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Grauen vor Gras auf dem Kreisel: Altenburg schließt Gärtnerei

Grauen vor Gras auf dem Kreisel: Altenburg schließt Gärtnerei

Die Skatstadt wird ihre Gärtnerei schließen, will die Auswirkungen für Blumenbeete und -kübel allerdings so gering wie möglich halten. Das ist der Inhalt eines Stadtratsbeschlusses vom Donnerstag, dem eine lebhafte Debatte vorausging.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hatte schon vor Tagen angekündigt, die Einrichtung am Stadtrand aus Kostengründen dichtzumachen (OVZ berichtete), brauchte dazu aber die Zustimmung des Stadtrates. Bis auf zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen bekam Wolf diese auch. Sein eingebrachter Beschlussantrag wurde allerdings um zwei wesentliche Ergänzungen erweitert, für die sich die FDP eingesetzt hatte.

So werden die Gärtnerei am Grüntaler Weg mit ihren zwölf Gewächshäusern und die dazugehörigen Grundstücke verkauft. Die bislang dort gezogenen Pflanzen sollen in Zukunft von privaten Betrieben erworben werden. Aber nur noch für den Markt und den Kornmarkt. Auf allen anderen Flächen soll Rasen angesät werden oder sollen Dauerbepflanzungen entstehen.

Geht der Plan der FDP auf, könnte dies vermieden werden. Die Liberalen schlagen vor, dass die Bepflanzung und die Pflege der Schalen und Kübel von Privatpersonen oder Firmen übernommen werden, auf der Grundlage einer schriftlichen Vereinbarung mit der Stadtverwaltung. Ein solcher Vertrag könnte auch mit Gärtnereien abgeschlossen werden, die sich fortan um Beete und Anlagen, beispielsweise am Pohlhof, Theaterplatz, Bahnhof, Goldenen Pflug oder Kreisverkehr an der Kunst, auf eigene Kosten kümmern. Im Gegenzug erhalten die Betriebe die Möglichkeit, an Ort und Stelle für sich zu werben. Der Oberbürgermeister wurde beauftragt, beide Möglichkeiten zu prüfen und wenn möglich umzusetzen. Mit dieser Variante sollen sowohl der wechselnde Blumenschmuck erhalten als auch das bürgerschaftliche und unternehmerische Engagement gestärkt werden, wie aus dem FDP-Antrag hervorgeht.

Fehlende Blumen auf wichtigen Plätzen würden ihn traurig stimmen, hatte Detlef Zschiegner für die Liberalen begründet, der aber auch Verständnis für die Sparzwänge der Stadt äußerte. Dass sein Plan aufgehen könnte, begründete der FDP-Politiker mit den Erfahrungen aus der Baderei, wo die Bepflanzung und ihre Pflege auch durch Privatinitiative erfolgreich vonstatten ginge.

Als "ganz furchtbar" bezeichnete Stefanie Apel (Pro Altenburg) die Rathaus-Pläne, auf Blumen zu verzichten und stattdessen Wiesen anzulegen. Schließlich werbe Altenburg für sich als Touristenstadt. Die Besucher sollen nicht zuerst auf die Dreckecken starren, sondern sich an den schönen Anblicken erfreuen. Ihr graue auch vor Gras beispielsweise an Kreiseln, wie sie es bereits in anderen Städten gesehen habe, sagte sie. So wie Apel zeigte auch Christoph Zippel (CDU) Verständnis für die Einsparbemühungen des Oberbürgermeisters. Der FDP-Vorschlag zeige in die richtige Richtung, sagte Zippel, allerdings seien viele Dinge im Antrag des OB nicht geklärt. Zippel sprach sich deswegen dafür aus, die ganze Sache nochmals sowohl im Wirtschaft- und Finanz- als auch im Bauausschuss zu diskutieren. Für diesen Antrag bekam die CDU bei zwölf Ja-, aber 17-NeinStimmen und fünf Enthaltungen keine Mehrheit, da sich auch Linke und SPD sowohl für den OB- als auch für den FDP-Antrag aussprachen.

Der zuständige Fachdezernent Robby Tänzer kündigte darüber hinaus an, dass es trotz der Sparmaßnahmen möglich sei, mehr Blumenpflanzen als jene für Markt und Kornmarkt zu kaufen. Über die jeweiligen Summen entscheiden die Stadträte im Haushalt. Wie hoch der tatsächliche Einspareffekt durch die Gärtnerei-Schließung ist, steht noch nicht fest. Jens Rosenkranz

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