinen Produktionen schon mehrfach wegen der guten technischen Bedingungen den Pflug nutzte, verwundert Robby Tänzer nicht. Der 55-Jährige ist Dezernent für Soziales und Stadtwirtschaft und unter anderem auch zuständig für den Betrieb der Stadthalle. „Wir als Stadt liegen ziemlich zentral zwischen den großen Städten Leipzig, Erfurt, Jena, Zwickau und Chemnitz und haben damit für Zuschauer ein großes Einzugsgebiet. So etwas suchen die Produzenten“, erklärt der Dezernent.

Neubau wurde 2004 eröffnet

Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde die Stadthalle am 20. August 2004 als „Sporthalle mit optimaler kultureller Nutzung“ eingeweiht wurde. Tänzer weiß um dieses bürokratische Wortungetüm, dass aber durchaus Sinn machte. „Immerhin konnten durch dieses Konstrukt sowohl Sport- als auch Kulturfördermittel beim Freistaat abgerufen werden. Sonst wäre das 8,9-Millionen-Euro-Projekt auch nicht realisierbar gewesen“, so Tänzer.

Auch im vergangenen Jahr zeichnete der MDR seine große Muttertagsshow mit Stefanie Hertel auf – hier eine Aufnahme von der Generalprobe

Auch im vergangenen Jahr zeichnete der MDR seine große Muttertagsshow mit Stefanie Hertel auf – hier eine Aufnahme von der Generalprobe.

Quelle: Mario Jahn

Im ganzen Jahr gebe es gerade drei bis vier Wochenenden, an denen im Pflug aktuell keine Veranstaltung der unterschiedlichsten Art stattfindet. „Klar gehört das Sportliche dazu, aber auch Konzerte, Fernsehshows, Dreharbeiten zu Filmen, Kabarett oder große Tauschbörsen. Sogar Ballettmacher haben schon bei uns angefragt“, erzählt Tänzer. Als besonderes und unvergessliches Ereignis hat der Dezernent den Thüringer Landessportball im Jahr 2004 in Erinnerung. „Was dort aus der Halle gemacht wurde, war schon phänomenal.“

Und wer sich dort schon auf seinen Altenburger Auftritt in aller Ruhe vorbereitete, liest sich wie das „Who ist Who?“ der Schlager- und Volksmusikbranche. „Jonny Hill war einer der ersten. Aber auch Marianne und Michael, Stefanie Hertel, Maxi Arland, Die Amigos, Florian Silbereisen waren unter anderem schon zu erleben“, wagt Tänzer nur eine kleine Auswahl. Unter anderem auch Jürgen von der Lippe oder Olaf Schubert garantierten in Altenburg eine volle Hütte.

Aber für eine Halle wie den Goldenen Pflug braucht es auch klingende Namen, um ihn einigermaßen zu füllen. „Unter 500 Zuschauern lohnt sich das nicht.“

TV-Tipp: Die große Show zum Muttertag mit Stefanie Hertel als Moderatorin wird am Sonnabend, dem 7. Mai, um 20.15 Uhr im MDR ausgestrahlt.

An jener Stelle, an der sich heute die Stadthalle Goldener Pflug befindet, stand zuvor der alte Vorgängerbau mit gleichem Namen

An jener Stelle, an der sich heute die Stadthalle Goldener Pflug befindet, stand zuvor der alte Vorgängerbau mit gleichem Namen.

Quelle: Mario Jahn

Der alte Pflug: Gaststätte, Volkshaus und leere Hülle

  • 1874 ersteigerte der Maurermeister Wilhelm Wagenbreth die dortige Gastwirtschaft samt Garten. Er ließ bis 1878 die Häuser Goldener Pflug 2, 3 und 4 errichten. Bis 1888 wurde der Komplex vollständig erneuert.
  • 1920 kaufte die Gewerkschaft des Konsumvereins das Anwesen für 500.000 Mark. Am 1. Mai 1921 feierten die Gewerkschaften die Übernahme des Volkshauses Goldener Pflug.
  • 1941 bezog die Tuberkulose-Fürsorgestelle der Stadt Altenburg im sogenannten Walter-Schumann- Haus Quartier. 1942 wurde das Gebäude Sitz von mehreren Behörden. Ab 1943 diente der Goldene Pflug als Luftschutzkeller.
  • Nach Kriegsende erwarb der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund den Pflug im November 1945 für 147.000 Reichsmark.
  • Bis 1952 wurde die Gaststätte privat betrieben. Dann wurde aus dem Volkshaus ein Klubhaus der Gewerkschaften. Auch die HO (Handelsorganisation) stieg in die Bewirtschaftung von Gasträumen und Sälen ein. Am 13. September 1962 wurde der Goldene Pflug zum „Kreiskulturhaus“.
  • Nach der Wende war lange unklar, was mit dem einstigen Volkshaus geschehen soll. Es war dem schleichenden Verfall preisgegeben, letztlich kam es zum Abriss des historischen Gebäudes. Im Dezember 2002 legten Thüringens damaliger Sozialminister Frank-Michael Pietzsch, Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski und Oberbürgermeister Michael Wolf gemeinsam den Grundstein für den „Neuen Goldenen Pflug“.

Quellen: Thüringer Staatsarchiv, Stadtarchiv

Von Jörg Wolf

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