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Altenburg Graffiti-Künstler erklärt Sinn hinter Schriftzug "Crystal City Altenburg"
Region Altenburg Graffiti-Künstler erklärt Sinn hinter Schriftzug "Crystal City Altenburg"
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19:31 14.04.2015
Graffiti-Künstler Ralf Hecht vor dem Schriftzug, den er mit Hintergedanken an die Rote Zora gesprüht hat. Quelle: Mario Jahn

"Es zeigt sich, dass sich die Leute einen Kopf um dieses Problem machen, was sehr gut ist", erklärte Hecht gestern auf OVZ-Nachfrage. Am Sonntag vor Ostern habe er in "zwei- bis zweieinhalb Stunden" die provozierende Botschaft an die rote Backsteinmauer in der Altenburger Schollstraße gesprüht.

"Beim Malen kann ich entspannen, und ich war vor rund drei Wochen wieder an so einem Punkt, wo ich dringend etwas Druck ablassen musste, der sich aufgestaut hatte", erzählte Hecht, der seit 20 Jahren legal als Graffitikünstler tätig ist, die Geschichte seines Werkes. "Vor allem weil mir die sich immer wiederholenden Aussagen von Kindern und Jugendlichen durch den Kopf gingen, die wir in unseren verschiedenen Präventionsprojekten tagtäglich zu hören bekommen. Da dreht sich leider ganz viel um Drogen und Erfahrungen, die die Kids schon damit gemacht haben." Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Susann Seifert versucht er in den Projekten Kindern und Jugendlichen auf unterschiedlichste Weise das zu vermitteln und zu geben, was ihnen heutzutage oft fehlt und sie unter anderem zu Drogen bringt: Anerkennung, Zuwendung sowie jemand, der eine Vorbildrolle einnimmt und ausfüllt. Eines dieser Projekte dreht sich um das Malen und Graffiti.

Susann Seifert, die die Malprojekte aus der Taufe hob, weiß um die Gefühlslagen der jungen Generation. "Oftmals fühlen sie sich einfach unverstanden oder auf eine Art Abstellgleis geschoben", sagt sie. "Ein vermeintlicher Trost können da Drogen sein." Welchen hohen Stellenwert Betäubungsmittel in der Welt der jungen Generation mittlerweile einnehmen, erfahren Seifert und Hecht in den in ihren Projekten entstandenen Bildern. "Das Cannabisblatt kommt in den Bildern leider sehr häufig vor", so Seifert.

Übrigens: Dass die Polizei jetzt wegen des Graffito an der Roten Zora Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet hat, nahm Ralf Hecht ziemlich gelassen hin: "Die besprühte Wand ist eine offiziell von der Stadt freigegebene Fläche für Graffiti. Hier sind Kinder und Jugendliche wie auch an einer anderen Wand im Abstellgleis regelrecht dazu aufgefordert, eventuell aufgestauten Frust durch Sprühen herauszulassen und abzubauen."

Neben diesem Fakt drehte sich die Facebook-Diskussion gestern auch weiter um den Kern der Sache. "Drogen sind illegal...das Problem beginnt aber viel früher", schrieb Peter Müller, der einst selbst mit der Sucht kämpfte und bestätigt, was betroffene Eltern beklagen. "Perspektivlosigkeit, Langeweile und der Umgang...tut mir leid. Abg ist für junge Leute/Heranwachsende Negativ-Vorreiter Nr. eins." Während Sozialarbeiter etwas täten, werde im Stadtrat darüber debattiert, die Zora dichtzumachen.

Kai Arnold gibt Müller Recht. "Gerade ich als langjähriger DJ weiß, dass in Altenburg für unsere Heranwachsenden nichts mehr geboten wird", meinte er. Früher sei man sonntags im Bunker bei der Teenie-Disco gewesen. "Warum gibt es so etwas heute nicht mehr? Weil alles tot gespart wird... Einfach traurig für so eine schöne Stadt." Dem hält Jörg Burkhardt entgegen: "Allerdings kann man das nicht dafür verantwortlich machen, dass man zu Drogen greift. Berlin und Leipzig usw. bieten kulturell mehr, aber da gibt es das Drogenproblem auch."

Jörg Wolf/ Thomas Haegeler

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