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Altenburg Goldglitzer für die Altenburger Publikumslieblinge
Region Altenburg Goldglitzer für die Altenburger Publikumslieblinge
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13:57 04.06.2018
Die Publikumslieblinge 2018: Manuel Struffolino, Mechthild Scrobanita, Peter Prautsch, Mona Becker, Svea Haugwitz, Kay Kuntze, Martin Burkhardt, Ulrich Burdack, Daniel Siekhaus und Eva Pommer (von links). Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wenn der Juni beginnt und die letzten Veranstaltungsflyer einer Spielzeit von Theater und Philharmonie in Gera und Altenburg ausgelegt sind, dann ist Oskarzeit. Dann vergeben die Theatervereine dieser beiden Städte ihre kleinen goldgeprägten „Oskars“ an besonders überzeugende Künstlerinnen und Künstler des Theaters, an Inszenierungen, die zu Rennern wurden, und an innovative Projekte.

Diesmal durften die Altenburger Klein-Hollywood spielen. Dies geschah am vergangenen Sonnabend im Heizhaus im durchaus prunkvollen Rahmen klein, aber fein. Ein mannsgroßer Oskar lag lässig entspannt, aber mit ernstem Gesicht (warum wohl?) auf der linken Bühnenseite.

Heizhaus statt Großes Haus

Für den Wechsel dieser Veranstaltung vom Großen Haus ins Heizhaus gibt es eine ganz einfache Begründung: Ein gut gefülltes Heizhaus gibt immer noch eine bessere Atmosphäre als ein Großes Haus mit halbleerem Parkett.

Manuel Kressin setzt die Tradition fort, dass hier die Schauspieldirektoren die Moderation dieser Veranstaltung übernehmen. Er hätte in Outfit und Habitus auch in Los Angeles durchgehen können, zumal er sich noch die Aufgabe auferlegt hatte, über jeden Oskargeehrten Goldglitzer auszuschütten. Es gibt keine Veranstaltung des Theaters, die wie in einem Kaleidoskop das vielseitige und großartige Geschehen am Theater in den letzten zwei Jahren widerspiegelt, wie diese Oskargala.

Gemäß der Goetheschen Weissagung „Willst du zehn Blicke zurückwerfen, dann wirf erst einen in die Zukunft“ begann die Veranstaltung nicht mit einer Reminiszenz an das, was war, sondern mit dem Lied des Adam „Grüß euch Gott, alle miteinander“ aus der Operette „Der Vogelhändler“ mit einem Blick auf die erste Premiere im September in Altenburg.

Zuvor waren alle zu Ehrenden zu der Musik der „20th Century Fox“ einmarschiert und hatten in der ersten Reihe Platz genommen, um wie alle anderen Anwesenden von der Stellvertreterin der Vorsitzenden der Altenburger Theaterfreunde, Gabriele Heinicke, mit angenehm kurzen Worten begrüßt zu werden.

Dann begann die Zeremonie der Auszeichnungen. Die verlief wie jede Auszeichnungsgala. Die jeweiligen Laudatoren aus den Vorständen der Theatervereine übergaben Manuel Kressin verschlossene Umschläge mit den Namen der Kandidatinnen und Kandidaten. Danach verlasen sie die jeweilige Laudatio und überreichten die kleine Oskarfigur und Blumen und die so Geehrten bedankten sich mit freundlichen und auch berührenden Worten.

Trailer mit den Nominierten

Das Besondere dieser Veranstaltung war, dass auf einer großen Leinwand vor jeder neuen Sparte Trailer mit allen jeweils Nominierten in ihren Rollen zu sehen waren. Das war eine gute Ansammlung all dessen, was auf so unterschiedliche Art auf den Bühnen für die Zuschauer zu erleben war und wurde jeweils mit viel Beifall bedacht. Aufgenommen, montiert und geschnitten hatte dies alles der Veranstaltungstechniker des Theaters Rene Grünert.

Die künstlerischen Beiträge kamen in diesem Jahr von Nicht-Oskar-Nominierten. Vom Vogelhändler-Adam war schon die Rede. Janos Oscovai schmetterte dieses Begrüßungslied ins Heizhaus. Seine Kollegin Miriam Zubieta, die künftige Christel von der Post, gab im Laufe des Programms Auskunft über ihr Angestelltenverhältnis bei dieser. Junge Tänzerinnen aus dem Jugendballett zeigten den „Tanz der Schwestern“ aus dem Ballett „Die kleine Meerjungfrau“ und Alexandra Sagurna veränderte den Schlager „Küssen verboten“ aus der „Ruth-Brandin-Story“ in „Parken verboten“, was auch nicht ganz schlecht ist. Das Puppentheater kam diesmal kriminell. Tobias Weishaupt kündigte seiner Frau Ingrid an, dass das Beil im Keller stehe. Der einzige Oskarpreisträger, der musikalisch in Aktion treten musste, war der stellvertretende Solopauker des Orchesters, Martin Burkhardt, der ganz kurz ein Vibrafon zu bearbeiten hatte. Thomas Wicklein und Olaf Kröger am Flügel waren die sicheren Begleiter bei all diesen Beiträgen.

Heike Kley hatte die Gesamtverantwortung für diese in sich geschlossene und stimmige Veranstaltung, die flott über die Bühne ging und von Anfang bis Ende auf künstlerisch hohem Niveau stand.

Das sind die Preisträger

Die Stars des Abends waren jedoch die Oskarpreisträger: Manuel Struffolino (Schauspiel), Ulrich Burdack (Musiktheater) und Martin Burkhardt im Orchester wurden ausgezeichnet für ihre teils langjährigen guten künstlerischen Leistungen auf der Bühne und bei besonderen künstlerischen Projekten.

In der Sparte Ballett gab es keine Würdigung von Einzelleistungen, sondern einen kollektiven Oskar für die außergewöhnlichen Leistungen aller Tänzerinnen und Tänzer in allen Choreographien am Theater und als Staatsballett Thüringens.

Als beste Inszenierung der letzten beiden Jahre, die in beiden Häusern im Spielplan stand, wurde Tschaikowskis Oper „Masepa“ in der Regie von Operndirektor und Generalintendant Kay Kuntze ausgewählt.

Einen Ehrenoskar erhielt Svea Haugwitz für ihre dramaturgische Tätigkeit. Als Schauspieldramaturgin hatte sie wesentlichen Anteil bei der Spurensuche jüdischen Lebens in Altenburg und der darauf erfolgten Erarbeitung des Stückes „Cohn-Bucky-Levy – Der Verlust“, der Bearbeitung des Stoffes für das israelische Theaters und bei der Erarbeitung der Ruth-Brandin-Story mit Manuell Kressin. Gewürdigt wurde ebenso ihre gesamte dramaturgische Tätogkeit.

Der Altenburger Theaterverein lobte einen Preis aus mit der Bezeichnung „Die besondere Inszenierung“, um damit das Projekt extra würdigen zu können. Die Vorsitzende Barbara Grubitzsch fand dafür viele anerkennende Worte.

Eine Ehrenurkunde erhielt die Altenburger Mitspielakademie, eine Gruppe von Laiendarstellern, die aus dem Prinzenraubmitspielensemble übrig geblieben ist und einfach weitergemacht hat. Sie integrierte sich großartig in das jüdische Stück. Isa Pommer kam die Ehre zu, diese Urkunde entgegenzunehmen.

Von Manfred Hainich

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